1. Startseite
  2. Frankfurt

Ein Bierkasten voller Musik aus Frankfurt

Erstellt:

Von: Thomas Stillbauer

Kommentare

Schwarz-weiß wie Schnee: Tankard-Sänger Gerre am 19. Mai 2018 in Berlin. Legendärisch.
Schwarz-weiß wie Schnee: Tankard-Sänger Gerre am 19. Mai 2018 in Berlin. Legendärisch. © dpa

Die Metal-Band Tankard feiert den Abschluss ihres Jubiläumsjahres in der Batschkapp. Die Rekorde purzelten wie nie zuvor.

Bisschen was Schönes gefällig in diesen trüben Zeiten? Bisschen was Aufmunterndes? Etwas, das nicht schlechter, sondern immer besser wird? Bitte sehr: Die Frankfurter Metal-Band Tankard ist in diesem Jahr 40 geworden – und hat die beste Charts-Platzierung ihrer Karriere erreicht. Das ist aber längst nicht alles, was dem Quartett 2022 Gutes begegnet ist. Am 30. Dezember beenden die Vier ihr Jubiläumsjahr mit einem Gig in der Batschkapp.

„Es ist für uns ein sensationelles Jahr“, sagt Andreas Geremia, weltweit besser bekannt unter dem Namen Gerre. „Es ging schon damit los, dass eine Vinyl-Box kam als Jubiläumsgeschenk.“ Die Plattenfirma BMG packte für „For A Thousand Beers“ sieben Tankard-Alben, eine DVD und ein Buch mit Meilensteinen der Bandgeschichte zusammen – verpackt in einem Bierkasten. Stilecht für eine Band, deren Name auf Deutsch „Bierhumpen“ bedeutet. Das Paket zischte auf Platz 13 der deutschen Hitparade.

Aber das blieb nicht der Gipfel. Im September erschien „Pavlov’s Dawgs“ (Pavlovs Kumpel), das 18. Tankard-Studioalbum, und schaffte es erstmals in die Top Ten. Am Ende landete es an Nummer 8 – „einen Platz hinter Roland Kaiser“, sagt Gerre, „an dem kommt halt keiner vorbei“.

Tankard ist ein Phänomen weit über die Frankfurter Stadtgrenzen hinaus. Die Band spielt seit Jahrzehnten Konzerte vor riesigen Menschenmengen beispielsweise in Südamerika, sie hat tatsächlich eine treue Anhängerschaft an vielen Orten der Welt – und selbst unter Leuten, die man normalerweise nicht mit Heavy Metal in Verbindung bringt. Das führte dazu, dass die Combo sich im April im Senckenberg-Museum wiederfand, wo feierlich ein ganz anderes Urgestein nach ihr benannt wurde: Ophiura tankardi, ein 30 Millionen altes Schlangensternfossil. Wie das? Die Entdecker der ausgestorbenen Art waren schlicht Tankard-Fans.

Als die FR vor zehn Jahren über den 30. Geburtstag der Band berichtete, sagte Gerre: „Jetzt ist Halbzeit.“ Dann also von jetzt an weitere 20? „Ich sage bei jedem Jubiläum, jetzt ist Halbzeit“, sagt der Mann mit der (für Mitte 50) ganz erstaunlichen Mähne und lacht. „Aber im Ernst, wir sind ganz gut zugebucht mit Konzerten, und es fehlen noch etliche Länder, etliche Ziele auf der Landkarte.“ Israel etwa, China, Indien, die afrikanischen Staaten.

Das Berliner Olympiastadion hat Tankard allerdings schon drei Mal gerockt. „Und beim dritten Mal hat es endlich geklappt mit dem Pokal für die Eintracht“, sagt Gerre. Zum Vierzigsten kam sogar der Gewinn der Europa League dazu. Anlass genug für die Band, ihr Lied „Schwarz-weiß wie Schnee“ umzutexten und neu zu veröffentlichen: Statt „Wir holen den DFB-Pokal“ heißt es jetzt: „Wir haben den U-Uefa-Cup“.

Top wie die Eintracht

Ob die Eintracht auch Deutscher Meister wird – so geht zumindest der Text weiter –, das will Tankard erst mal dahingestellt lassen. „Immer schön auf dem Teppich bleiben“, sagt Gerre, „auch nach dem Europapokalsieg. Und nach Platz 8 in den Charts.“ Gegen Neapel sei aber was drin für die Eintracht, im Achtelfinale der Champions League.

Das Konzert in der Batschkapp am 30. Dezember soll ein tolles Tankard-Jubiläumsjahr abrunden. „Den Kuchen bringen die Fans mit“, sagt Gerre und lacht wieder. Bleibt die Frage, wie er das eigentlich macht mit diesen langen dunklen Haaren. Ein Geheimrezept? „Glück gehabt.“

Eintrittskarten fürs Konzert am 30. Dezember unter batschkapp.tickets.de

Auch interessant

Kommentare