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Frankfurt

Ein digitaler Museumstag

Beim Internationalen Museumstag gab es zahlreiche digitale Entdeckungstouren. Sechs Häuser aus Frankfurt haben sich beteiligt.

Zwei Mal schon wollte Friedrich Raad mit seinem Schattenspiel-Theater im Frankfurter Goethe-Haus auftreten. Doch beide Male musste die Vorführung coronabedingt ausfallen. Deshalb waren Raad, Puppenspieler Dimitri Lermann und ihre beweglichen Scherenschnitt-Figuren beim Internationalen Museumstag nur virtuell zu sehen – wie die meisten anderen der mehr als 1500 deutschlandweiten Veranstaltungen.

Der Museumstag fand am Sonntag bereits zum 44. Mal statt. Ziel des Aktionstages ist es, auf die Vielfalt der mehr als 6500 Museen in Deutschland sowie der Museen weltweit aufmerksam zu machen. Das Motto lautete: „Museen inspirieren die Zukunft“. Mehr als 700 Häuser beteiligten sich mit meist digitalen Angeboten auf www.museumstag.de. Da gab es 360-Grad-Rundgänge, Hörspiele, Rätsel, digitale Führungen und Einblicke in Online-Kunstsammlungen und Archive.

In Frankfurt machten sechs Museen mit insgesamt 15 digitalen Angeboten mit. Dazu gehörten neben dem Goethe-Haus das Bibelhaus, das Senckenbergmuseum, das Museum Giersch, das Museum für Kommunikation sowie die Goldkammer. So bot das Senckenbergmuseum eine virtuelle Live-Führung durch die Ausstellung des Hauses an. Das Bibelhaus bot zahlreiche Youtube-Videos und Audio-Hörspiele an, in denen man etwas über die Heilige Schrift, Münzen, Weihrauch und Nardenöl lernte. Auch die Goldkammer präsentierte sich mit verschiedenen Videos.

Das Museum für Kommunikation hielt neben einem virtuellen Rundgang durch die Ausstellung „Back to Future – Technikvision zwischen Fiktion und Realität“ eine virtuelle Ausstellung mit von Kindern gebauten Schrott-Robotern.

Eine kleine virtuelle Ausstellung gab es ebenfalls beim Museum Giersch zu sehen, eine Bilderreise in die 1920er-Jahre. Dahinter verbargen sich ausgewählte Fotografien der Frankfurter Schwestern Nini und Carry Hess. Und dann gab es da eben noch die Schattenspieler Friedrich Raad und Dimitri Lermann vom „Theater der Dämmerung“.

In einer Live-Videokonferenz gewährten die beiden Männer einen Blick hinter die Kulissen ihrer Arbeit und zeigten einen Ausschnitt aus dem Stück „Der Wolf und die sieben Geißlein“. Dabei ließen sie die Zicklein aus schwarzer Pappe durch liebevoll gestaltete Landschaften tollen und Purzelbäume schlagen, während der riesige, grimmig dreinschauende Wolf sie jagte.

Schon mit fünf Jahren war Raad das erste Mal in Berührung mit einem Schattentheater gekommen, erzählte der Schauspieler. „Ich war von Anfang bis Ende gebannt“, so Raad. 1993 gründete er dann sein Theater. „Das ist für mich Beruf und Berufung.“ Er tritt mit seinen Figuren in Schulen und Kindergärten auf, führt Klassiker wie Goethes „Faust“, aber auch Märchen vor.

Ob er die alten Geschichten nicht langsam satt habe? „Nein“, erzählte der Theatermacher. In den Geschichten gehe es stets um den Kampf zwischen Gut und Böse, einen Kampf, der täglich auch in seinem Inneren stattfinde. „Ich kenne die Gefräßigkeit, die Faulheit und Schadenfreude des Wolfes ebenso wie die Freundlichkeit und Unschuld des Rotkäppchens“, sagte Raad. Und so gibt der gebürtige Augsburger die Hoffnung nicht auf, im kommenden Jahr beim 45. Internationalen Museumstag im Goethe-Haus in Frankfurt die Schatten tanzen zu lassen.

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