+
Künftig wohnen mehr Menschen in der Platensiedlung, sie sollen E-Autos nutzen. 

Ginnheim

E-Mobilität für Ginnheimer Platensiedlung

  • schließen

Ortsbeirat fordert Ladestationen. Außerdem sollen die Neubauten der Nachverdichtungskampagne begrünte Dächer bekommen.

Der Ortsbeirat 9 setzt sich für die Förderung der Elektro-Mobilität in Ginnheim ein. Gleich zwei SPD-Anträge fanden am Donnerstag mit Stimmen von FDP, Grünen und Linken eine Mehrheit. Der Magistrat soll im Rahmen der Nachverdichtung der Platensiedlung die Installation von Ladestationen für E-Fahrzeuge in Erwägung ziehen.

Die Verkehrswende könne nur erreichen, wer entsprechende Anreize setze, erwiderte Wendel-Jaromir Burkhardt von den Grünen einem Bürger, der fragte, ob die Platensiedlung der richtige Ort für E-Tankstellen sei. Auch Donna Ochs (SPD) befand, dass die Menschen Zugang zu alternativen Mobilitätsmodellen bekommen sollten, gerade in der Platensiedlung. Hier gehe es schließlich um gesellschaftliche Teilhabe, so Ochs. Christdemokrat Lothar Stapf jedoch hält nichts von Elektromobilität. E-Autos seien umweltschädlicher als herkömmliche Pkw: „Die Produktion einer Batterie für Elektroautos ist genauso klimaschädlich wie acht Jahre lang einen Diesel zu fahren“, so Stapf.

Außerdem äußerte er Bedenken wegen der Schwierigkeit, ein brennendes E-Auto zu löschen. Die Annahme, E-Autos seien die Zukunft, sei „Quatsch“. Der Elektroingenieur glaubt, dass die E-Technologie in fünf bis acht Jahren ohnehin von Wasserstoffantrieben abgelöst werde. Thomas Budenz (BFF) schloss sich dieser Einschätzung an.

SPD-Fraktionsvorsitzende Sylvia Kunze hält es zwar für richtig, dass ein Wasserstoffantrieb besser sei als ein Elektroauto, letztere würden im Moment aber gebaut und müssten deswegen gefördert werden. „Zu erwarten, dass wir in den nächsten fünf Jahren mit Wasserstoff weiterkommen, ist unrealistisch. Und wir stehen wegen dem Klimawandel unter Zeitdruck, müssen die Reduktionsziele schneller erfüllen.“

Die Sozialdemokraten schlagen Ladestationen für neu entstehende Tiefgaragen und für vier öffentliche Parkplätze in der Sudermannstraße vor. Bisher gibt es in Frankfurt laut Angaben der Stadt etwa 40 öffentliche Elektrotankstellen.

Im Zuge der Nachverdichtung der Platensiedlung sollen Gebäude aufgestockt und durch Neubauten ergänzt werden, sodass die Zahl der Wohnungen von 348 auf mehr als 1000 steigen soll. In einer weiteren Abstimmung beschloss der Ortsbeirat einstimmig, die Möglichkeit einer Begrünung der Flachdächer der Platensiedlung nach der Aufstockung zu prüfen, sodass gefährdete Wildbienen in den Dachgärten Nahrung finden könnten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare