1. Startseite
  2. Frankfurt
  3. Eckenheim

Keine Urnenwände auf dem Eckenheimer Friedhof

Erstellt:

Von: Fabian Böker

Kommentare

Auf dem Eckenheimer Friedhof in der Engelthaler Straße sollten verschiedene Bestattungsformen möglich sein, findet die CDU im Ortsbeirat 10.
Auf dem Eckenheimer Friedhof in der Engelthaler Straße sollten verschiedene Bestattungsformen möglich sein, findet die CDU im Ortsbeirat 10. © peter-juelich.com

Die Stadt Frankfurt sieht keinen Handlungsbedarf, auf dem Eckenheimer Friedhof Urnenwänder zu errichten. Zu gering sei die Nachfrage. Die CDU im Ortsbeirat sieht das anders.

Auf dem Eckenheimer Friedhof wird es auch in Zukunft keine Urnenwände geben. Das teilt der Magistrat mit. Bei einer umfassenden Prüfung der vorhandenen Freiflächen und der jeweiligen Bestattungszahlen am Friedhof in der Engelthaler Straße sei ermittelt worden, dass „aufgrund einer geringen Inanspruchnahme von Urnengräbern und den noch zur Verfügung stehenden Flächen kein priorisierter Bedarf für die Errichtung einer Urnenwand gesehen“ werde.

Die CDU im Ortsbeirat 10 (Eckenheim, Preungesheim, Berkersheim, Bonames, Frankfurter Berg) will das so nicht stehen lassen. Die Fraktion hatte bereits 2017 einen Antrag eingebracht, nachdem die Errichtung der Urnenwände geprüft werden solle. Schon damals hatte der Magistrat das Ansinnen negativ beschieden. Nun hatte die CDU einen erneuten, vom Ortsbeirat einstimmig beschlossenen, Versuch unternommen – mit ähnlichem Ergebnis.

Die aktuelle Entscheidung löst bei Gero Gabriel, CDU-Fraktionsvorsitzender im Stadtteilgremium, Erstaunen und Kritik aus. Der Verweis auf die geringe Inanspruchnahme von Urnengräbern und die noch zur Verfügung stehenden Flächen mag, so Gabriel, auf die Gegenwart bezogen vielleicht noch stimmig sein. „Wo es ausreichend Flächen für Erdurnengräber gibt, scheinen zusätzliche Wände hierfür auf den ersten Blick nicht notwendig“, sagt er. Perspektivische, zukunftsgerichtete Politik sieht allerdings anders aus. Entsprechendes Denken scheint dem Magistrat allerdings ein Fremdwort zu sein.“

Denn auf dem Eckenheimer Friedhof nehme man immer mehr freie Grabflächen wahr. Die sich verändernde Bestattungskultur sowie stetig steigende Bestattungs- und Unterhaltungskosten müssten dem Magistrat bekannt sein, findet der 42-Jährige. Doch gerade dann müsse es doch das Ziel sein, „neue Bestattungsformen zu ermöglichen – und zwar auf allen Friedhöfen“. Nur so könne man die Stadtteilfriedhöfe mittel- und langfristig zukunftsfähig machen.

An anderen Stellen passiere das ja auch. 2017, als Gabriels Fraktions erstmals den Antrag stellte, waren gerade Urnenwände für den Friedhof in Bonames beschlossen worden. Jetzt verweist der Magistrat auf entsprechende Angebote auf anderen Friedhöfen im Ortsbezirk 10. ,,Diese Argumentation ist gelinde gesagt seltsam. Es kann nicht angehen, dass eine Art Bestattungstourismus entsteht, nur weil der Magistrat manche Friedhöfe anders behandelt als andere“, so Gabriel abschließend.

Auch interessant

Kommentare