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Demnächst auch auf Frankfurts Straßen unterwegs: Die Elektroroller kommen.

E-Roller

Tausende Elektroroller auf Frankfurts Straßen erwartet

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Die Stadt Frankfurt erwartet eine Fülle der elektrischen Tretroller, die ab Mai zur Ausleihe angeboten werden sollen - und stellt Regeln auf.

Zahlreiche Anbieter elektrischer Tretroller wollen ihre Dienste von Mai an in Frankfurt anbieten. Nach Angaben des Frankfurter Verkehrsdezernenten Klaus Oesterling (SPD) sind neun Anbieter bei der Stadt vorstellig geworden. Einige wollten mit 100 bis 200 Leihrollern anfangen und die Zahl auf bis zu 2000 steigern. Andere wollten gleich mit 2000 oder 3000 Rollern beginnen.

„Wenn alle umsetzen, was sie ankündigen, haben wir bald 5000 oder 10 000 Roller in der Stadt stehen“, sagte Oesterling. Mit dem massenhaften Auftreten der elektrischen Tretroller gehe allerdings ein erhebliches Konfliktpotenzial einher. „Dann haben wir Fahrräder mit 12 bis 17 Stundenkilometern, E-Tretroller mit 20 Stundenkilometern und E-Fahrräder mit 25 Stundenkilometern auf dem gleichen schmalen Weg. Es ist nicht gut, was sich der Bundesverkehrsminister ausgedacht hat.“

Auch der Fachverband Fußverkehr Deutschland (Fuss) kritisierte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) wegen des sogenannten Verordnungsentwurfs für Elektrokleinstfahrzeuge. Demnach sollen Roller mit bis zu 12 Stundenkilometern auf dem Gehweg fahren dürfen, Roller mit bis zu 20 Stundenkilometern auf dem Radweg und, falls kein Radweg vorhanden ist, auf der Straße. Kollisionen und schwere Verletzungen wären die Folge, fürchtet der Verband.

Al-Wazir will, dass Elektroroller wie Fahrräder behandelt werden

Der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) will im Bundesrat dafür werben, Elektroroller wie Fahrräder zu behandeln. Sie sollten auf Radwegen fahren, sagte sein Sprecher Wolfgang Harms.

Für Dezernent Oesterling tragen die elektrischen Leihroller nicht zur Verkehrswende bei. In Frankfurt gebe es keine Erschließungslücken im Nahverkehr, sagte er. Roller seien nicht nötig, um „die paar Meter bis zur nächsten Haltestelle“ zu fahren. „Wenn sie gemietet werden, dann, weil es Spaß macht. Wir wollen auch niemandem den Spaß verderben.“

Lesen Sie dazu den Kommentar: E-Roller gehören auf den Radweg

Um Konflikte zu verringern, hat die Stadt Regeln für Anbieter und Nutzer aufgestellt. Die Anforderungen passen auf ein DIN-A-4-Blatt. Demnach dürfen Anbieter maximal fünf Miet-E-Roller an einem öffentlichen Platz nebeneinander aufstellen. Falsch abgestellte oder defekte Roller sollen die Unternehmen binnen sechs Stunden einsammeln und umverteilen.

Das Fahren in Grünanlagen und Fußgängerzonen, in Parks und am Mainufer ist untersagt. Fahren dürfen die Roller nur auf den vorgesehenen Verkehrsflächen. Technische Einrichtungen in den Fahrzeugen sollen verhindern, dass Roller doch in Grünanlagen oder in Fußgängerzonen benutzt werden.

Abgestellt werden dürfen die Roller nicht auf Radwegen, an S- und U-Bahn-Abgängen, auf abgesenkten Bordsteinen, Zebrastreifen, Blindenleitstreifen. Jederzeit müssen Fußgänger und Rollstuhlfahrer an abgestellten Rollern vorbeikommen; dafür müssen mindestens 1,50 Meter des Gehwegs freigehalten werden. Laut Oesterling gibt es keinen Anspruch, die Roller in Bus und Bahn mitzunehmen. Die Mitnahme in Verkehrsmitteln des RMV sei nur geduldet.

Zur Sache: E-Roller

Die Verordnung über die Zulassung von sogenannten Elektrokleinstfahrzeugen im Straßenverkehr berät der Verkehrsausschuss des Bundesrats heute; die Entscheidung soll am 17. Mai fallen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will mit dem Regelwerk die „innovative Mobilität“ fördern. Einige Bundesländer, darunter auch Hessen, haben Bedenken angemeldet. Der Fachverband Fußverkehr warnt vor den Gefahren einer Zulassung von Elektrorollern auf Gehwegen. 

Die Verordnung sieht vor, dass Elektroroller mit bis zu 12 Stundenkilometer Geschwindigkeit auf dem Gehweg fahren dürfen. Die Fahrer müssen mindestens zwölf Jahre alt sein. Elektroroller mit bis zu 20 Stundenkilometern fahren auf dem Radweg oder, falls keiner da ist, auf der Straße; Fahrer müssen mindestens 14 Jahre alt sein. Einen Mofa-Führerschein brauchen sie nicht. Pflicht sind Beleuchtung, Bremsen und eine Versicherung, die durch Aufkleber kenntlich wird. 

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