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Eine Million für die Krebsforschung

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Von: Judith Köneke

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Die Uniklinik erhält finanzielle Unterstützung beim Kampf gegen den Krebs.
Die Uniklinik erhält finanzielle Unterstützung beim Kampf gegen den Krebs. © christoph boeckheler*

Elternverein Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt unterstützt Projekt der Uniklinik Frankfurt

Dem acht Monate alten Luca geht es nicht gut, er leidet an akuter myeloischer Leukämie (AML). Unbehandelt endet die Krankheit nach mehreren Monaten tödlich, erklärt Jan-Henning Klusmann, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Frankfurt. Kurzzeitig lag Luca auf der Intensivstation wegen Leberversagen und musste beatmet werden, nun gehe es ihm etwas besser. Der Kleine braucht eine Stammzellentherapie. Damit Kindern wie Luca noch besser geholfen werden kann, braucht es weitere intensive Forschung.

Dabei will der Frankfurter Verein „Hilfe für Krebskranke Kinder“ nun unterstützen und vergibt eine Million Euro für die Krebsforschung pro Jahr, insgesamt 2,7 Millionen auf drei Jahre. Ziel der Arbeitsgruppe um Klusmann wird sein, die Ursachen der akuten myeloischen Leukämie bei Kindern mit modernsten Methoden weiter zu erforschen, um neue Behandlungsmethoden zu erarbeiten, die den betroffenen Kindern und Jugendlichen unmittelbar zu Gute kommen.

AML ist eine Krebserkrankung des Blutsystems mit schlechter Prognose. Eine hohe Rate an Rückfällen und an therapiebedingten Komplikationen, besonders bei sehr jungen Kindern, bestimmt den Bedarf an neuen innovativen Behandlungsansätzen.

„Um etwas zu verändern, brauchen wir neue Therapiekonzepte“, sagt Klusmann. Seit vierzig Jahren gebe es nur zwei Medikamente, die eingesetzt würden. Das vergebene Geld fließt etwa in Personal für das Projekt, aber auch in Material, von der Pipette bis zu Handschuhen. Der Mediziner freue sich, dass es im Oktober losgehe und ist zuversichtlich, dass die Forschung in der Zeit des Projekts Fortschritte machen wird.

Seit 1983 kümmert sich „Hilfe für Krebskranke Kinder“ gemeinsam mit der Uniklinik um die Kinder und ihre Familien. Der von betroffenen Eltern gegründete Verein mit rund 1350 Mitgliedern will die Lebensumstände verbessern, unterstützt die medizinische Versorgung und ermöglicht noch mehr Forschung.

Da der Verein nicht selbst entscheiden kann, an wen er die Forschungsgelder vergibt, hat er vier Forscher:innen in einen wissenschaftlichen Beirat berufen. Dieser entscheide unabhängig und ausschließlich nach Kriterien der wissenschaftlichen Qualität, ob Anträge aus der Frankfurter Klinik förderfähig seien, sagt Vereinsvorsitzende Karin Reinhold-Kranz. Hubert Serve, Vorsitzender des Beirats und Direktor der Medizinischen Klinik II an der Uniklinik, hält dieses Vorgehen für sehr sinnvoll. Und auch er ist sehr überzeugt von dem Forschungsprojekt: „Es wird einen relevanten Unterschied machen“.

Weitere Informationen und Spendenmöglichkeiten gibt es unter www.kinderkrebs-frankfurt.de

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