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Rainer Weiss mit OB Peter Feldmann.

Frankfurt

Ehrenplakette für Rainer Weiss

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Wie Boris Becker dem Lektor Frankfurt liebenswürdig machte

Ein bisschen hat auch Boris Becker seinen Anteil daran, dass Rainer Weiss am Freitag die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt erhalten hat. Wie der Jubilar in seiner launigen Rede verriet, war die Beziehung zwischen dem gebürtigen Karlsruher und Frankfurt keine Liebe auf den ersten Blick. „Als ich am 31. März 1985 nach Frankfurt kam, konnte ich nicht ahnen, dass diese Stadt meine Stadt werden würde“, hob Weiss an. An seinem ersten Abend sei er durch Alt-Bornheim geirrt auf der Suche nach einer ihm genehmen Kneipe und wurde nicht fündig. In den folgenden Wochen habe er „Dutzende Male zurückgewollt nach München“.

Sein Erweckungserlebnis hatte er dann am 7. Juli 1985, als der junge Boris Becker in Wimbledon reüssierte. „Ein badisches Geschöpf, wie ich“, erinnert sich Weiss beseelt und schritt aus ins sommerliche Bornheim. „Ich trank Apfelwein, der mir plötzlich zu schmecken begann und die Menschen waren meine Brüder und Schwestern“, so Weiss.

34 Jahre später hat der Lektor und Verleger viele Brüder und Schwestern in der Stadt, wovon der gut gefüllte Kaisersaal zeugt.

Weiss, der einst vom bekennenden Frankfurter Siegfried Unseld nach Frankfurt zum Suhrkamp-Verlag gelockt wurde, machte sich um den Verlag in verschiedenen Funktionen verdient und gründete 2008 einen eigenen Verlag und 2012 mit dem FC Gudesding auch einen eigenen Fußball-Verein, der all das verkörpert, was auch den 70-Jährigen selbst ausmacht. „Er ist ein liebenswerter und leidenschaftlicher Mensch“, formulierte es OB Peter Feldmann kurz vor der Verleihung der Ehrenplakette. Zu seinen Leidenschaften zählt neben Büchern, denen er als freiberuflicher Lektor für den Westend-Verlag noch immer verbunden ist, auch die Eintracht.

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