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Kritik am Grünzug Feldscheidenstraße in Eckenheim

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Von: Fabian Böker

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Einige Anwohnerinnen und Anwohner der Feldscheidenstraße wollen in den Ortsbeirat kommen.
Einige Anwohnerinnen und Anwohner der Feldscheidenstraße wollen in den Ortsbeirat kommen. © Peter Jülich

Eine Bürgerinitiative kämpft gegen die Versiegelung der Fläche und schlägt einen Gemeinschaftsgarten vor. Dem ist die Stadt prinzipiell nicht abgeneigt.

Seit dieser Woche ist der erste Abschnitt des neu gestalteten Grünzugs Feldscheidenstraße in Eckenheim für die Öffentlichkeit zugänglich. Konkret wurde der beleuchtete Hauptweg, der unter anderem die Schulwegeverbindung zur Münzenbergerschule aus dem Wohngebiet an der Feuerwehrstraße ermöglichen soll, zum Schuljahresbeginn freigegeben. Die Bürgerinitiative, die die Art des Umbaus der Grünanlage kritisiert, will ihre Bedenken derweil in den Ortsbeirat 10 (Preungesheim, Eckenheim, Bonames, Berkersheim, Frankfurter Berg) tragen. Und sie kämpft weiter für einen Gemeinschaftsgarten als Alternative zum zweiten Bauabschnitt.

Ein Hauptkritikpunkt der Anwohner und Anwohnerinnen ist weiterhin die vermeintliche Versiegelung der Fläche durch den Wegebau. Dadurch sei „ein Netz nicht wasserdurchlässiger Beton- und Asphaltwege“ entstanden.

Das Grünflächenamt als zuständige Behörde weist diesen Vorwurf zurück. Zum einen seien „die neuen Wege für die Erschließung der Grünanlage sehr wichtig“, vor allem für Menschen mit Kinderwagen, Fahrrädern, Schulranzen, Rollern und Laufrädern, die in die umliegenden Kindergärten, Schulen, zum Hort, zum Einkaufen oder zur Arbeit wollen. Dieser hohen Frequenz werde Rechnung getragen mit Wegen, die haltbar und ganzjährig gut zu begehen sind.

Die neue Anzahl an Wegen und die dadurch versiegelte Fläche mögen „im Moment, im unfertigen Zustand, unverhältnismäßig groß erscheinen“, sagt Amtssprecherin Lena Berneburg, .Tatsächlich aber seien „lediglich etwa 16 Prozent der Gesamtfläche versiegelt. Das Oberflächenwasser läuft von den Wegen seitlich ab und steht den Vegetationsflächen wieder zur Verfügung.“

Ortsbeirat

Der Ortsbeirat 10 tagt am Dienstag, 13. September, ab 19.30 Uhr in der Gaststätte Zum Lemp, Berkersheimer Obergasse 12, in Berkersheim.

Die Initiative bemängelt laut ihrer Sprecherin Manuela Jatsch auch die „massiven Abholzungen des Grüngehölzes“. Dem widerspricht Lena Berneburg. Sie verweist auf eine Prüfung der Verkehrssicherheit des entstandenen Bewuchses, der unter anderem aus schnellwüchsigen Bäumen wie Pappeln, Birken, Robinien, Ahornbäumen und Weiden besteht. Dabei sei herausgekommen, dass „nicht verkehrssichere Bäume und bereits abgestorbene Bäume und Äste entfernt werden“ mussten.

Nachdem nun der erste Bauabschnitt weitestgehend abgeschlossen ist, steht der zweite rund um den Ami-Spielplatz an. Ein Termin für den Baubeginn steht nach Angaben der Stadt noch nicht fest, er werde aber nicht mehr in diesem Jahr erfolgen. Die Bürgerinitiative will um jeden Preis verhindern, dass dort noch mehr Gehölz vernichtet wird. Stattdessen schlägt sie eine konkrete Alternative vor. „Wir wollen dort einen Gemeinschaftsgarten errichten, der allen Anwohnern und Anwohnerinnen zur Verfügung steht“, erklärt Manuela Jatsch. Der Garten besteht sogar schon, eine Ecke wird regelmäßig von Jugendlichen genutzt, nun soll er erweitert werden. „Dort könnte gemeinsam Gemüse angebaut werden, man könnte AGs aus Schulen einladen und generell dafür sorgen, dass gerade Kinder die Umwelt besser kennenlernen.“

Einem Gemeinschaftsgarten stehe das Grünflächenamt nicht ablehnend gegenüber, so die Sprecherin. Die Idee sei im Juli 2022 über das Quartiersmanagement an das Amt herangetragen worden. Sie lasse sich „höchstwahrscheinlich in die Planung integrieren“. Allerdings sei kein genaues Konzept mit Art und Umfang der geplanten gärtnerischen Nutzung vorgelegt worden.

Über das Thema wird am 15. September gesprochen, wenn ein Ortstermin aller Beteiligten ansteht. Einen solchen fordert auch die CDU in einem Antrag für die Ortsbeiratssitzung am kommenden Dienstag. Denn der erste Bauabschnitt habe „zu nennenswerten Bedenken, Widersprüchen und Gegenreaktionen geführt, die in einem gemeinsamen Gespräch zunächst geklärt werden sollten“. Es solle daher kein „Weiter so“ geben, weshalb „ab sofort und bis auf Weiteres keine Bäume oder Büsche gefällt werden“ sollen.

Der Ortsbeirat 10 tagt am Dienstag, 13. September, ab 19.30 Uhr in der Gaststätte Zum Lemp, Berkersheimer Obergasse 12, in Berkersheim.

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