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Frankfurt

Edle Kollektion

Albrecht Ollendiek kreiert besondere Stücke mit ausgefallenen Details, die er in seiner Boutique verkauft

Nicht viele dürften sich in die kleine Boutique verirren, die zwischen der Schirn und dem Mainufer in der Saalgasse liegt. In den deckenhohen Schaufenstern stehen zwei Schaufensterpuppen, die Röcke und Blusen aus ausgefallenen Materialien mit üppigen Mustern tragen. Die Tür ist offen, allerdings nicht für Laufkundschaft. Hier ist nicht erst seit der Corona-Pandemie Einkaufen nur mit Termin möglich.

Seit über 25 Jahren führt Designer Albrecht Ollendiek die Boutique in der Saalgasse, die seinen Namen trägt. Der Modemacher kauft seine Stoffe zweimal im Jahr auf Messen in Paris. Die Stoffe werden dann in Italien und Frankreich exklusiv für ihn gewebt und bedruckt. Die Stickereien, die auf vielen Teilen zu finden sind, kommen ebenfalls aus Frankreich.

Der Designer entwirft anspruchsvolle Mode, die die Bezeichnung „Haute Couture“ mit Recht tragen dürfte. Stolz präsentiert Ollendiek, der auch an heißen Sommertagen Jeans mit weißem Hemd und Krawatte trägt, seine Kollektion für den Sommer. Subtile Farben, Leinen und exotisches Leder kommen zum Einsatz. Auch eine eigene Handtaschenkollektion verkauft Ollendiek. Manches maßgeschneiderte Teil dürfte so viel kosten wie ein gebrauchter Kleinwagen.

Er spricht von „Liebhaberstücken“, die auf den ersten Blick simpel und schlicht erscheinen sollen. Schaut man genauer hin, erblickt man Details an Kragen und Ärmeln oder etwa den Kunstdruck eines alten Gemäldes auf der Innenseite eines langen Mantels. „Die Kundinnen sollen auch nach dem fünften Tragen etwas Neues an ihrem Kleidungsstück entdecken“, sagt Ollendiek. Seine Kollektion umfasst Stücke, die aufeinander aufbauen und entsprechend miteinander kombiniert werden können. „Nachhaltigkeit lebe ich in meiner Boutique schon lange. Das Ziel ist, dass die Kundinnen die Teile auch mehrere Saisons hintereinander tragen und mit neuen Modellen ergänzen können.“

Seine Kundinnen kämen von allen fünf Kontinenten, wie er sagt. In der Pandemie hat der Designer per Videochat den Kontakt gehalten und seine Kleidung in die ganze Welt verschickt. Er kennt seine Kundinnen persönlich und liebt die Gespräche in seiner Boutique, wenn sie zu ihrem privaten Shoppingtermin vorbeikommen. „Getratscht wird hier allerdings nicht. Ich habe kein Friseur-Verhältnis zu meinen Kundinnen.“ Auf klassische Farb- und Stilberatung verzichtet der Designer bewusst, vielmehr geht es ihm um ein Wohlgefühl in seinen Kleidungsstücken, das er seinen Kundinnen vermitteln möchte. „Man sieht sofort, wer welches Kleidungsstück in einer Boutique aufgeschwatzt bekommen hat. Da wird erst der Piccolo getrunken und dann glüht die Kreditkarte.“

Dass Mode mehr ist als nur Trendfarben und Rocklänge, ist Ollendiek wichtig. „Mode ist für mich eingebettet in Bildung und Kunst.“ Er kritisiert die aktuellen Entwicklungen in der Branche. „Stil hat nichts damit zu tun, Shirts und Taschen mit den Namen großer Marken und berühmter Designer zu tragen. Das ist nicht mehr als Marketing, mit dem sich leider sehr viel Geld verdienen lässt.“

In der Boutique in der Saalgasse werde hingegen Mode für „selbstbewusste und unabhängige Frauen“ gemacht, es gehe um Kleidung mit Persönlichkeit. Ollendiek möchte seine Kundinnen dabei unterstützen. „Hier kaufen die Frauen für sich und ihren eigenen Geschmack ein und nicht für das Auge der besten Freundin, der es am Ende gefallen soll.“ Für den Designer ist klar: „Mode lebt von neuen Möglichkeiten und dem Überschreiten von Grenzen.“

Albrecht Ollendiek dürfte aus der Reihe fallen und dabei auch anecken. „Paris, Mailand, New York. Frankfurt gehört für mich zwar nicht in die Reihe der Modemetropolen.“ Gespannt blicke er trotzdem auf die Fashion Week in Frankfurt. Denn er finde, „dass Frankfurt über ausgezeichnete Museen, Galerien und Kulturveranstaltungen verfügt. Das dürfte doch reichen für eine erfolgreiche Fashion Week, die der Stadt sicherlich gut stehen wird. Oder?“

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