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Ehrengrab von Harry Buckwitz ist verlaubt

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Von: George Grodensky

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Etwas versteckt: die letzte Ruhestätte von Harry Buckwitz auf dem Oberräder Waldfriedhof.
Etwas versteckt: die letzte Ruhestätte von Harry Buckwitz auf dem Oberräder Waldfriedhof. Renate Hoyer © Renate Hoyer

Besucherin ist besorgt über die Ruhestätte des ehemaligen Intendanten der Städtischen Bühnen auf dem Waldfriedhof in Oberrad. 221 Ehrengräber gibt es in der Stadt, Pflegepatenschaften sind möglich.

Das Unkraut ist ihr ein Dorn im Auge. Wenn Susanne Glauber das Familiengrab auf dem Waldfriedhof in Oberrad besucht, kommt sie auch an der Grabstätte von Harry Buckwitz und seiner Frau Nuri vorbei. Dieser Tage jährt sich der 35. Todestag. Buckwitz war in den 1950ern Generalintendant an den Städtischen Bühnen und dabei prägend für Stadt und Theater. Darum ist er in einem Ehrengrab bestattet. Wenn Susanne Glaubers Blick allerdings auf das rote Schildchen fällt, wird sie sauer. Sie findet, das Grab sei ungepflegt, das werfe ein schlechtes Licht auf die Stadt.

„Das Ehrengrab von Herrn Buckwitz befindet sich in der privaten Pflege und wird daher nicht vom Grünflächenamt gepflegt“, sagt dazu das Amt auf Anfrage. Wegen Beschwerden bei der Friedhofsverwaltung werde jedoch „im Laufe dieser Woche das Laub entfernt“. Im Normalfall pflegen die jeweiligen Friedhofsbezirke die städtischen Ehrengräber. In besonderen Fällen übernehmen das Angehörige, wie bei Harry Buckwitz, oder Pflegepatinnen und -paten.

Harry Buckwitz wurde 1904 in München geboren. Gestorben ist der Schauspieler, Regisseur und Intendant 1987 in Zürich. Auf eigenen Wunsch ist er in Frankfurt bestattet. „Theater soll aufklären und bilden“, hat er einmal im Interview gesagt. Es sei ein Forum für die „uns alle bewegenden Fragen“. Entsprechend hat er inszeniert. Viel von Bertolt Brecht, aber auch Stücke von zeitgenössischen Autoren wie Friedrich Dürrenmatt, Max Frisch, Arthur Miller oder Tennessee Williams.

Prägend sind seine Anregungen beim Bau des Schauspielhauses: ohne Logen und Galerie, alle sitzen im gleichen Raum. So folgt das Gesicht des Zuschauerraums der Idee der klassenlosen Gesellschaft.

Grabpaten

221 Ehrengrabstätten gibt es auf den Frankfurter Friedhöfen. Die jeweiligen Friedhofsbezirke übernehmen die Pflege. Bei manchen alten Grabstätten mit einzigartigen Grabmalen allerdings nicht. Die öffentlichen Mittel sind begrenzt. Für beides, Ehrengrab oder Stätte mit historischem Charme, sind Patenschaften möglich. sky

Kontakt zum Amt ist möglich per Telefon 069 / 21 23 62 93 oder Mail: team-grabmal@stadt-frankfurt.de

221 Ehrengräber gibt es auf Frankfurter Friedhöfen. Sie sind mit einem roten Steckschild gekennzeichnet. Außerdem in drei Gruppen aufgeteilt. Da wären die erhaltenswerten Grabstätten von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus der jüngeren Vergangenheit. Ihre Ruhe ist zeitlich begrenzt, nach Ablauf der Frist entscheidet die Stadt über den weiteren Verbleib des Grabes.

Anders ist das bei den Grabstätten, die Orte der lebendigen Erinnerung sein sollen, sie werden dauerhaft erhalten. Die dritte Kategorie sind die Grabstätten von wichtigen Persönlichkeiten, deren letzte Ruhestätten denkmalähnlichen Charakter haben. Auch sie sind dauerhaft zu erhalten. In allen drei Fällen kann die Pflege von Angehörigen, Patinnen und Paten oder Initiativen übernommen werden.

Patin oder Pate entscheiden, welchen Aufwand und welche finanziellen Mittel sie einbringen möchten. Auch bei der Pflege des Steins. Manchmal reicht der Einsatz einer Wurzelbürste aus, mal tut es eine fünfstellige Summe für die Restauration.

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