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Menschen und Tiere gleichbehandeln? Aktivist*innen fordern dies in Frankfurt.

Tierschutz

Frankfurt: Kontroverse Demo für Tierrechte zieht durch die Innenstadt

  • VonJanis Berling
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250 Menschen protestieren in Frankfurt gegen McDonalds, Pelzmäntel und den Zoo. Das Konzept des Speziesismus ist umstritten.

Frankfurt - Für die Freiheit und Rechte von Tieren haben am Samstag zahlreiche Tierrechtsorganisationen und -aktivist*innen in der Frankfurter Innenstadt demonstriert. Knapp 250 Menschen aus ganz Deutschland fanden sich am Opernplatz ein, um an einem Protestzug durch die Innenstadt teilzunehmen. Anlass war der „Welttag für das Ende des Speziesismus“, ein Aktionstag, der jedes Jahr am 29. August auf das Leid und die Ausbeutung von Tieren, zugefügt durch den Menschen, aufmerksam machen will.

Protest gegen Diskriminierung von Tieren

Als Speziesismus wird die Diskriminierung eines Lebewesens aufgrund seiner Art bezeichnet. Antispeziesistische Aktivisten kritisieren die Ungleichbehandlung von Mensch und Tier, eine Unterteilung, die in ihren Augen willkürlich und künstlich konstruiert ist.

Dabei ist das Konzept nicht unumstritten, auch unter Tierschützern. Vor allem die ethische Gleichsetzung mit anderen Formen der Diskriminierung gerät regelmäßig unter Kritik.

Aufgerufen zu dem Aktionstag hatte die Tierrechtsgruppe „Aktiv gegen Speziesismus“. Diese Gruppe ist hauptsächlich im Rhein-Main-Gebiet aktiv und beteiligt sich regelmäßig an Kampagnen und anderen Aktionsformen gegen die Ausbeutung von Tieren. Unterstützt wird die Gruppe am Aktionstag von Initiativen wie den Ärzten gegen Tierversuche, Lebenskühe und zahlreichen privaten Teilnehmer*innen.

Zahlreiche Gruppen aus Frankfurt und Umgebung engagieren sich gegen Speziesismus

Diese kommen zum Großteil aus Frankfurt und der Umgebung, teilweise allerdings auch von weiter her. Jessica etwa ist aus dem Saarland angereist. Zusammen mit ihrer Freundin trägt sie ein Banner mit dem Logo der „Aktiv gegen Speziesismus“-Gruppe. „Wir sind hier, um gegen Speziesismus zu protestieren“, erklärt die Aktivistin bestimmt. „Ich verstehe einfach nicht, warum wir Hunde lieben und Schweine und Rinder essen.“ Karl dagegen kommt ganz aus der Nähe von Frankfurt. Auch wenn man ihn vielleicht nicht auf den ersten Blick für einen Tierrechtsaktivisten halten mag, so engagiert der Mann sich bereits seit Jahren privat für den Tierschutz. „Tiere liegen mir einfach am Herzen“, begründet er sein Engagement.

Die Demonstrant*innen versammeln sich zunächst auf dem Opernplatz, wo diverse Stände verschiedener Tierrechtsorganisationen über das Thema und seine Bedeutung informieren. Von dort auch passieren sie mit ihrem Demonstrationszug durch die Innenstadt verschiedene Orte, an denen sich laut den Organisator*innen Speziesismus und Tierausbeutung in Frankfurt zeigen lassen. Dazu zählen nach Meinung der Demonstranten etwa das Fastfood-Restaurant McDonalds an der Konstablerwache, der Frankfurter Zoo oder das Pelzhaus Türpitz am Liebfrauenberg.

Aktivisten konfrontieren Besucher des Zoos in Frankfurt

Der bunte und laute Zug macht Eindruck auf die Passanten. Unter dröhnender Trommelmusik rufen die Aktivisten laut Parolen wie „Nicht deine Mutter! Nicht deine Milch!“ oder „Human Freedom, Animal Rights!“. Die direkte Konfrontation der Zuschauer, seien es die Gäste eines Steakhauses oder die Besucher des Zoos, gehört zum Konzept.

Während des Marsches werden diverse Kundgebungen abgehalten. Der wohl bekannteste Redner des Tages ist Colin Goldner von Great Ape Projects, einer internationalen Initiative, die sich für das Grundrecht von Menschenaffen einsetzt. Der deutsche Psychologe, der durch seine kontroversen Bücher zum Dalai Lama und eben zur Misshandlung von Menschenaffen bekannt wurde, hält seine Rede vor dem Frankfurter Zoo, wenn auch corona-bedingt nur per Videobotschaft. Für ihn sind Zoos ein Mahnmal des Speziesismus und der Macht des Menschen über die Tiere. Für den Psychologen sind diese Verhältnisse ebenso verwerflich wie die rassistischen Menschenschauen der vergangenen Jahrhunderte.

Colin Goldner sieht dabei den Antispeziesismus als eine Fortführung der Aufklärung an. Speziesismus steht laut ihm in einer Reihe mit Rassismus, Sexismus und Nationalismus. Es sei an der Zeit, auch diese Form der Diskriminierung zu bekämpfen, erklärt er.

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