Kinderbeauftragte Kira Schuler, Werner Krone vom Kinder- und Jugendhaus Eckenheim und Roland Borst, Lehrer an der Münzenberger Schule, fordern ein Quartiersmanagement für Eckenheim. Foto: Salome Roessler
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Kinderbeauftragte Kira Schuler, Werner Krone vom Kinder- und Jugendhaus Eckenheim und Roland Borst, Lehrer an der Münzenberger Schule, fordern ein Quartiersmanagement für Eckenheim. 

Eckenheim

Quartiersmanager soll die Eckenheimer vernetzen

Lange haben engagierte Akteure im Stadtteil darum gekämpft. Nun will die Stadt tatsächlich ein Quartiersmanagement ausschreiben. Stadtverordnete müssen noch das Geld freigeben.

Kinderbeauftragte Kira Schuler streckt die Fäuste zur Siegerpose aus. „Sozialdezernentin Birkenfeld hat mich angerufen und gesagt, dass Eckenheim ein Quartiersmanagement bekommt“, sagt sie und bedankt sich dann beim Ortsbeirat 10 für die Unterstützung auf dem langen Weg bis zu diesem Anruf.

Noch steht ein „Wenn“ vor der Zusage aus dem Sozialdezernat. Im März muss noch die Stadtverordnetenversammlung den nächsten Haushalt und damit das Budget für das Quartiersmanagement genehmigen. Wenn das geschieht, steht das Geld bereit, bestätigt Robert Standhaft, Büroleiter von Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU).

Aufgabe eines Quartiersmanagers ist es, das soziale Engagement im Stadtteil zu organisieren. „Das geht von Fragen der Sauberkeit bis zu Computerberatungen für Senioren, die der Quartiersmanager organisiert“, erklärt Ortsvorsteher Robert Lange (CDU). Das seien nur Beispiele. Jeder, der eine Idee hat, wie das Zusammenleben besser gestaltet werden könnte, finde bei einem Quartiersmanager Hilfe und Unterstützung.

Der Manager knüpft Kontakte oder sucht Räume, in denen sich etwa ein Spiele-Kreis treffen könnte. Da er die verschiedenen Hilfsangebote in der Stadt kennt, ist er Anlaufstelle für Menschen in Krisensituationen oder für jene, die anderen helfen möchte.

„Darum ist das Wichtigste, dass die Stelle eine engagierte Person übernimmt“, sagt Lange. Wer Quartiersmanager wird und wo er oder sie im Stadtteil zu finden sein wird, ist noch unklar – selbst unter der Voraussetzung, dass das Geld für das Quartiersmanagement genehmigt wird.

Auch wann die Stelle eingerichtet wird, kann das Dezernat nicht sagen. „Wir werden mit einer Ausschreibung einen Träger suchen“, sagt Büroleiter Standhaft. Dazu ist die Stadt nach EU-Recht verpflichtet. „Solche Ausschreibungen können ihre Tücken haben“, warnt er. „Daher könnte es eine Weile dauern.“

Lange hatten der Ortsbeirat und der Stadtteilarbeitskreis für ein Quartiersmanagement gestritten. Im Frühjahr 2017 stellte das Stadtteilgremium zum ersten Mal beim Magistrat einen entsprechenden Antrag. Ein Jahr später lehnte ihn die Stadt ab. Begründung: Das Geld dafür fehle. Die Notwendigkeit habe aber bestanden, erinnert Kinderbeauftragte Schuler. Das zeige das Sozialmonitoring der Stadt. Ungefähr die Hälfte der Eckenheimer im Alter zwischen 25 und 45 Jahren leben allein.

Ebenso sieht es bei den mehr als 65-Jährigen aus. Knapp ein Drittel davon ist alleinstehend. Sechs Prozent der Bevölkerung war 2015 arbeitslos. Fast jeder fünfte lebte von existenzsichernden Leistungen. Schuler spricht angesichts solcher Zahlen von einem hohen „Benachteiligungsindex“ in Eckenheim.

Damit dennoch alle Bürger am sozialen Leben teilhaben können, brauche der Stadtteilarbeitskreis Unterstützung. Er kümmere sich vor allem um Kinder und Jugendliche, sagt Schuler. Für Senioren fehlten hingegen Angebote. Trotzdem lehnte die Stadt 2019 einen weiteren Antrag des Ortsbeirats ab. Daraufhin sammelte der Stadtteilarbeitskreis im November Unterschriften. Offensichtlich mit Erfolg.

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