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Was auf dem 13000 Quadratmeter großen Areal entstehen könnte, ist noch unklar.

Frankfurt

Ehemaliges Teves-Gelände wird freigeräumt

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Bevor die Industriebrache im Gallus genutzt werden kann, müssen jedoch Altlasten entfernt werden. Baudezernent Schneider kann sich Wohnungen, Gewerbe oder Schule vorstellen.

Bagger arbeiten, Haufen von Schutt und Geröll türmen sich auf dem ehemaligen Teves-Gelände an der Rebstöcker Straße im Gallus. Seit einigen Wochen wird auf der rund 13 000 Quadratmeter großen Fläche gearbeitet. In den kommenden Monaten würden die leerstehenden Hallen auf dem früheren Werksgelände abgetragen, sagt Baudezernent Jan Schneider (CDU) am Donnerstag vor Ort. Noch kann er nicht sagen, was dort entsteht. Das liegt an den Altlasten. Denn die Industrie, die bis in die 1990er Jahre auf dem Areal ansässig war, hat ihre Spuren hinterlassen.

Erst wenn die Ergebnisse der Untersuchung vorliegen, könne man sich überlegen, wie das Gelände genutzt wird, so Schneider. Die Stadt will das Grundstück, das sie 1967 erworben hat, wieder nutzbar machen. Platz für Wohnungen und Schulen und auch für Gewerbe fehlten. „Wir haben aber im wachsenden Stadtteil Gallus großen Bedarf an Entwicklungsflächen.“

Das Projekt sei nicht einfach, sagt Schneider. Mitte 2020 könnten die Abbrucharbeiten abgeschlossen sein, sie kosten rund 2,4 Millionen Euro. Bohrungen sollen zeigen, ob etwa Chlorkohlenwasserstoffe im Boden zu finden sind. Die Gebäude abzureißen sei sehr aufwendig, da auch schadstoffhaltige Bauteile zu entsorgen und einige Dächer bereits eingestürzt sind. Schneider hofft, Ende des kommenden Jahres den Sanierungsbeschluss zu erhalten, wie er sagt. Bei den Arbeiten werde man sensibel vorgehen, ergänzt er. Die Bewohner, aber auch benachbarte Rechenzentren sollten nicht gestört werden.

Die ehemalige Werksstraße soll zu einer öffentlichen Straße werden, über die das geplante Wohngebiet auf dem ehemaligen Avaya-Gelände westlich des Bahndamms von der Rebstöcker Straße aus erschlossen wird.

Bevor es losgeht, müssen auch Mauereidechsen umgesiedelt werden. Ein Reptilienzaun, der bereits aufgestellt wurde, soll verhindern, dass sie das Areal weiter besiedeln, sagt Markus Dietz vom Institut für Tierökologie. Man versuche, sie dann Richtung Bahndamm zu leiten, damit sie sich weiter verteilen.

Lange lag das Areal brach, auf dem sich in den 30er Jahren die Alfred Teves GmbH angesiedelt hatte. Die Firma produzierte Autoteile, etwa hydraulische Bremsen. Die amerikanische Firma ITT Industries kaufte das Unternehmen 1967. Ende der 90er wurde die Gruppe von Continental übernommen. Der Konzern ist nun zuständig für die Entfernung der Altlasten.

Auf dem westlichen Teil des Geländes gab es ab 2005 ein soziokulturelle Zentrum, das als Teil des Projekts „Soziale Stadt“ entwickelt wurde. Die Gebäude im östlichen Teil waren zum Teil vermietet, mussten dann aber aus Sicherheitsgründen gesperrt werden.

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