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Teddys helfen in der Not

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Von: Kiki Bruder

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Die Rettungsteddys bringen Kinder sogar in schwierigen Situationen zum Lächeln.
Die Rettungsteddys bringen Kinder sogar in schwierigen Situationen zum Lächeln. © ROLF OESER

Ein Teddy kann Kinder trösten und Sicherheit vermitteln. Daher werden sie oft auch von Rettungsdiensten eingesetzt.

Ob Verkehrsunfall, Sturz von der Treppe oder Erkrankung eines Elternteils – ein Rettungsdiensteinsatz ist für Kinder häufig eine ungewohnte und verängstigende Situation. Helfen kann in diesem Fall ein Teddybär, der die Kleinen begleitet und tröstet.

Seit 2012 sorgt das Aktionskomitee Kind im Krankenhaus (AKIK) unter der Schirmherrschaft der Stiftung Giersch dafür, dass die Rettungsdienste in und um Frankfurt mit solchen Teddys ausgestattet sind. Am Freitag wurden 3744 Plüschtiere im Rettungsdienstzentrum in der Feuerwehrstraße übergeben. Eingesetzt werden sie von der Feuerwehr, der Polizei oder der Johanniter-Unfall-Hilfe.

„Der Teddy dient vor allem als Eisbrecher“, sagt Björn Gutzeit, Polizeivizepräsident von Frankfurt. Etwa Ende Juni, als ein Vater eines fünfjährigen Mädchens bei einem Verkehrsunfall auf der A5 Ende Juni schwer verletzt worden war. Das Kind, das sich mit im Auto befand, stand unter Schock und war leicht verletzt. Es konnte sich weder an sein Geburtsdatum noch an den Namen der Eltern erinnern. Die Ersthelferin zeigte dem Mädchen einen Rettungsteddy, gemeinsam gaben sie ihm den Namen „Brombeer“. Danach wurde das Kind ruhiger und begann, sich wieder an alles zu erinnern. Als es ins Krankenhaus gehen sollte, wollte sich das Mädchen erst nicht von der Ersthelferin trennen. Erneut half „Brombeer“, spendete Trost und Sicherheit, und trug schließlich dazu bei, es zu überzeugen.

„Der Rettungsteddy ist eine echte Erfolgsgeschichte“, lobt Gutzeit. „Früher haben wir einen Handschuh aufgeblasen und ein Gesicht draufgemalt. Mit dem Teddy schafft man es auch, in schwierigen Situationen den Kindern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.“

Die Feuerwehr Offenbach berichtet ebenfalls von einem Einsatz, bei dem der Teddy half. Eine Patientin war gestürzt und hatte starke Schmerzen. Ihre sechsjährige Tochter hatte große Angst um ihre Mutter. Die Rettungskräfte nutzten das Kuscheltier, um dem Mädchen zu erklären, welche Behandlungen bei ihrer Mutter notwendig waren. So konnten Mutter und Tochter die Sorgen genommen werden.

Nicht nur den Kindern spendet der Rettungsteddy Trost. „Ein Stück weit ist es auch ein Teddy für uns“, sagt Markus Röck, Amtsleiter der Branddirektion. „Mit bis zu 600 Einsätzen pro Tag kommen wir derzeit an unsere Grenzen.“ Dass das AKIK auf Eigeninitiative und ohne Auftrag der Stadt die Teddys zur Verfügung stelle, sei ein wichtiges Zeichen der Solidarität.

Der Verein arbeitet ehrenamtlich und betreut seit 1968 kranke Kinder im Krankenhaus, die nur wenig oder gar keinen Besuch bekommen. Dank der Zusammenarbeit mit der Stiftung Giersch kann der Verein die Rettungsdienste jährlich mit neuen Teddys versorgen.

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