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Eine neue Art zu tanzen

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Von: Timur Tinç

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Anna Bolender (vorne) und ihre Gruppe beim Proben auf dem Uni Campus Bockenheim.
Anna Bolender (vorne) und ihre Gruppe beim Proben auf dem Uni Campus Bockenheim. © Peter Jülich

Das inklusive Tanzprojekt reclaiming dance tritt in Frankfurt und Offenbach im öffentlichen Raum auf.

Beim Tanzprojekt reclaiming dance gibt es keine Standards. Egal, ob jemand im Rollstuhl sitzt, eine geistige Behinderung hat oder eine sonstige körperliche Beeinträchtigung – „wir arbeiten mit allem, was die Leute mitbringen“, sagt Anna Bolender. Sie hat vor zwei Jahren mit Keiko Agnes Schmitt das inklusive und partizipative Tanzprojekt ins Leben gerufen. An diesem Wochenende tritt ihre neunköpfige Gruppe zweimal auf: am Samstag auf dem Uni-Campus Bockenheim, tags darauf am Kulturgleis in Offenbach. Öffentlich für alle.

„Es ist ein ideologisches Ziel, die Welt noch gerechter und gleichberechtigter zu machen“, sagt Schmitt, die als Artistin, Tänzerin und Pädagogin arbeitet. Mit der Performance gehe es zum einen darum, auf Ungerechtigkeiten hinzuweisen und die Menschen dafür zu sensibilisieren. Zum anderen wolle die Gruppe diesem Missstand etwas aktiv entgegensetzen und den öffentlichen Raum mitgestalten.

Die Auftritte

Die erste Performance ist am Samstag, um 18 Uhr vor dem Studierendenhaus am Uni Campus Bockenheim in Frankfurt. Der zweite Auftritt ist am Sonntag, 18 Uhr, vor dem Waggon am Kulturgleis, Mainstraße 1, in Offenbach. Alle Vorstellungen sind für alle zugänglich und kostenlos. Weitere Informationen auf www.reclaiming-dance.de

Im September gab es bereits zwei Auftritte in Offenbach. „Wir hatten pro Abend 80 Gäste“, sagt Bolender, die performative Künste in sozialen Feldern an der Frankfurt UAS studiert. „Wir haben super Feedback bekommen.“ Auch die Tänzerinnen und Tänzer seien begeistert gewesen und hätten die künstlerischen Leiterinnen gebeten, das Projekt fortzuführen.

„Diesmal haben wir noch stärker versucht, an Einrichtungen heranzutreten und genervt“, sagt Bolender lachend. Über E-Mails und Social Media warben sie Tänzer:innen an. Gefördert wird das Projekt vom Fonds Darstellende Künste, vom Frankfurter Kulturamt, dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten sowie vom Förderprogramm Demokratie leben.

„Dieses Mal haben wir auf noch mehr Partizipation gesetzt, „es wurde alles gemeinsam ausgehandelt“, sagt Bolender. Das sei nicht immer einfach gewesen. Es gibt Kostüme, und die Musikerin Conni Maly hat mit den Performer:innen für alle Sequenzen etwas Eigenes entwickelt. Schmitt hofft, dass die Auftritte auch etwas mit den Zuschauer:innen machen. Emotional, aber auch zum Austausch einladen.

„Unser Ziel ist es, reclaiming dance weiter zu etablieren und im Rhein-Main-Gebiet bekannter zu machen“, sagt Bolender. In diesem Sommer gibt es einen Mixed Abled Dance Workshops beim Uni-Sport, das Bockenheimer Stadtfest hat für einen Auftritt angefragt. „Wir würden uns wünschen, einen fortlaufenden Kurs anbieten zu können.“ Ohne Standards festzulegen, sondern mit einer neuen, freieren Art des Tanzens.

Die erste Performance ist am Samstag, um 18 Uhr vor dem Studierendenhaus am Uni Campus Bockenheim in Frankfurt. Der zweite Auftritt ist am Sonntag, 18 Uhr, vor dem Waggon am Kulturgleis, Mainstraße 1, in Offenbach.

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