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Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig, hier unlängst bei der Eröffnung des Anne-Frank-Tags, wirkt in der Causa Kulturcampus wie eine Königin ohne Land.

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Eine Blamage droht

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Beim Projekt Kulturcampus legt die Frankfurter Römer-Koalition seit Jahren die Hände in den Schoß. Der Kommentar.

Die Stunde der Wahrheit ist gekommen. Dass sich die Situation beim internationalen Renommierprojekt Kulturcampus Frankfurt nun so zuspitzt, war freilich seit Jahren absehbar. Die Frankfurter Kommunalpolitiker haben diese Zuspitzung selbst verschuldet. Die Römer-Koalition von CDU, SPD und Grünen hat beim Kulturcampus seit 2016 die Hände in den Schoß gelegt.

Sie war bisher nicht in der Lage, wenigstens in einem Grundsatzbeschluss die Umrisse eines „Zentrums der Künste“ und dessen Kosten festzulegen und sich dazu zu bekennen. Auf ein solches Bekenntnis warten die Kulturinstitutionen, die in Bockenheim unter einem Dach unterkommen sollen, noch immer.

Jetzt droht der Zug endgültig ohne die Stadt abzufahren. Der neue Präsident der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Elmar Fulda, will das versprochene Jahrhundertprojekt einer neuen Hochschule nicht dadurch gefährden, dass er auf die Stadt wartet. Er gibt die bisher geplante Verzahnung seines Hauses mit dem „Zentrum der Künste“ auf. Das ist nur konsequent und richtig. Denn die beengte Lage der heutigen Hochschule an der Eschersheimer Landstraße wird immer prekärer.

Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) wirkt in dieser Situation wie eine Königin ohne Land. Ihr „Rat“ an die Römer-Koalition, sich doch bitte für das „Zentrum der Künste“ zu entscheiden, ist ein Zeichen von Hilflosigkeit und mangelnder Rückendeckung.

Wenn die „Römer-Koalition“ jetzt keinen Beschluss fasst, wird der internationale Architektenwettbewerb für die neue Musikhochschule ohne das „Zentrum der Künste“ und ohne Beteiligung der Stadt ausgeschrieben. Frankfurt droht eine große Blamage.

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