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Über 80 Säcke mit Müll gefüllt

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Frankfurt am Main, 20.01.2023, Stadtteil Eckenheim, Grünzug am Ami-Spielplatz, Aufräum- und Müllsammelaktion der Bürgerinitiative. (c) FOTO: Rainer Rüffer (Rueffer)
Frankfurt am Main, 20.01.2023, Stadtteil Eckenheim, Grünzug am Ami-Spielplatz, Aufräum- und Müllsammelaktion der Bürgerinitiative. (c) FOTO: Rainer Rüffer (Rueffer) © Rainer Rüffer

Eckenheim Große Sammelaktion in der Stadtwildnis bringt allerlei Unrat zutage.

Es ist kalt. Auch wenn die Sonne auf den Restschnee blinzelt, der auf der sogenannten Stadtwildnis Eckenheimer Grünzug liegt. Trotzdem machen sich am Samstagmorgen rund 40 Mitglieder der Bürgerinitiative Grünzug und Nachbarn auf den Weg, um das Areal um den Ami-Spielplatz der früheren Gibbs-Siedlung von Müll zu befreien.

„Uns geht es hier darum, ein für die Biodiversität wichtiges Stück Stadtwildnis zu erhalten“, sagt Susanne Weyrich-Fischer und staunt über einen ganz besonders seltsamen Fund: Ein schwerer, barock anmutender Fuß, der einmal zu einem stattlichen Wohnzimmertisch gehört haben mag. „Ja, man findet seltene Antiquitäten“, schmunzelt BI-Mitglied Lioba Müller. Wie bei solchen Aktionen üblich, stellt die FES Handschuhe, Greifzangen und Abfalltüten.

Gut drei Stunden später braucht die Helfergruppe eine Pause: Nicht weniger als 80 Säcke mit Abfall jeglicher Art hat sie schon zusammengetragen: Plastikmüll und Möbelteile, giftige Lacke und alte Autobatterien.

„Wir haben hier aber auch etlichen Sperrmüll, von Gartenstühlen und großen Möbeln über Planen bis zu Wellblechdächern“, stellt Günter Tatara fest: Denn auf dem zu reinigenden Gelände befand sich früher auch eine Kleingartenanlage, die vor rund sieben Jahren für die Zukunft des Grünzugs aufgegeben wurde. „Große und sperrige Teile müssen wir zum Müllplatz an der Gederner Straße 32 tragen, wo sie abgeholt werden“, so BI-Sprecherin Manuela Latsch.

Die rund sechsstündige Aufräumaktion ist nur ein Mosaikstein für die Zukunft der gesamten Grünfläche, die seit einem knappen Jahr natur- und wildnisnah umgestaltet, aber teilweise auch für den Rad- und Fußverkehr besser erschlossen werden soll. Doch einige Maßnahmen im ersten Bauabschnitt stießen auf Protest, so dass die Arbeiten im Herbst vorerst gestoppt wurden. Es geht nun vor allem um das Gebiet zwischen Feldscheidenstraße, Gederner Straße und Gießener Straße, Ami-Spielplatz und U-Bahn-Station Theobald-Ziegler-Straße. Der dortige Grünzug ist seit Jahren verwildert, viele Wege unbeleuchtet.

Einige Anwohner kritisieren, durch den Um- und Neubau von Fuß- und Radwegen werde unnötige Grünfläche versiegelt. So seien etwa neue Schulwege für Kinder aus der Feuerwehrstraße unnötig, da sie auch die Schotterwege gut benutzen könnten. Daher hatte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) im September zugestimmt, gemeinsam mit der Initiative, dem Ortsbeirat und den Fachämtern eine neue Konzeption zu entwickeln.

Nun arbeitet die BI an einem nachhaltigen Konzept zur weiteren Entwicklung des Grünzugs, das sie an einem Runden Tisch mit Ortsbeirat, Ämtern und weiteren Beteiligten abstimmen will. Weitere Treffen der BI sind Mitte bis Ende Februar vorgesehen.

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