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Auch Badenixen tummelten sich im ungefähr 19 Grad warmen Wasser des Bretanobads.
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Auch Badenixen tummelten sich im ungefähr 19 Grad warmen Wasser des Bretanobads.

Frankfurt

Corona-Lockerungen: Ein fast normaler Sommer in Frankfurt

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Die Menschen freuen sich über die Lockerungen in der Corona-Pandemie, Schwimmbäder, Restaurants und Parks erleben eine großen Zulauf.

Frankfurt - Vom wolkenverhangenen Himmel und der kühlen Brise lassen sich am Samstagnachmittag zahlreiche Badegäste nicht von ihrem Freibadbesuch abhalten. In zwei langen Schlangen stehen um kurz nach 15 Uhr Dutzende Menschen vor dem Brentanobad-Haupteingang gegenüber dem Fußballstadion. Auch vor dem Hausener Freibad nebenan staut es sich.

Eine Stunde zuvor hatte das Bad zur täglichen coronabedingten Reinigung und Desinfektion, wie alle weiteren sechs Frankfurter Freibäder, geschlossen. Murat Alkilic, seine Tochter Jule und „Patchwork“-Tochter Sanja warten ebenfalls vor dem Brentanobad auf Einlass.

Frankfurt: Die Freibäder sind wegen geringer Corona-Inzidenz geöffnet

„Ein Traum wurde wahr“, sagt der 50-Jährige, als am vergangenen Montag die Freibäder wieder geöffnet worden seien. Die ersten Tage habe er bereits zum Schwimmen genutzt. „Endlich wieder Kacheln zählen“, fügt der Bornheimer hinzu, was er eigentlich im Frankfurter Osten mache: „Enkheim war heute schon ausgebucht“, sagt Alkilic. Für den Familienausflug biete sich das große Brentanobad jedoch gut an.

Als die drei nach rund zehn Minuten Wartezeit das Bad betreten, mache die beiden Mädchen vor Freude Luftsprünge. Die sechsjährige Jule reißt die Arme in die Höhe. „Aufs Schwimmen“ habe sie sich am meisten gefreut, sagt die fünfjährige Sanja: klar. Schnell werden die Handtücher auf der Wiese am Becken vor der Kinderrutsche ausgebreitet. Papa bläst die Schwimmflügel auf, die Schwimmbrillen werden aufgesetzt und ab ins Wasser.

Auch in der Freßgass waren viele Menschen unterwegs - mit und ohne Masken.

„Über 10 000 Besucher“ seien in der ersten Woche trotz „bescheidenen Wetters“ in alle Frankfurter Freibäder geströmt, berichtet Boris Zielinski, Geschäftsführer der Bäderbetriebe Frankfurt. Aufgrund des Corona-Hygienekonzepts würden in die Bäder derzeit nur maximal etwa 40 Prozent Besucher:innen hineingelassen.

Frankfurt: schwimmbäder wurden zu Corona-Zeiten vermisst

Im Brentanobad hat sich das langgezogene Becken innerhalb einer halben Stunde schnell gefüllt. Anders als im Vorsommer gibt es in diesem Jahr keine Trennmarkierungen im Wasser als Infektionsschutz.

Der frische Wind weht Chlorgeruch über die Wiese. Einige frösteln etwas, bevor sie mit dem Fuß ins Wasser steigen. Andere scheinen sich gar nicht an dem unbeheizten Becken zu stören. Ein Bademeister schätzt die Wassertemperatur auf 19 Grad. Wieder andere bleiben auf der gut gefüllten Liegewiese und lassen ihre Sommerkleidung erst mal an.

Beim Eisverkauf bildet sich erstaunlicherweise eine Schlange. Am Imbiss ist es dagegen noch etwas ruhiger. Kaum sind die ersten Pommes Frites der Saison für Amina, Emmi, Lily und Marta über den Tresen gereicht, da greifen die achtjährigen Freundinnen beherzt zu. „Das Wasser und die Pommes haben mir gefehlt“, sagt Marta zu der vergangenen Zeit ohne Freibadflair.

Auf das „Schwimmen und Tauchen“ freut sich Amina am meisten. „Wir haben’s echt vermisst“, sagt Mutter Tanja. „Es ist ein Stück Normalität, Freunde wieder zu treffen“, ergänzt die 42-Jährige aus dem Nordend und zeigt auf eine Gruppe von Erwachsenen – die Eltern der übrigen Mädchen. Heute wollten sie „so lang wie möglich hier bleiben“, auch wenn es „nicht so warm wie gestern ist“, als sie auch schon da gewesen seien.

Kleine und große Besucher stürmen ins Brentanobad, nachdem es zuvor in der Mittagspause desinfiziert wurde.

Im Brentanopark nebenan genießen auch viele die freie Zeit. Auf der Rollschuhbahn drehen einige ihre Runden. Zwei Männer sitzen mitten im Park. Sie haben Stühle mitgebracht und sitzen sich gegenüber, einer mit Gitarre auf dem Schoß. Gemeinsam singen sie Lieder.

An dem kräftigen Ast einer Roteiche nebenan haben die Freundinnen Anne und Caitlin ein sogenanntes Vertikaltuch zum Klettern befestigt. „Mein Lieblingsbaum im Park“, sagt Caitlin. Ihrer Freundin zeigt die 28-Jährige, wie man sich an dem Tuch entlanghangelt und wie bei einer Schaukel hindurchspringt.

Die Menschen in Frankfurt freuen sich über Corona-Lockerungen

Beide freuen sich über die jetzt vorgenommenen Lockerungen in der Corona-Pandemie. „Der Sommer wird auf jeden Fall schön“, ist sich die 30-jährige Anne sicher. Besonders dem nächsten Schwimmbadbesuch fieberten sie entgegen. Auch, dass sie im Außenbereich von Restaurants und Cafés wieder ohne Corona-Test sitzen könnten, finden sie gut.

Vor den Eingängen bildeten sich lange Schlangen.

Das finden die zwei Männer ein paar Kilometer weiter die Nidda flussabwärts ebenfalls gut. „Ein schönes gezapftes Bier im Restaurant“, darauf freut sich Patrick Wenzel. An diesem Nachmittag gibt es allerdings zunächst einmal lediglich Dosenbier. Der Rödelheimer sitzt mit seinem Sossenheimer Kumpel Gregor Napierski an einem Picknicktisch hinter der Barfüßer-Skulptur. Im Hintergrund plätschert das Flüsschen.

Die beiden haben ein tragbares Schachspiel auf dem Tisch ausgerollt. „Zum ersten Mal in diesem Sommer“, sagt der 27-jährige Napierski. „Ein bisschen aus den Augen verloren“ hätten sich die ehemaligen Schulkameraden in den letzten Monaten, berichtet sein gleichaltriger Freund. Mehrere Stunden lang wollen sie sich heute ihrem Spiel widmen. Wer gewinne, sei dann nach dem zweiten Bier gar nicht mehr so wichtig. (Clemens Dörrenberg)

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