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Ein Platz für Hannelore Elsner

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Von: Boris Schlepper

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Die Schauspielerin Hannelore Elsner hatte Frankfurt als Heimat gewählt. Hier bei der Verleihung des hessischen Kino- und Filmpreises 2010 in der Alten Oper.
Die Schauspielerin Hannelore Elsner hatte Frankfurt als Heimat gewählt. Hier bei der Verleihung des hessischen Kino- und Filmpreises 2010 in der Alten Oper. © Andreas Arnold

Das Areal an der Bockenheimer Warte in Frankfurt soll nach der Schauspielerin benannt werden. Elsners Sohn, Dominik Elstner, begrüßt die Entscheidung.

Der Platz an der Bockenheimer Warte soll nach der 2019 verstorbenen Schauspielerin Hannelore Elsner benannt werden. Dafür hat sich der Ortsbeirat 2 nach langer Diskussion mehrheitlich ausgesprochen. Elsners Sohn Dominik Elstner, der in der Sitzung des Gremiums am Montagabend zugegen war, begrüßte die Entscheidung.

Er fühle sich „sehr geehrt und gerührt“, dass der Platz den Namen seiner Mutter tragen soll, sagte der in Frankfurt wohnende Elstner. Schöner fände er es zwar, wenn der Platz vor dem Palmengarten ausgewählt würde. Die Entscheidung überlasse er jedoch den Fraktionen des Stadtteilgremiums, auch das wann und wie.

Geht es nach dem Ortsbeirat, der für die Stadtteile Bockenheim, Kuhwald und Westend zuständig ist, soll der Platz an der Warte im nächsten Frühjahr oder im Sommer umbenannt werden – in Abstimmung mit Dominik Elstner. Seine Mutter sei mit Frankfurt stark verbunden gewesen, heißt es im gemeinsamen Antrag von CDU, SPD und Linke. Eine ihrer bekanntesten Rollen war die der Lea Sommer in der Serie „Die Kommissarin“. Die Serie habe ursprünglich in München spielen sollen, die Schauspielerin habe jedoch auf Frankfurt bestanden. Neben ihrer Film- und Fernseharbeit stand Elsner auch auf Bühnen der Mainmetropole, unter anderem im Bockenheimer Depot. Von 1990 bis zu ihrem Tod lebte sie im Westend.

Über Hannelore Elsners Bedeutung gab es im Ortsbeirat keinen Dissens. Ebenso wenig bei der Frage, dass ein Platz im neuen Kulturcampus nach der Schauspielerin benannt werden soll. Mitglieder der Grünen-Fraktion regten aber an, zunächst zu prüfen, ob es nicht einen besser geeigneten Ort gebe. Sinnvoller sei ein kleiner Platz, der nicht mit dem gewachsenen Begriff Bockenheimer Warte konkurrieren müsse, sagte Daniel Brenner (Grüne). Das unterstrich seine Parteikollegin Carola Scholz. Die Bockenheimer Warte sei ein Wahrzeichen und in ihrem derzeitigen Zustand nicht wertig. Der Platz sei etabliert, sagte Sophie Hartmann (FDP). Trage künftig nur der geplante Neubau der Hochschule für Musik und darstellende Kunst den Platznamen in seiner Adresse, „bekommt das keiner mit“, gab sie zu bedenken.

Das sahen Vertreter:innen der antragstellenden Fraktionen anders. Die Fläche an der Bockenheimer Warte sei der belebteste Platz im Stadtteil und damit würdig, sagte Antragstellerin Suzannne Turré (CDU). Auch könne das Areal als Hannelore-Elsner-Platz noch aufgewertet werden. Für den künftigen Kulturcampus werde die Fläche ein Referenzpunkt, warb Birgit Weckler (CDU) für den Antrag. Als zentraler Platz im Ortsbezirk gebe es keine Alternative, sagte Hans-Jürgen Hammelmann (Linke). Hannelore Elsner stehe für Innovation, den Blick in die Zukunft und das Moderne, sagte Ramona Wagner, wofür sie Applaus von Elsners Sohn bekam. Genau dafür stehe auch die Bockenheimer Warte, so die Sozialdemokratin.

Grüne und FDP regten an, über den Antrag erst in einer der kommenden Sitzungen abzustimmen. Auch, um einen einstimmigen Beschluss zu erzielen, der der Sache würdig sei, sagte Brenner. Sie fanden dafür aber keine Mehrheit. Die antragstellenden Fraktionen drängten auf Abstimmung. Elsner sei eine der bekanntesten Schauspielerinnen, begründete Birgit Weckler, „das kann man nicht verschieben“.

Der Antrag wurde gegen Brenners Stimme auf den Weg gebracht, bei Enthaltung von Ökolinx, zwei Grünen und der FDP.

Das Areal an der Warte ist nach Ansicht des Ortsbeirats ein würdiger Ort, um die Schauspielerin zu würdigen.
Das Areal an der Warte ist nach Ansicht des Ortsbeirats ein würdiger Ort, um die Schauspielerin zu würdigen. © Rolf Oeser

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