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Eckenheim: Vereine sorgen sich um den Zusammenhalt

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Eckenheim braucht einen Platz, wo sich Vereine treffen können findet der Heimatverein. Arthur Rudolph (l.) und Werner Pfeiffer finden, dass die Wiese neben dem Amispielplatz in der Barchfeldstraße der richtige Ort sein könnte.
Eckenheim braucht einen Platz, wo sich Vereine treffen können findet der Heimatverein. Arthur Rudolph (l.) und Werner Pfeiffer finden, dass die Wiese neben dem Amispielplatz in der Barchfeldstraße der richtige Ort sein könnte. © sauda

Die Vereine in Eckenheim vermissen einen Ort, an dem sie sich treffen und gemeinsam feiern können. Dadurch ginge der Zusammenhalt verloren, fürchten sie. Zudem ließe sich kein Nachwuchs generieren.

Grundsätzlich bräuchte es gar nicht so viel, um das Vereinsleben in Eckenheim, das Zusammengehörigkeitsgefühl und das Engagement für den Stadtteil ein gutes Stück voranzubringen. Müssten es Werner Pfeiffer, der Vorsitzende des Heimatvereins, und Arthur Rudolph, zweiter Vorsitzender des Historischen Straßenbahnvereins, auf den Punkt bringen, wären es vier Dinge: ein Wasseranschluss, Toiletten, Strom und ein bisschen Platz. „Eckenheim fehlt ein Ort, an dem sich die Menschen treffen und zusammen feiern können“, sagen die beiden.

Dabei reden sie nicht von einem Platz, auf dem die Vereine eine große oder mehrere Bühnen aufbauen können. „Wenn man drei Bänke hinstellen könnte und einen Stand, an dem man Getränke und Brötchen verkaufen kann, wäre schon viel gewonnen“, sagt Pfeiffer. Einen Ort, wie den Gravensteiner Platz in Preungesheim, den Wendelsgarten in Bonames oder den Burglehen in Fechenheim. Derzeit könne man sich praktisch nirgendwo zusammensetzen oder ein kleines Fest organisieren. „Die Vereine treffen sich eigentlich nur in ihren Sportstätten“, sagt Pfeiffer. Allenfalls auf dem Ami-Spielplatz. Aber auch dort wäre es für ältere Menschen schwierig ohne Toiletten in der Nähe.

Dass es keinen Ort zum Feiern und Treffen gibt, hat Auswirkungen auf das Vereinsleben, die über die fehlenden Feste hinausgehen. „Der Zusammenhalt unter den Vereinen schwindet“, sagt Pfeiffer. Treffen sich zwei Mitglieder unterschiedlicher Vereine, seien die Begrüßungen oft „sieht man dich auch mal wieder“ oder „lange nicht gesehen“. So sei es schon vor der Pandemie gewesen. Unter diesen Umständen entstünden kaum Initiativen, bei denen mehrere Vereine zusammenarbeiteten. „Wenn wir vom Heimatverein zum Kaffeetrinken einladen, dann kommen vielleicht zehn Leute. Wenn sich aber zwei Vereine zusammentun, ist es schon ein kleines Sommerfest“, sagt Pfeiffer. Und ohne Feste, fügt Rudolph hinzu, „kommt man auch nicht an die Neu-Eckenheimer ran.“

Drei Orte zur Auswahl

Der Stadtteil hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten verändert. Viele alte Eckenheimer Urgesteine seien gestorben, neue Bewohner:innen zugezogen, ohne in das Vereins- und Stadtteilleben eingebunden zu werden. Parallel dazu sei die Infrastruktur nach und nach verschwunden. Beispielhaft nennt Pfeiffer die untere Eckenheimer Landstraße zwischen Herz-Jesu-Kirche und Niederbornstraße. Ein Straßenfest habe der Stadtteil dort bis in die 80er Jahre gefeiert. Mehrere Gastwirtschaften und Geschäfte konnten ihre Türen öffnen, weil es sie noch gab. Ab den 90er Jahren schlossen die Läden. Der letzte herbe Verlust war 2020 die Gaststätte „Zur Post“ an der Ecke Feldscheidenstraße. Dort habe der Heimatverein einladen können, ohne einen Saal mieten zu müssen.

Drei Orte in Eckenheim würden Rudolph und Pfeiffer in den Sinn kommen, wo sich ein gemeinsam geteilter Raum entstehen könnte. Oder wo es sich zumindest lohnen würde, dass die Stadt sie einmal prüft. Erstens das Eckenheimer Straßenbahn Depot der VGF. Dort hatte der Stadtteil 2010 noch groß gefeiert. Heute funktioniere das nicht mehr, sagt Pfeiffer. „Das verstehe ich, da geht es um Haftungsfragen.“ Die Verkehrsgesellschaft prüft aber derzeit, wie sich das Depot modernisieren ließe. Vielleicht gäbe es da eine Chance für einen Treffpunkt.

Die zweite Möglichkeit wäre an der Barchfeldstraße, gegenüber von der Kita Herz Jesu. Da gebe es eine große Wiese. Direkt neben dem Ami-Spielplatz wäre der Platz zudem sehr zentral im Stadtteil gelegen – ein Vorteil etwa gegenüber dem alten Kerbeplatz in der Gebrüder-Hommel-Anlage. „Die ist für ältere Leute einfach zu weit draußen“, meinen Pfeiffer und Rudolph. Schließlich biete sich auch der Grünzug Feldscheidenstraße an. Der wird gerade vom Grünflächenamt neu gestaltet, mit neuen Wegen, Fitnessgeräten und Sitzbänken. „Um hier noch Toiletten aufstellen zu lassen, dafür kommen wir sicher zu spät“, befürchtet Rudolph. Die Nähe zur U-Bahnstation „Theobald-Ziegler-Straße“ und zur Siedlung Gederner Straße mache den Grünzug aber zu einem guten Ort zum Feiern.

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