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Die Reithalle wurde in diesem Jahr neu gebaut, worüber Robert Lange sehr froh ist.

Frankfurt-Nord

„Ein Neubau für die Münzenberger muss her“

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Ortsvorsteher Robert Lange (CDU) spricht über den Bauverkehr, der die Stadtteile im Frankfurter Norden weiter belasten wird, über Schulen und die Kommunikation mit der Bahn.

Herr Lange, was sind aus Ihrer Sicht im Jahr 2020 die dringendsten Vorhaben für den Ortsbeirat ?

Höchste Priorität muss aufgrund der wirklich sehr schlimmen, da maroden Bausubstanz der alten Gebäude die Münzenbergerschule in Eckenheim haben. Das umfasst dann auch die abrissreife Turnhalle, die ja auch von unseren Vereinen vor Ort genutzt werden muss. Ich befürchte, dass es mit einer eventuellen Sanierung hier nicht mehr getan ist. Vielmehr muss ein Neubau her. Ich hoffe, dass das Bildungsdezernat nunmehr umgehend dem Amt für Bau und Immobilien (ABI) die notwendigen Vorgaben mitteilt.

Können Sie für dieses Vorhaben einen Zeitrahmen nennen?

Nein. Denn zunächst einmal braucht es eine notwendige, jedoch etwa sechs Monate dauernde und damit sehr zeitraubende Machbarkeitsstudie. Ich konnte allerdings kürzlich mit Michael Simon, dem Leiter des ABI, sprechen. Dabei habe ich den Eindruck gewonnen, dass er sich der von ihm „geerbten“, leider seit Jahren verfahrenen Situation der Münzenbergerschule sehr bewusst ist und baldmöglichst mit erster Priorität baulich aktiv wird. Dabei ist zu berücksichtigen, dass auch ein etwaiger Abriss und Neubau leider sehr zeitaufwendig sein wird.

Wie sieht es bei anderen Schulen im Ortsbezirk aus?

Große Vorfreude herrscht natürlich auf das sich derzeit im Bau befindliche Oberstufengymnasium für die Carlo-Mierendorff-Schule in Preungesheim. Hoffentlich geht der Bau gut voran, so dass die Eröffnung im Jahr 2021 möglich wird.

Ein großes Thema war und ist auch die Situation der Turnhallen. Was gibt es dazu zu sagen?

Derzeit fehlt es leider an Schulturnhallen in Preungesheim, offenbar ohne, dass hier wirklich an einer Problemlösung gearbeitet wird. Dies geht zulasten der Schulen und in der Folge leider auch zulasten unserer Vereine vor Ort. Das Bildungsdezernat darf sich nicht auf dem doch bereits mit über 20 Vereinen sehr wichtigen und schönen, jedoch völlig ausgebuchten Sportpark Preungesheim ausruhen.

Beim Thema Schule denkt man auch an das Neubaugebiet Bonames-Ost, in dem zwei Schulen entstehen sollen und das den Ortsbeirat ja auch schon seit langer Zeit beschäftigt. Sehen Sie da konkrete Fortschritte?

Bonames-Ost ist eine unendliche Geschichte. Hier wurde nach den Gesprächen mit dem eigens eingerichteten runden Tisch das Neubaugebiet vermeidbar neugeplant. Positiv ist, dass die Planungen für das sehr wichtige Gymnasium für den Norden jetzt separat dazu vorgeplant und realisiert werden sollen, was jedoch abzuwarten bleibt.

Was passiert mit dem Gebäude der Grundschule Berkersheim?

Zur Person

Robert Langesitzt für die CDU seit 1981 im Ortsbeirat 10. Von 1994 bis 2006 war er Vorsitzender seiner Fraktion, seitdem ist er Ortsvorsteher.

Der 58-jährigeBankkaufmann ist zudem seit 2009 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung, was er auch schon von 2001 bis 2006 war.

Der Ortsbeirat 10ist für fünf Stadtteile zuständig: Eckenheim, Preungesheim, Bonames, Berkersheim und Frankfurter Berg. Er hat derzeit 19 Mitglieder, die sich folgendermaßen verteilen: jeweils fünf von SPD und CDU, drei von den Grünen und je zwei von FDP, BFF und Linke.

Die nächste Sitzungfindet am Dienstag, 14. Januar 2020, um 19.30 Uhr in der Altentagesstätte, Fliederweg 9-11, Frankfurter Berg, statt. bö

Das soll auf Wunsch des Ortsbeirates auch weiterhin schulisch genutzt werden. Die künftige Nutzung soll uns kurzfristig vorgestellt werden.

Der Neubau wurde in diesem Jahr eröffnet. Zufrieden?

Ja, wir sind sehr, sehr zufrieden und glücklich mit dem Neubau. Das lässt uns jetzt auch für andere Schulen sehr positiv hoffen.

Ein Thema, was Sie vermutlich noch in vielen Jahren beschäftigen wird, ist der Bahnausbau. Wie fassen Sie das Jahr diesbezüglich zusammen? Und was erwarten Sie im neuen Jahr?

Der Bauverkehr wird uns noch mehrere Jahre begleiten. Betroffen sind vor allem Berkersheim, Bonames und Frankfurter Berg. Aufgrund der guten, da mittlerweile wieder besseren Kommunikationsmöglichkeiten mit den Bahnvertretern, können wir hoffentlich künftig alle Fragen rund um den Bauverkehr ansprechen und die Probleme dahinter einer möglichst verträglichen Vor-Ort-Lösung zuführen.

Also hat sich die anfangs katastrophale Kommunikation mit der Bahn verbessert?

Ja, wir konnten auf diesem Gebiet einige schöne Erfolge feiern, unter anderem zu den Bauverkehrs-Themen Sicherheit, Sauberkeit und künftige Entlastung über A 661 und B 3. Aber auch in Sachen Reithalle und Berkersheimer Kerb gab es Fortschritte.

Die Sparkasse in Eckenheim schließt, nicht einmal ein Automat bleibt erhalten. Sehen Sie die Versorgung gerade älterer Bürger mit derartigen Dienstleistungen gefährdet?

Ja, das ist sehr ärgerlich, hatten wir hier zumindest eine Automatenlösung erwartet. So etwas sollte meines Erachtens zum Beispiel in Kooperation mit einem Supermarkt oder ähnlichem möglich sein. Hier werden wir weiter nachhaken im kommenden Jahr.

Ärger gab es 2019 auch um das Autohaus Euler. Glauben Sie, dieser Streit wird sich legen?

Ja, wenn die leider ämterseitig zunächst übersehene Ladezone endlich baulich realisiert wurde, wird es dann auch in der Karl-von Drais-Straße wieder sicherer.

Interview: Fabian Böker

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