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Wolfgang Hübner (an der Fahne) hatte im Januar einen Trauermarsch der Freien Wähler für die Opfer des Anschlags auf das Satiremagazin Charlie Hebdo organisiert.
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Wolfgang Hübner (an der Fahne) hatte im Januar einen Trauermarsch der Freien Wähler für die Opfer des Anschlags auf das Satiremagazin Charlie Hebdo organisiert.

Römerbriefe

Dunkle Geheimnisse

  • Claus-Jürgen Göpfert
    VonClaus-Jürgen Göpfert
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  • Georg Leppert
    Georg Leppert
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Wolfgang Hübner, der im Stadtparlament gerne Rechtsaußen spielt, geht mit seiner Vergangenheit offen um. Wir respektieren das.

Leppert: Als kleiner Junge stand ich mal im Fanblock von Kickers Offenbach.

Göpfert: Bist du verrückt. So etwas kannst du doch nicht öffentlich machen.

Leppert: Irgendwann muss es raus. Und was ist dein dunkles Geheimnis, Göpfi?

Göpfert: Ich sage dazu nichts. Ich habe ohnehin Urlaub.

Im Sommerloch, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik, ist kreative Recherche gefragt. Deshalb haben wir uns mal auf den Internetseiten unserer Kommunalpolitiker umgesehen und Dramatisches entdeckt. Bei Wolfgang Hübner von den BFF, der im Stadtparlament grundsätzlich den Rechtsaußen gibt und Feindbild Nummer eins der linken Szene ist, steht im Lebenslauf, er sei in den 60er Jahren „aktiver Teilnehmer an der außerparlamentarischen Oppositionsbewegung“ gewesen und danach „Sympathisant linksradikaler Gruppen und Organisationen“. Erst 1975 habe er sich davon abgewandt und „Studien“ betrieben, so Hübner.

Das ist natürlich allerhand. Dass Hübner irgendwie mal ein Linker war, hatten wir schon gehört. Aber dass es so schlimm war? Aktiver APO-Teilnehmer? Nee, nee. Und das Krasseste: Hübner steht zu seinen dunklen Geheimnissen und teilt sie im Internet mit. Dabei wissen wir doch, dass das Internet nie vergisst.

Auf der anderen Seite loben wir Journalisten so viel Offenheit. Vielleicht wollen andere Römer-Promis nachziehen und mitteilen, dass sie früher ganz anders waren als heute. Was könnte dabei nicht alles herauskommen.

Vielleicht war Schuldezernentin Sarah Sorge (Grüne) früher im Elternbeirat und forderte so vehement Hortplätze, dass ihre Vorgängerin Jutta Ebeling sie auf einer Versammlung wüst beschimpfte, so dass Sorge empört bei der FR anrief.

Vielleicht war Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) früher in einer Bürgerinitiative und forderte sowohl den Rückbau von Terminal 1 und 2 als auch ein Haus für ganz viele Genossenschaften in bester Lage – und zwar für lau.

Vielleicht war Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) früher großer Fan des NFL-Teams Washington Redskins, und nun erzählt er Mayor Nutter, dem OB von Frankfurts neuer Partnerstadt Philadelphia, er sei immer schon von den Philadelphia Eagles begeistert gewesen.

Vielleicht war Elke Tafel-Stein (FDP) früher Mitglied in einer Gewerkschaft.

Vielleicht mochte Prinz zu Löwenstein (CDU) die Grünen früher nicht so gerne, wie er heute immer behauptet.

Vielleicht mag Prinz zu Löwenstein die Grünen heute nicht so gerne, wie er heute behauptet.

Und vielleicht, aber nur ganz vielleicht, waren die freundlichen Leute vom Sicherheitsdienst des Römers schon mal in dem Gebäude unterwegs, ohne ihren Hausausweis offen sichtbar zu tragen. Oder? Nein, das wäre einfach viel zu krass.

Claus-Jürgen Göpfert und Georg Leppert berichten für die FR aus dem Römer.

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