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Inhaberin Jutta Heidt-Hansel im Fifty Eights. Foto: Peter Jülich
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Inhaberin Jutta Heidt-Hansel im Fifty Eights.

Modestadt Frankfurt

Ein Laden für modische Männer

  • Judith Köneke
    vonJudith Köneke
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Heute gibt es in der Boutique Fifty Eights im Frankfurter Westend auch Kleidung für Frauen,aber immer noch keine Klamotten die jeder hat.

Damals, vor 35 Jahren, gab es in Frankfurt kaum Läden, die stylische Männerkleidung verkauften, erinnert sich Jutta Heidt. Schon gar nicht von hippen Designer:innen wie Dries Van Noten, Comme de Garçons oder Yohji Yamamoto. Reine Geschäfte für Herren verkauften meist Anzüge oder konservativere Kleidung. Schon lange bietet die Inhaberin der Modeboutique „Fifty Eights“ in einem Eckhaus an der Kronberger Straße aber auch Damenmode an. Als 1992 eine Erweiterung des Geschäfts möglich war, nahm sie diese mit in ihr Sortiment auf.

Im linken Teil des 150 Quadratmeter großen Ladens können sich die Männer nach Jacken, Mänteln und Hosen umsehen, zwischen gedeckten Farben gibt es immer wieder Gewagteres wie ein silbernes Hemd oder ausgefallene Muster. Auf der Seite der Frauen geht es ein wenig farbenfroher zu: Stücke mit wilden Drucken oder auffällige Schnitte. „Kleidung, die es nicht jedem recht machen will“ lautet Heidts Motto. Zum Sortiment gehören auch Taschen, Schuhe und Parfüms. Da einige ihrer Lieblingsdesigner:innen wie sie selbst 1958 geboren sind, taufte die Chefin ihren Laden nach dem Jahrgang.

Modeserie Frankfurt

Vom 6. bis 8. Juli 2021 soll die erste Frankfurt Fashion Week stattfinden.

Ab 2022 ist geplant, sie sogar zweimal im Jahr auszurichten. Auch die Berlin Fashion Week wird weiterhin saisonal organisiert. Aber kann Frankfurt Mode?

In unserer Serie stellen wir regel-mäßig lokale Designerinnen, Modemacher und Ladenbesitzerinnen vor.

Sportmarkengründer, Handtaschendesignerinnen und Schuhmacher sind ebenso dabei wie auch Fashion- Influencerinnen. jkö/rose

Schon als Kind nähte Heidt Kleidung für ihre Barbie-Puppen. Nach dem Abitur entschied sie sich, Mode zu studieren, und besuchte die LDT Akademie Fashion Management – eine Hochschule im baden-württembergischen Nagold. Bereits während ihres Studiums jobbte die gebürtige Frankfurterin in Stuttgart bei Holys im Einzelhandel, dem Unternehmen, das die Boss-Brüder aufgebaut hatten. Nach ihrem Abschluss absolvierte Heidt dort ein Traineeprogramm, um die Geschäftsführung in einem der neuen Läden in München zu beginnen. Doch sie ging stattdessen zu einer großen Modehandelsagentur für ausländische Marken.

Bei einem Besuch in ihrer Frankfurter Heimat entdeckte Heidt die leeren Räume im Westend und entschied sich spontan, ihr eigenes Modegeschäft aufzumachen. „Es war natürlich nicht die Innenstadt, aber die Miete dafür preiswerter und die Lage gut, weil es etwa viele große Werbeagenturen in der Nähe gab“, sagt Heidt. Ganz das Klientel, das sie ansprechen wollte.

Heidt ist wichtig, dass die Marken, die sie verkauft, lange halten und gut kombinierbar sind. Alle Designer:innen, deren Stücke die 62-Jährige anbietet, kenne sie seit Jahrzehnten persönlich und wisse, dass sie nachhaltig, mit fairer Lohnzahlung und ohne lange Lieferkette produzierten. Durch die lange Zusammenarbeit seien bereits besondere Momente entstanden. Anlässlich eines privaten Abendessens erhielt sie etwa eine persönliche Führung von Dries Van Noten durch seine beeindruckenden Gärten, die ihm oft als Inspirationsquelle dienen.

Mit der Zeit hat sie sich einen treuen Kund:innenstamm aufgebaut, das sei jetzt gerade in Corona-Zeiten sehr hilfreich, sagt Heidt. Viele kenne sie lange Jahre, und man halte Kontakt. So gebe es keinen anonymen Einkauf, sondern „ein schönes Miteinander“, bei Anprobe mit Kaffee und einem Sektchen. Die Kernzielgruppe liege zwischen 50 und 60 Jahren, aber es kommen auch Jüngere, ab 35 bis in die 70er. Über das nötige Kleingeld müssen sie schon verfügen. Preisspannen seien schwer zu nennen; es gibt Hosen für 180, aber auch für 700 Euro, so die Ladeninhaberin.

Heidt selbst und ihr siebenköpfiges Team sind da, um zu beraten. Aber sie nutzt auch die digitalen Wege: Der Instagram-Account wird täglich bespielt, auch virtuelle Beratungstermine mit Videobegehung des Ladens sind möglich. Darüber hinaus können individuelle Einzeltermine außerhalb der Geschäftszeiten vereinbart werden.

Das Team der Modeboutique Fifty Eights in der Kronberger Straße 19 berät während des Lockdowns telefonisch. Infos zu Zusammenstellung, Abholung und Lieferung und Whatsapp-Kontakt unter Telefon: 069 / 725 535, www.fifty-eights.de.

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