+
Roller gefällig – oder doch lieber ein Leihrad?

Frage und Antwort

E-Roller: Bußgeld bis 70 Euro

Fragen und Antworten zu Elektrorollern.

Seit zehn Tagen fahren E-Roller durch Frankfurt. Welche Erkenntnisse hat die Polizei gesammelt?
Ein Unfall sei der Frankfurter Polizei bislang gemeldet worden, sagte Sprecherin Chantal Emch. Dabei habe ein Rollerfahrer Ende Juni einen Fußgänger am Hauptbahnhof angefahren und sei dann geflohen. Der Fußgänger wurde demnach leicht verletzt.

Werden Rollerfahrer kontrolliert?
Bislang nicht gezielt, sagte die Polizeisprecherin. Mobile und stationäre Kontrollen seien aber angedacht.

Wo dürfen E-Roller unterwegs sein?
Auf Radwegen. Wenn es keinen Radweg gibt, auf der Straße. Die Anbieter raten, einen Helm zu tragen. 

Lesen Sie auch: 

E-Roller in Frankfurt: So funktioniert das mit den Leih-Flitzern 

Wo dürfen sie nicht fahren?
Keine Fahrten sind auf Bürgersteigen, in Parks, in Grünanlagen und am Main erlaubt. Die Stadt Frankfurt hat dazu ein Merkblatt herausgegeben. Parkende Roller dürfen niemanden behindern. Auf Bürgersteigen sollten 1,50 Meter freigehalten werden, damit ein Kinderwagen oder ein Rollstuhl vorbei passt.

Was ist sonst nicht erlaubt?
Verboten ist alles, was der Straßenverkehrsordnung widerspricht, zum Beispiel andere zu gefährden oder Schilder und Ampeln zu missachten. Zu zweit darf man nicht auf den E-Rollern fahren.

Was passiert, wenn man sich nicht an die Regeln hält?
Dann drohen Bußgelder wegen der Ordnungswidrigkeit. Sie variieren je nach Verstoß zwischen 10 und 70 Euro, sagte die Polizeisprecherin. Fahrten auf dem Bürgersteig oder in Grünflächen und Parks kosteten 15 Euro, bei einer zusätzlichen Gefährdung 30 Euro. Das Überfahren einer roten Ampel koste 60 Euro plus einen Punkt in Flensburg – genau wie für Radfahrer.

Welche E-Roller kann man in der Stadt ausleihen?
Die türkisen E-Roller von Tier Mobility und die orangefarbenen von Circ. Das sind die beiden ersten Anbieter in der Stadt. Weitere sollen folgen, etwa Lime, Voi, Wind.

Wie schnell sind die Roller?
Sie fahren bis zu 20 Kilometer pro Stunde im sogenannten Geschäftsbereich rund um die Innenstadt. Außerhalb des Geschäftsbereichs oder in Parks und Grünanlagen regeln sie auf etwa fünf Kilometer pro Stunde ab.

Lesen Sie auch: Ein bisschen Spaß mit E-Rollern in Frankfurt

Unterscheiden sich die Anbieter preislich?

Nein. Die Fahrten kosten bei beiden Anbietern der Ausleihe zunächst einen Euro, dann 15 Cent pro Minute. In Berlin, wo mit Lime und Voi schon weitere Anbieter aktiv sind, verzichten sie bislang auf einen Preiskampf. Zum Vergleich: Eine Fahrt von 13 Minuten kostet 2,95 Euro, das ist teurer als ein Einzelfahrschein für Bus und Bahn.

Wie leiht man die E-Roller aus?
Über Apps. Die gibt es kostenlos für iPhones oder Android-Geräte im jeweiligen App-Store. Die Bezahlung funktioniert per Kreditkarte. Nutzer müssen volljährig sein.

Wo kann man die Elektroroller ausleihen?
Sie stehen in der City und den innenstadtnahen Stadtteilen, dem jeweiligen Geschäftsgebiet. Beim Anbieter Circ sind das Teile von Bockenheim, Nordend, Sachsenhausen, Niederrad, Ostend sowie Westend, Innenstadt, Altstadt und das Bahnhofsviertel. Beim Anbieter Tier ist das Geschäftsgebiet größer, es reicht die Eschersheimer Landstraße hinauf nach Heddernheim und ins Gallus.

Welche Erfahrungen haben andere Städte gemacht?
In Paris gibt es E-Roller seit einem Jahr. Mittlerweile sind es gut 20 000 E-Roller, die wegen Unfällen und Falschparken teils für Ärger sorgen. Bürgermeisterin Anne Hidalgo will das Abstellen auf Gehwegen verbieten und Verstöße mit 35 Euro ahnden. Das Tempo wird von 25 auf 20 Kilometer pro Stunde gedrosselt, in Fußgängerzonen auf acht Kilometer pro Stunde. In Madrid wurden die E-Roller im Sommer 2018 zunächst ohne Regeln eingeführt. Weil es zu Falschparken und Unfällen kam, ließ die Verwaltung die Roller wieder einsammeln. Seit Februar haben 10 000 Roller eine Lizenz. Es gibt nun Vorschriften, wie das Verbot, auf Bürgersteigen zu fahren.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare