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Der Saal der Paulskirche - eindeutig. Das Werk von Erika Mader und Karl Knaup.

Homestory

Eine Kirche bauen gegen Corona in Frankfurt

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Es gibt viel zu tun, weilen wir uns kurz: Die neusten Tipps der FR-Gemeinde für die Zeit des Daheimbleibens.

Andere Leute debattieren monatelang, was sie am besten mit der Paulskirche machen sollen (Demokratiezentrum, Parlamentssaal, Bällebad für Lokalpolitiker) – diese FR-Leserin und dieser FR-Leser bauen sie einfach. Die Paulskirche. Aus Lego.

Und damit herzlich willkommen zur nächsten Folge mit Ihren überwältigenden Beiträgen gegen den Corona-Lagerkoller daheim. Erika Mader und Karl Knaup schreiben uns: „Hallo FR, seit zehn Jahren bauen wir große Frankfurter Bauwerke nach eigenen Fotos nach. In diesem Jahr haben wir uns die Paulskirche vorgenommen.“ Ein Mammutprojekt. „In einer Bauzeit von circa drei Monaten werden sicher wieder mehr als 20 000 Legosteine verbaut sein.“ Es handelt sich hier also um einen Baustellenbericht, sozusagen.

Der Ratschlag des baumeisterlichen Paares lautet daher: „Lego als Gegenmittel gegen Langeweile.“ Im Prinzip seien alle Sorten von Steinen, Platten, Fliesen über die Onlineshops innerhalb weniger Tage zu beziehen.

Derweil erfreut sich die lesende Menschheit sehr an den drei Wiesbadener Kindern, die wir jüngst in der umgeräumten Wohnung auf dem Spiel- und Picknick-Balkon zeigten. Aber ein Leser mahnt auch: „Ganz schön gefährlich! Wie schnell klettert da eines der Kinder auf ein Möbel und riskiert dadurch einen Sturz vom Balkon!? Dieses Bild ist alles andere als eine gute Anregung. Im Gegenteil: Nicht zur Nachahmung zu empfehlen!“ Wir haben gleich nachgefragt bei Lena Jung, der Mutter der drei Racker. Sie kann alle beruhigen: „Draußen sind die Kinder nur unter Beaufsichtigung.“ Die Sorge sei für die Allgemeinheit vielleicht berechtigt, aber die Jung-Jungs seien nie unbeaufsichtigt, ob drinnen oder auf dem Balkon.

Onlinekurse  der Hochschulen

Gut, dann können wir uns da entspannen – und dem Lernen zuwenden. Aus Bayern erreicht uns der Tipp, dass die Hochschulen des Freistaats eine Menge Onlinekurse anbieten, und zwar kostenlos für alle. Es wartet eine enorme Anzahl von Kursen zu ganz unterschiedlichen Themen, von anorganischer Chemie über Medienrecht oder Stressmanagement bis hin zu Verfahren, die helfen, die weibliche Brust zu rekonstruieren. Das ganze Angebot gibt es unter www.open.vhb.org.

Was rät Ulrich Voepel aus Frankfurt? „Rigoroses (Kleider-) Schränkeausräumen“, denn: „Frühling und Sommer kommen bestimmt!“ Ersterer soll sogar schon hier sein. Weitere Ideen des FR-Lesers: Hausputz, Garage/Gartenhütte/Keller ausmisten, Platz schaffen. Dann: private Akten auf Vordermann bringen („Wissen ist wissen, wo’s steht“), sich auch für ganz schwere Zeiten wappnen: Vollmacht für Vorsorge und Betreuung, Testament regeln, Notköfferchen fürs Krankenhaus gepackt halten, nicht erst im Corona-Notfall. Und schließlich das, wovor wir alle Angst haben: „Einkommensteuer 2019 angehen.“

So echt – gleich kommt Friedrich Stoltze um die Ecke.

Ehe es so weit kommt, gucken wir, was Gudrun Bär aus Hofheim vorschlägt: „Wie wäre es mit der Belebung einer alten Kulturtechnik – dem Briefeschreiben?“ Man brauche einen weißen Bogen, einen Füller, falls vorhanden, ein Kugelschreiber tut’s aber auch. „Es macht mehr Spaß, wenn man einen anregenden Platz zum Schreiben wählt“, rät sie, „vielleicht mit Blick aus dem Fenster. Man schaut den ziehenden Wolken nach oder freut sich an den Windbewegungen in den Bäumen. Man lässt die Gedanken schweifen und schreibt sie einfach auf (ohne Zensur). Die Hand ist noch etwas ungelenk, aber bald wird es besser. Man freut sich über das fließende Schriftbild. Es gibt noch Leute, die sich über einen handgeschriebenen Brief freuen – Freunde von nah und fern.“

Sie entschuldigen mich, ich muss einen Brief schreiben gehen. Zuvor noch: Schicken auch Sie gern Ihre Tipps für Daheimbleiber – an online@fr.de. Gemeinsam strecken wir der Langeweile die Zunge raus!

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