1. Startseite
  2. Frankfurt
  3. Eckenheim

Kritik an Leerstand in Eckenheim

Erstellt:

Von: Fabian Böker

Kommentare

SPD-Bundestagsabgeordneter stört sich an 28 freien Wohnungen in der Gederner Straße. Als Grund gelten unter anderem langwierige Sanierungen.

An der Gederner Straße stehen Wohnungen leer. Für Kaweh Mansoori, Bundestagsabgeordneter der SPD aus Frankfurt, ist das ein größeres Thema. Denn die betroffenen Wohnungen gehören der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) und damit dem Bund. Für ihn ist klar: „Der Bund muss eine Vorreiterrolle einnehmen, wenn es um die Vermeidung von Leerstand in Frankfurt geht.“

295 Wohnungen hat die Bima an der Gederner Straße in ihrem Bestand. 26 davon sollen laut Mansooris Informationen leer stehen, die Bima selbst konkretisiert die Zahl sogar auf 28. Sie habe sich aufgrund normaler Fluktuation noch etwas erhöht, teilte ein Sprecher der Bundesbehörde aus Bonn mit. Doch ob 26 oder 28: „Fast zehn Prozent Leerstand sind zu viel“, findet Mansoori. Die Bima erklärt den Leerstand vor allem mit einem „erheblichen Sanierungsstau“. Bereits im vergangenen Jahr habe sie „deshalb die Landesbauverwaltung mit notwendigen Sanierungen beauftragt“. Seitens der Landesbauverwaltung gebe es jedoch personelle Engpässe.

Die Erklärungen kennt Kaweh Mansoori. Aber sie reichen ihm nicht. „Bei dem Wohnungsdruck in der Region müssten staatliche Wohnungen schnell hergerichtet und wieder vermietet werden“, ist der SPD-Mann überzeugt. Und deswegen will er es auch nicht bei seiner Kritik belassen. Er will sich nun an Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) wenden, in dessen Zuständigkeit die Bima liegt. In einem offiziellen Schreiben möchte Mansoori die Herrichtung der Wohnungen sowie die schnelle Wiedervermietung anmahnen, teilt sein Büro mit.

Zumindest kurzfristig soll bereits etwas Besserung in Sicht sein. Zum einen sollen die Sanierungen beschleunigt werden, weshalb in Kürze ein Rahmenvertrag mit einem Ingenieurbüro geschlossen werde, so der Bima-Sprecher. „Mit den Planungen und den Arbeiten soll dann schnellstmöglich begonnen werden.“ Zum anderen werden drei Wohnungen bald über die Wohnungsfürsorge des Bundes zur Vermietung angeboten. Und bis Jahresende rechnet die Bima zudem damit, fünf weitere Wohnungen vermieten zu können, die derzeit saniert werden.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Bima in der Kritik steht. Bereits 2020 standen 32 Wohnungen am Frankfurter Berg leer. Davon wurden sieben wieder vermietet. Zwei Wohnungen stehen allerdings nach Auskunft der Bima aufgrund normaler Mieterfluktuation zwischenzeitlich wieder leer. „Aktuell stehen also 27 Wohnungen leer“, so der Sprecher, wovon fünf in Kürze wieder vermietet werden können. Die restlichen sollen mit Hilfe des Ingenieurbüros spätestens Ende kommenden Jahres vermietet werden.

Insgesamt verfügt die Bima in Frankfurt über rund 1150 Wohnungen, von denen aktuell 1065 vermietet sind. 85 stehen also leer, das sind etwa 7,4 Prozent. Zahlen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage der Bundestagsabgeordneten Caren Ley (Die Linke) zeigen zudem, dass bundesweit am Stichtag 31. März 2022 insgesamt 6455 der rund 38 000 Wohneinheiten im Bestand der Bima nicht genutzt wurden – rund 17 Prozent.

Auch interessant

Kommentare