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Ein „Weltgedächtnis“ schaffen

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Nächste Veranstaltung der Reihe „Der utopische Raum“

Können wir uns Utopien in Zeiten von Krieg und Krise noch leisten? Ja, wir brauchen sie gerade jetzt, sagt die Initiative „Der utopische Raum im globalen Frankfurt“, die für Mittwoch, 25. Januar, zur nächsten Folge ihrer Veranstaltungsreihe einlädt. Diesmal geht es um die Frage, wie aus unterschiedlichen historischen Erinnerungen an Kriege, Verbrechen und Konflikte ein Beitrag zum friedlichen Zusammenleben in der Zukunft werden kann: ein „Weltgedächtnis“, so die Publizistin Charlotte Wiedemann, die den Abend mit einem Vortrag eröffnet.

Wiedemann, deren Buch „Den Schmerz der anderen begreifen – Holocaust und Weltgedächtnis“ im vergangenen Jahr erschienen ist, darf als eine der profiliertesten Teilnehmerinnen an den aktuellen Debatten über erinnerungspolitische Fragen gelten. Sie plädiert dafür, der Erinnerung an die Shoah und dem Gedenken an die Gewalttaten etwa von Kolonialmächten gemeinsam Raum zu geben, statt sie gegeneinander auszuspielen.

Nach dem Vortrag, in dem sie ihre Thesen an Beispielen erläutert, wird Charlotte Wiedemann mit der Augsburger Soziologin Dr. Annette Knaut und dem Publikum diskutieren. Dabei wird es auch um die Fragen gehen, mit denen Knaut sich in ihrer Forschungsarbeit beschäftigt: Wie könnte ein globales öffentliches Gespräch zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Sprache aussehen, das im Idealfall zu einem gemeinsamen „Weltgedächtnis“ führt? Wie können „transkulturelle Diskursräume“ entstehen, die einen Austausch über nationale Öffentlichkeiten hinaus ermöglichen?

Die Veranstaltung, die FR-Autor Stephan Hebel moderiert, beginnt am Mittwoch, 25. Januar, um 19 Uhr im Medico-Haus, Lindleystraße 15. Im Livestream kann sie auf dem Youtube-Kanal von Medico international verfolgt werden. Die Reihe „Der utopische Raum“ ist eine Kooperation von Medico international, dem Institut für Sozialforschung und der Frankfurter Rundschau.

Einen Tag später wird Charlotte Wiedemann noch mal in anderer Form als im „utopischen Raum“ in Frankfurt zu erleben sein: Am Donnerstag, 26. Januar, um 19 Uhr findet im Gallus Theater (Adlerwerke, Kleyerstraße 15) eine Lesung aus „Den Schmerz der Anderen begreifen“ statt. Der Eintritt ist an beiden Abenden frei. FR

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