+
Kurrator Rolf Anthes hat Werke des Frankfurter Künstlers Wilhelm Runze gesammelt.

Sossenheim

Zu Ehren eines lokalen Künstlers

  • schließen

Obwohl Wilhelm Runze im Frankfurter Stadtteil Sossenheim lebte und starb, ist er nur wenig bekannt. Eine Ausstellung in der Filiale der Volksbank soll sein künstlerisches Werken nun abbilden.

Er portraitierte die ehemaligen Frankfurter Oberbürgermeister Ludwig Landmann sowie Walter Kolb und er malte die Schirn-Kunsthalle. Auch Schriftsteller Adolf Stoltze entging nicht seinem Pinselstrich. Bekannt ist der Künstler F. Wilhelm Runze dagegen wenigen, obwohl er in Frankfurt, genauer gesagt in Sossenheim begraben liegt.

Seit mehreren Jahren kümmert sich der Sossenheimer Kultur- und Förderkreis (Kufö) um das Grab des Malers, der von 1887 bis 1972 lebte und seine letzten Jahre in dem westlichen Quartier verbracht hatte. Zum 20-jährigen Bestehen des Kultur- und Förderkreises erinnert der Verein an das Werk Runzes und hat dafür über Zeitungsannoncen sechs Kunstsammler aus der Umgebung gewinnen können. Sie stellen 16 Ölgemälde sowie mehrere Skizzen und Zeichnungen des Künstlers zur Verfügung, darunter Malerei vom Dorf- und Landleben sowie Portraits, unter anderem von Soldaten.

Einer von ihnen ist Rolf Anthes, der die Ausstellung auch kuratiert. „Es gibt keinerlei Hefte oder Broschüren über den Maler Runze, dabei war er überregional gut und hatte eine enorme Qualität“, sagt der 74-jährige Liederbacher. Runze galt zunächst als Anhänger der Romantik und später als Expressionist. Er war Schüler von Wilhelm Amandus Beer am Frankfurter Städel. Daneben studierte er an der Münchner Akademie der Bildenden Künste sowie an der Akademie Colarossi in Paris und wurde zum Kreis um den französischen Maler Marc Chagall gezählt.

Neben Kunstausstellungen organisiert der Kufö seit 17 Jahren den „Sossenheimer Musiksommer“ auf dem Kirchberg sowie Theater-Aufführungen. Im November gastiert beispielsweise das Hamburger Ohnsorg-Theater im Volkshaus. Unter dem Titel „Kinder-Kultur“ lädt der Verein lokale Künstler in Sossenheimer Schulen ein, die mit den Schülern Kunstprojekte durchführen.

Ein Höhepunkt ist das Neujahrskonzert im Volkshaus, bei dem schon die Jungen Tenöre und die Opern-Solistin Anna Maria Kaufmann aufgetreten sind. Mit rund 600 Gästen sei es regelmäßig ausverkauft, berichtet Schriftführerin Rosemarie Holste. „Von der Organisation über den Bühnenaufbau und die Bewirtung machen wir alles selber“, sagt die zweite stellvertretende Vorsitzende Bärbel Schui.

Etwa 300 Mitglieder zählt der Verein und kann sich bei seinen Veranstaltungen häufig über Helfer freuen. Die werden auch im kommenden Jahr gebraucht werden, wenn Mitte August die 800 Jahr-Feier des Stadtteils ansteht, bei der die Mitglieder des Kufö tatkräftig mitwirken wollen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare