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Grünzug Feldscheidenstraße: „Wir wollen die Wildnis integrieren!

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Von: Friedrich Reinhardt

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Manuela Jatsch (64) ist eine der führenden Köpfe der Bürgerinitiative Grünzug Feldscheidenstraße.
Manuela Jatsch (64) ist eine der führenden Köpfe der Bürgerinitiative Grünzug Feldscheidenstraße. © Rüffer

Die Bürgerinitiative „Grünzug Feldscheidenstraße“ hat Ideen gesammelt, wie der zweite Bauabschnitt der Wegeverbindung aussehen könnte. Gewünscht wird demnach eine Wildnis, ein Gemeinschaftsgarten, ein Café im Amt-Park, bessere Beleuchtung und mehr Schatten auf dem Spielplatz. Die Vorschläge sollen nun in ein Konzept fließen, das später die Stadt für den zweiten Bauabschnitt erhalten soll.

Lange hatte Eckenheim darauf gewartet, dass der Grünzug „Feldscheidenstraße“ entwickelt wird. Im Januar begannen die Arbeiten am ersten Abschnitt, das Grün wurde radikal zurückgeschnitten, im Sommer heizte sich der Grünzug auf. Anwohnerinnen und Anwohner protestierten. Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) ließ die Planungen für den zweiten Bauabschnitt einstellen. Manuela Jatsch, Sprecherin der Bürgerinitiative (BI) „Grünzug Feldscheidenstraße“, erläutert im Interview, wie es nun weitergeht.

Frau Jatsch, nach der Kritik der BI „Grünzug Feldscheidenstraße“ hat auch Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) erklärt, dass sie die Planungen für falsch hält. Hat Sie diese Reaktion überrascht?

Ja. Aber es hat mich positiv überrascht. Sehr positiv.

Wie geht es nun weiter?

Am Sonntag haben sich Eckenheimer bei Kaffee und Kuchen getroffen. Es kamen viele Anwohner der Gederner Straße, auch Vereine, Einrichtungen und Gemeinden. Ein Querschnitt Eckenheims. Da haben wir darüber gesprochen, was die BI in ihr Konzept für den Grünzug aufnehmen sollte.

Was wünschen sich die Eckenheimer:innen?

Hauptsächlich freuen sie sich, dass wir etwas für Klima- und Umweltschutz machen und die Wildnis erhalten, das zugewachsene Stück zwischen dem Bolzplatz am Ami-Park und den Kleingärten. Auch suchen die Menschen einen Ort für Gemeinschaft im Ami-Park. Es wurde über ein Café dort nachgedacht. Senioren wünschen sich, dass der Park beleuchtet, und Eltern, dass der Spielplatz beschattet wird. Aus diesen Impulsen entwickelt die BI ein Konzept.

Klingt, als würde es ein Konzept für den Ami-Park und nicht nur für die Wildnis werden.

Ja, die Wildnis und der Gemeinschaftsgarten sollen in den Ami-Park integriert werden. Viele würden gern den Gemeinschaftsgarten für andere öffnen. Wir müssen schauen, wie wir das umsetzen könnten. Bisher wurden viele Ideen gesammelt. Es muss in dem Konzept auch um den Radverkehr gehen. Seit der erste Abschnitt geöffnet wurde, rasen die Radfahrer und die Roller den Weg runter.

Die BI ist angetreten, um die Wildnis zu retten. Nun soll daraus ein Gemeinschaftsgarten entstehen. Widerspricht sich das nicht?

Nein, das ist nur ein kleiner Teil, der jetzt schon als Garten genutzt wird. Die Wildnis soll als geschlossenes Gebiet erhalten bleiben. Für sie würden wir uns eine Bio-Diversitätsprüfung wünschen. Die Wildnis ist für uns eine grüne Insel, die uns im Sommer Kühlung verschafft.

Was sind die nächsten Schritte?

Am Dienstag, 29. November, planen wir einen Vortrag zum Thema „Wildnis – Was bedeutet sie für Eckenheim“ mit der Biologin Indra Starke-Ottich. Parallel dazu verschriftlicht die BI das Konzept. Wenn es fertig ist, geben wir es dem Umweltdezernat und Frau Heilig. Dort wird es bei der weiteren Planung berücksichtigt.

Interview: Friedrich Reinhardt

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