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Kinder wünschen sich ein Schwimmbad für Eckenheim

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Von: Fabian Böker

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Die Wünsche der Kinder sind breit gefächert. Kira Schuler (links) hat sie gesammelt.
Die Wünsche der Kinder sind breit gefächert. Kira Schuler (links) hat sie gesammelt. © Renate Hoyer

Mädchen und Jungen der Münzenbergerschule entwickeln bei einem Projekt mit der Kinderbeauftragten Ideen, was in ihrer Umgebung fehlt. Sie wollen unter anderem auch mehr Dönerläden.

In der Lokalpolitik wird oft und viel über Ideen gestritten, was möglicherweise in Stadtteilen fehlt und was dort verbessert werden kann. Mal geht es dann um die schwierige Finanzierung, mal um baurechtliche Fragen, mal ganz banal um die Parteizugehörigkeit. Warum also nicht einfach mal die fragen, die die Zukunft der Gesellschaft sind? Dachte sich Kira Schuler, Kinderbeauftragte von Eckenheim, und rief eine Zukunftswerkstatt mit der Klasse 4c der Münzenbergerschule ins Leben.

An zwei Tagen haben die Jungen und Mädchen Ideen entwickelt – und diese am gestrigen Dienstag einem kleinen Publikum vorgestellt. Das war aber besetzt mit kompetenten Ansprechpartnerinnen, denn dabei waren unter anderem Ortsvorsteherin Wera Eiselt (Grüne) und Quartiersmanagerin Laetitia ten Thije.

Und dann wähnte man sich wie in einem Stadtplanungsbüro, das von Kindern gekapert wurde. Einerseits stört sie der viele Müll, der überall herumliege. Als Gegenmaßnahmen müssten mehr Mülltonnen aufgestellt, Leute gezielt angesprochen und regelmäßig Reinigungsaktionen initiiert werden.

Anderseits haben die Kinder ganz konkrete Vorstellungen, wie Eckenheim aufgewertet könnte. Zum Beispiel durch ein Schwimmbad. „Wir müssen immer so weit fahren, um schwimmen zu gehen“, sagte zum Beispiel Tarek. Iris Braun, Leiterin der Schule und auch im Publikum, erklärte das genauer. Die Kinder seien zum Schulschwimmen im Bornheimer Panoramabad insgesamt fast drei Stunden unterwegs, „aber davon maximal 45 Minuten effektiv im Wasser“.

„Ein Schwimmbad hier im Stadtteil könnte auch vielen Kindern helfen, schwimmen zu lernen“, nannte Igor einen anderen Aspekt. Leo ergänzte: „Ein richtiges Schwimmbad ist besser als die Plastikpools im Garten. Die sind nicht gut für die Umwelt.“

Aber nicht nur ein Schwimmbad wünschen sich die Kinder der 4c. Auch ein Kino steht hoch im Kurs. „Da laufen die Filme immer eher als auf Netflix“, wusste Mahir. „Da muss man sich mit seiner Familie nicht streiten, welchen Film man schaut“, dachte Sare ganz pragmatisch. „Und da gibt es Nachos, Popcorn und Cola“, sagte Marco schmunzelnd.

Und weiter ging das Ideen-Feuerwerk, das Kira Schuler im Rahmen ihrer Weiterbildung zur Kinder- und Jugend-Beteiligungs-Moderatorin gesammelt hat. Mehr Dönerläden, um sich mit Freunden dort zu treffen, weitere Rollschuhbahnen, um nicht nur die am Ami-Spielplatz zu haben, mehr Kastanienbäume, um Figuren zu basteln, aus Ästen etwas zu schnitzen und Schatten zu haben. Und um „mit den Schalen andere Kinder abzuwerfen“, wie ein Junge breit grinsend vorschlug.

Hoch im Kurs ist auch ein Pokémon- oder generell Spielzeugladen. Und da setzte Quartiersmanagerin Laetitia ten Thije an. So einen Laden könne sie natürlich nicht einfach so gründen. „Aber ich kann mal schauen, ob sich eine Spielebörse einrichten lässt, auf der man auch Pokémon-Karten tauschen kann.“ Bei solchen kleinen Sachen müsse man ansetzen. Das will auch Ortsvorsteherin Wera Eiselt. Sie nahm den Vorschlag eines Open-Air-Kinos aus dem Ami-Spielplatz dankend an und versprach, das in Angriff zu nehmen.

Nur einen der Wünsche können weder ten Thije noch Eiselt erfüllen: „Dass es keine armen Leute mehr gibt.“

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