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Herbert Stelz (links) sammelt Unterschriften.

Eckenheim

Eckenheim: 1400 Unterschriften für Erhalt der Sparkassen-Filiale

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Der Ortsbeirat 10 unterstützt nach langer Diskussion den Kampf um die Sparkasse.

Am Ende waren sich alle einig: Einstimmig hat der Ortsbeirat 10 zwei Anträge beschlossen, die sich mit der angekündigten Schließung der Eckenheimer Sparkassen-Filiale widmen. Der eine – von der SPD – hat das erklärte Ziel, die Schließung zu verhindern. Der andere – eingebracht von der CDU – lehnt die Schließung ebenfalls ab, fordert aber für den Fall, dass sie sich nicht verhindern lässt, die Bereitstellung von Automaten für Kunden. Bis es zur Einigung kam, wurde aber viel – und nicht immer zielführend – diskutiert.

Der Streit drehte sich von Anfang an um die Ausrichtung der beiden Anträge. Die CDU begründete ihre eher defensive Auslegung damit, „dass die Entscheidung schon gefallen ist“, wie Ortsvorsteher und Antragsteller Robert Lange sagte. Er, selbst Bankkaufmann, habe mit der Sparkasse gesprochen, „die Filiale wird schließen, die Rettungschance geht gegen null“.

Die SPD widersprach. Kurt Schomburg warf Lange vor, „sich wie der Pressesprecher der Sparkasse zu verhalten“. Auch auf Andreas Eggenwirth (FDP) waren die Sozialdemokraten nicht gut zu sprechen. Der forderte seine Kollegen auf, „sich mit der Realität abzufinden“. Die Unterschriftensammlung, die seit Bekanntwerden der geplanten Filialschließung im Stadtteil läuft und schon 1400 Unterstützer gefunden hat, würde „Erwartungen schüren, die am Ende so nicht erfüllt werden können“.

Das wollte Michael Bartram-Sitzius (SPD) so nicht stehen lassen. Die Unterschriftensammlung sei „eine Plattform für den Unmut der Bürger“. Unterstützung bekam er von Ayse Dalhoff von den Linken, die das Engagement gegen die Schließung als „demokratisches Handeln“ bezeichnete. Herbert Stelz, der als Stadtbezirksvorsteher einer der Initiatoren der Unterschriftenlisten ist, bekräftigte, „dass wir keine Versprechungen gemacht haben. Aber wer nichts tut, hat schon verloren.“

Geschlagene 43 Minuten diskutierten die Beiratsmitglieder – und dabei lief erst die Bürgerfragestunde. Als die Anträge dann an der Reihe waren, fiel Robert Lange auf, dass die SPD beantragt hatte, den Antrag der CDU bis zur nächsten Sitzung zu schieben. Eine im Ortsbeirat übliche Praxis. Doch Gero Gabriel wollte es genauer wissen. Zur Begründung gab die SPD an, dass man erst das Bemühen gegen eine Schließung abwarten wolle.

Fortan wurde es „satirisch“ (Gabriel), die BFF wollte den SPD-Antrag auch schieben, letztendlich einigte man sich, dass im CDU-Antrag explizit steht, dass der Ortsbeirat eine Schließung der Filiale nicht unterstützt.

SPD-Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen sieht das ähnlich: „Der Einspruch der Eckenheimer Bürgerinnen und Bürger zeigt, dass eine Bankfiliale der Sparkasse im starken Interesse des Stadtteils ist. Am besten wäre es, wenn die Sparkasse ihre Pläne zur Filialschließung einfach zurückzieht.“

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