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Eine grüne Rarität in Frankfurt

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Von: Levin Horst

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Im Subantarktishaus im Palmengarten wachsen Pflanzen der südlichen Südhalbkugel.
Im Subantarktishaus im Palmengarten wachsen Pflanzen der südlichen Südhalbkugel. © Renate Hoyer

Das Subantarktishaus im Palmengarten wird 30 Jahre alt.

Ein weißes Stahltragwerk mit einer Eindeckung aus braunem Glas: das Subantarktishaus im Palmengarten in Frankfurt mag von außen etwas unscheinbar wirken, „aber die besondere Pflanzenwelt, die es beheimatet, ist von unschätzbarem Wert“, sagt Palmengarten-Direktorin Katja Heubach. Am Donnerstag präsentierte sie stolz das seit 30 Jahren bestehende Haus. „Es ist enorm wichtig, auf den Erhalt solcher Regionen aufmerksam zu machen und sie den Menschen näherzubingen“, sagt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig.

Mit dem Subantarktishaus sei der Palmengarten laut Heubach „besonders aufgestellt“. Mit seiner in botanischen Gärten selten gezeigten Flora sei das Haus einmalig in Deutschland und weltweit eine Rarität, so Johannes Braun, Pressereferent des Palmengartens.

Der Glasbau des Subantarktishauses sollte ursprünglich für die Bundesgartenschau 1989 genutzt werden. Aufgrund von Bauarbeiten konnte es an dieser Stelle jedoch nicht errichtet werden. Der ehemalige Palmengarten-Direktor Gustav Schoser beschloss daraufhin, das Glashaus als neue Heimat für Pflanzen aus bisher eher unbekannten Klimaregionen zu nutzen, die unter schwierigen klimatischen Bedingungen wachsen.

Das Subantarktishaus beherbergt Arten aus den südlichsten Regionen Südamerikas, etwa von Patagonien oder den Falklandinseln, aber auch aus den neuseeländischen Alpen. Ein besonderes Highlight sei der niederländische Baumfarn. „Dieses erdgeschichtliche Relikt wuchs bereits zu prähistorischen Zeiten“, sagt Heubach. Die Flora des Gewächshauses, sowie im übrigen botanischen Garten stamme von sogenannten „Sammelreisen“ in die jeweiligen Regionen oder durch den pflanzlichen Samentausch mit anderen botanischen Gärten in Deutschland. Doch „ein ganzes Subantarktishaus in dieser Komposition gibt es in Deutschland nur einmal“, sagt sie.

Eine spezielle Verglasung sowie ein aufwendiges Kühlsystem schaffen die idealen klimatischen Bedingungen für die Pflanzen: sechs bis acht Grad kälter gegenüber der Außentemperatur. Die Kühlanlage und ihre Instandhaltung seien jedoch teuer, gerade zu Zeiten der steigenden Energiepreise. „Wir sind nicht von Gas abhängig, doch wir können in den Bereichen, wo es möglich ist in den Gewächshäusern das Klima senken, um Energie zu sparen“, sagt Heubach.

Rund um den 30. Geburtstag des Subantarktishauses bietet der Palmengarten kostenlose Kurzführungen an. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. www.palmengarten.de

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