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Ein Strand für Schildkröten im Frankfurter Zoo

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Von: Thomas Stillbauer

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Muss noch Geduld haben: Mangroven-Fan Schildkröte.
Muss noch Geduld haben: Mangroven-Fan Schildkröte. © Michael Schick

Im Exotarium läuft das Projekt Mangrovenlandschaft gemeinsam mit dem Palmengarten. Es soll auch der Umweltbildung dienen.

Ein ganz neues Ökosystem soll es werden, und „eine Wunderwelt für schräge Typen“: Der Zoo baut im Exotarium eine asiatische Mangrovenlandschaft.

Mangroven sind Bäume, die mit Salzwasser zurechtkommen, aber zugleich steht der Begriff auch für ganze Lebensräume im Übergang zwischen Land und Meer. „Sie gehören zu den artenreichsten Ökosystemen der Erde“, erklären die Zoofachleute, und was alles damit zusammenhängt, kann das Zoopublikum künftig im Exotarium lernen.

Ort des Geschehens ist die frühere Pinguinanlage. Da wird in nächster Zeit heftig gewerkelt, die Felsenlandschaft umgestaltet und der Boden für die Pflanzen vorbereitet, die aus dem Palmengarten kommen. Die Schildkröten sollen einen richtigen Strand bekommen, an dem sie ihre Eier legen können, wie man es aus Naturfilmen kennt – nur dass die Schildkrötenbabys nicht von Fressfeinden gejagt werden. Speziallampen und Filtertechnik gehören dazu.

Die künftigen Bewohner – Schildkröten, Echsen, Schlammspringer, Schützenfische und noch mehr Arten – sollen sich dann zwischen markanten Mangrovenwurzeln und -ästen tummeln. „Ein kleines, aber feines Highlight im Zoo“, freut sich die für den Zoo zuständige Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) über die 66-Quadratmeter-Anlage. Sie lobt die Kooperation von Zoo und Palmengarten sowie den Bildungsaspekt des Projekts. „Der Palmengarten mit seinem Tropicarium verfügt über die optimalen Bedingungen, um auch in unseren Breiten einen Ausschnitt aus diesem so wertvollen, sensiblen und mittlerweile sehr bedrohten Ökosystem zu zeigen“, hebt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) ihrerseits hervor.

„Alles andere als banal“, nennt Zoodirektorin Christina Geiger die Herausforderung, dieses besondere Ökosystem so naturgetreu wie möglich nachzuempfinden. Die Pflanzen- und Tierarten entstammten ursprünglich der Gezeitenzone tropischer Küsten und seien an ein Gemisch von Süß- und Salzwasser angepasst: „Anlage und Technik müssen diesen besonderen Bedingungen auch standhalten“, sagt Geiger. „Damit sich Pflanzen und Tiere wohlfühlen, betreiben wir einen großen Aufwand, denn schließlich wollen wir vor allem mit der vom Aussterben bedrohten Batagur-Schildkröte, die wir hier halten wollen, an einem Zucht- und Wiederansiedlungsprojekt teilnehmen.“

Einen Fertigstellungstermin für die Anlage gibt es noch nicht. Besucherinnen und Besucher können den Fortschritt der Arbeiten ständig mitverfolgen – und mit Spenden helfen. Entweder über das Spendenkonto IBAN DE24 5001 0060 0078 3286 07, Inhaber Zoo Frankfurt, Stichwort „Mangrove“, oder per SMS an die Nummer 81190 mit dem Stichwort MANGROVE. Jede SMS trägt fünf Euro bei.

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