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Ein Frankfurter Festival für die Umwelt

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Von: Alina Hanss

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Schöne Gärten gibt es auch in der Stadt. Ein Stand informiert über Urban Gardening.
Schöne Gärten gibt es auch in der Stadt. Ein Stand informiert über Urban Gardening. © ROLF OESER

Beim Frankfurter „Climate Action Day“ werben Freiwillige am Hafenpark für Nachhaltigkeit.

Was hat unsere Ernährung mit dem Klimawandel zu tun? Welchen ökologischen Fußabdruck hinterlässt neue Kleidung? Und wie stellen wir uns die Mobilität der Zukunft vor? Diese und weitere Fragen sind für Helen, Emi und Emilia Anlass genug, sich ein ganzes Jahr lang mit nachhaltiger Entwicklung zu beschäftigen. Die drei Abiturientinnen machen ihr „Freiwilliges Ökologisches Jahr“, FÖJ genannt, und sind Teil des Organisationsteams rund um den Frankfurter „Climate Action Day“, der am Samstag am Hafenpark stattfand.

Das kleine Festival mit insgesamt 14 Ständen zum Thema Umweltschutz wurde in aufwendiger Planung von acht jungen FÖJler:innen aus Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet ins Leben gerufen. Während des einjährigen Freiwilligendiensts haben sie die Möglichkeit, ein selbst gewähltes Nachhaltigkeitsprojekt gemeinsam zu planen und durchzuführen. In diesem Jahr haben sie sich für ein Festival am Mainufer entschieden. Es gibt klimafreundlich gekochtes Essen und Limo mit regionalen Kräutern, eine Schülerband macht Livemusik.

Helen aus Frankfurt absolviert ihr FÖJ beim Verein Umweltlernen in Frankfurt und organisiert Führungen und Lernwerkstätte für Grundschulkinder zum Thema Umweltschutz. Der Verein hat die FÖJler:innen bei der Organisation des Festivals unterstützt. „Klimaschutz bringt leider immer eine sehr negative Konnotation mit sich. Vielfach ist es frustrierend, weil nichts passiert und man das Gefühl hat, auf der Stelle zu treten.“ Das Festival hingegen solle zeigen, wie kreativ Nachhaltigkeit gelebt werden könne. Mit dem Hafenpark, direkt am Skatepark, haben sich die Organisator:innen einen besonderen Ort ausgesucht. „Wir wollen hier ganz viele junge Menschen auf lockere Weise ansprechen und für den Klimaschutz begeistern“, sagt Helen.

Das FÖJ ist ähnlich wie das „Freiwillige Soziale Jahr“ (FSJ) aufgebaut, fokussiert sich aber stattdessen auf den Aspekt des Natur-, Tier- oder Umweltschutzes. Emi aus Frankfurt macht ihr FÖJ im Stadtwaldhaus. „Ich wusste zwar, dass ich raus in die Natur wollte. Das FÖJ war dennoch eine spontane Entscheidung, die ich nicht bereue. Ich habe die Zeit genutzt, um herauszufinden, was ich später machen möchte“, sagt die 19-Jährige. In der Frankfurter Fasanerie kümmert sie sich um die Pflege der Wildtiere. Auch Emilia konnte der Pause zwischen Studium und Schule etwas abgewinnen: „Ich wollte raus, etwas Praktisches machen und selbst gestalten.“ Die 18-jährige Helen vom Verein Umweltlernen fügt hinzu: „Es macht Spaß, mich fürs Klima zu engagieren und gleichzeitig in einem Jahr so viele verschiedene Dinge zu lernen.“

Am Ende des Sommers ist das freiwillige Jahr für die drei vorbei. Mit Wehmut blicken sie auf das organisierte Fest und den bevorstehenden Abschluss in ihren Einsatzstellen und berichten, dass das vergangene Jahr zu schnell vergangen sei. Sollten mehr junge Menschen einen Freiwilligendienst im Umweltbereich machen? Die Frage können die FÖJlerinnen nur bejahen. Wer sich noch für August oder September für ein FÖJ bewerben will, hat übrigens durchaus Chancen. In Hessen sind derzeit viele Einsatzstellen unbesetzt.

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