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Die Kinder der Kita Friedenau freuen sich über die Eröffnung, oder über Looping Louie. C. Boeckheler

Zeilsheim

Effizient kindgerecht

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Der Evangelische r Regionalverband eröffnet zwei neu gebaute Modul-Kitas nach dem Entwurf von Ferdinand Heide. 2,7 Millionen Euro kosten die Bauten jeweils.

Die evangelische Kirche ist der größte Arbeitgeber in Zeilsheim. 46 Mitarbeiter sind dort beschäftigt, berichtet Erwin Steinke, Vorsitzender des Kirchenvorstands. 14 pädagogische Fachkräfte arbeiten etwa in der Kita Friedenau an der Lenzenbergstraße, hinter dem Gemeindezentrum. Am Montag hat die Kirche die Einrichtung offiziell eröffnet, zusammen mit der Kita Taunusblick an der Rombergstraße.

Beide Einrichtungen sind bereits in Betrieb, der Regionalverband hat sich Zeit gelassen mit der Eröffnung. Die Häuser haben Unternehmen in Modulbauweise errichtet, die der Regionalverband mit dem Architekten Ferdinand Heide entwickelt hat. Die Modulbauweise scheint ein Erfolgsmodell zu sein. Derzeit plant der Verband bereits die neunte Modulkita. Auch die Stadt Frankfurt hat sich des Modells bedient und sechs Einrichtungen geschaffen.

„Die Effizienz liegt darin, dass man nicht immer von vorne anfängt und versucht, das Rad neu zu erfinden“, sagt Architekt Heide. Kirche oder Stadt können so schneller und wirtschaftlicher bauen. „Viele Dinge sind gleich in Kitas“, sagt Heide. Es gelte eben, das ähnliche Raumprogramm auf verschiedenen Grundstücken zu realisieren.

Die Kita Friedenau an der Lenzenbergstraße von außen.

Rund 2,7 Millionen Euro hat jede der beiden neuen Kitas gekostet. Hätte der Regionalverband neu geplant und nicht auf die Modulbauweise zurückgegriffen, wären die Kosten „mindestens 30 Prozent höher“, sagt Heide. Rund zwei Millionen Euro zahlt die Stadt pro Bau, 160 000 Euro gibt der Bund, den Rest zahlt der Regionalverband.

Beide Neubauten sind zweigeschossig, bieten etwa 852 Quadratmeter Nutzfläche. Sie sind nicht unterkellert, haben Fußbodenheizung, auf dem Dach eine Photovoltaikanlage. Ein Aufzug macht sie barrierefrei, ums Obergeschoss rankt sich ein Fluchtbalkon. Essen bekommen die Kinder aus eigener Küche.

Die Neubauten bieten Platz für je vier Gruppen. In der Kita Friedenau an der Lenzenbergstraße kommen 63 Kinder ab drei Jahren und elf zwischen einem und drei Jahren unter. Sie nutzen ein schmuckes Außengelände, das in den Garten des benachbarten Gemeindezentrums übergeht. Der Bau ist Ersatz für den Kindergarten am Kellerskopfweg 31. Dort steht das Gebäude nun leer, das Areal soll anderweitig vermarktet werden. Das neue Gebäude steht auf dem Grundstück des ehemaligen Pfarrhauses.

Die Kinder der Kita Friedenau haben Spaß zu posieren.

Die neue Kita Taunusblick an der Rombergstraße ersetzt das alte Gebäude an gleicher Stelle. Die Kinder waren für die Zeit des Baus in eine Containeranlage auf der benachbarten Grünanlage ausgelagert. 42 Kinder ab drei Jahren kommen dort unter, 22 jüngere. Die Grünfläche steht der Allgemeinheit nun wieder zur Verfügung.

Die Nachbarschaft der Kita Friedenau mit dem Gemeindezentrum hebt Pfarrer Ulrich Matthei hervor. Als christliche Gemeinschaft solle die Kita „Gottes Liebe an unsere Nächsten weitergeben“, sagt er. Zwar stehe man unter dem Zeichen des Kreuzes, wolle aber jeden Menschen „als ein Abbild Gottes“ annehmen. Seine Ausführungen unterstreicht der Pfarrer, in dem er den Kitaleiterinnen je ein Holzkreuz überreicht. Aber kleinere „als im bayrischen Wahlkampf“ üblich, sagt er feixend.

Auch Prodekan Holger Kamlah vom Stadtdekanat verweist auf den christlichen Auftrag der Einrichtungen. Trotz christlicher Prägung sei es aber wichtig, religionssensibel zu bleiben. Was bedeutet, dass sich alle Kinder willkommen fühlen sollen, ungeachtet von Herkunft oder Religion. Dennoch sollen sie eines lernen: „Es gibt auf dieser Welt mehr als man sehen und anfassen kann“, sagt Kamlah.

Ganz profan bewertet die Neubauten Albrecht Fribolin, der für die CDU im Ortsbeirat 6 sitzt. Wichtig für den Stadtteil seien die. „Gerade wenn man bedenkt, was in den vergangenen Jahren alles versäumt worden ist.“

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