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Ein Blick in die künftige Lobby des Messeturms.

Revitalisierung

Messeturm Frankfurt: Drohender Wertverlust

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Umbau des Messeturms in Frankfurt soll wirtschaftliche Perspektive sichern.

Revitalisierung: Gerade bei den Hochhäusern, die Frankfurt als Banken- und Dienstleistungsstadt prägen, ist sie von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Werden die Türme nicht regelmäßig den neuesten technischen und baulichen Standards angepasst, verlieren sie erheblich an Wert. Auch beim mehr als 30 Jahren alten Messeturm geht es jetzt darum, dem Gebäude eine neue wirtschaftliche Perspektive zu eröffnen.

Etwa 100 Millionen Euro investiert die mit dem Asset Management beauftragte Firma Office First in den Umbau des 257 Meter hohen Büroturms. Er war bisher ein reines Bürogebäude ohne besondere Aufenthaltsqualität gerade im Erdgeschoss. Jetzt wird die Lobby so umgestaltet, dass sie mit Café und Restaurant künftig erheblich an Attraktivität gewinnt.

Architektonisch soll das durch eine neue Glasfassade im Sockel des Gebäudes gelingen. Gebogenes Isolierglas mit den Maßen 18 x 3 Meter, nach den Angaben des Bauherrn die weltweit größten Isolierglaselemente, strukturieren künftig die Fassade. Am Dienstag wird den Medienvertretern ein erstes Element präsentiert.

Für die Umgestaltung arbeiten Messeturm-Architekt Helmut Jahn und der Designer Matteo Thun zusammen. Die Gebäudetechnik wird gleichzeitig auf den neuesten Stand gebracht. Die jetzt begonnenen Bauarbeiten sollen bereits Mitte des Jahres 2020 abgeschlossen sein.

Es gab Überlegungen der städtischen Denkmalpfleger, das Ende der 80er Jahre errichtete Hochhaus unter Denkmalschutz zu stellen. Ein Umbau unter den Vorbedingungen des Denkmalschutzes wäre jedoch erheblich teurer geworden.

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Der Grundstein für den Messeturm war im Juli 1988 gelegt worden. Tatsächlich gab es damals ziemliche Probleme, Geldgeber für das erste europäische Bürohochhaus mit US-Dimensionen zu finden. Erst zehn Tage nach der Grundsteinlegung wurde seinerzeit die Gründung eines Bankenkonsortiums zur Finanzierung des Baus bekanntgegeben. Federführend war die Citi Bank AG, die deutsche Tochter des gleichnamigen US-Kreditinstituts.

Nach der Fertigstellung im Jahre 1991 stand auch der Messeturm teilweise längere Zeit leer. Die Hoffnung der Immobilienwirtschaft, in dem Gebäude Mieten über 100 Mark pro Quadratmeter für Büros zu erzielen und damit eine Schallgrenze zu durchstoßen, erfüllte sich nicht.

2014 kaufte der US-Finanzinvestor Blackstone das Hochhaus. Beteiligungsgesellschaften wie Blackstone hatten schon einige Jahre zuvor in der Bundesrepublik die politische Debatte über Finanzinvestoren als „Heuschrecken“ ausgelöst.

Ein anderes spektakuläres Beispiel für die Revitalisierung eines alten Büroturms in Frankfurt ist das Hochhaus am Park nahe der Universität im Westend. Das leerstehende Bürohaus aus den 1970er Jahren wurde 2016 von einem Projektentwickler erworben und wird nun in einen Wohnturm mit Miet- und Eigentumswohnungen sowie ein Hotel umgewandelt. Wegen der teuren Eigentumswohnungen ist das Projekt umstritten.

Großen Ärger brachte der „Onyx“-Turm, Oberlindau 76–78 im Westend, mit sich. Der alte Büroturm wurde zu Luxusapartments umgebaut; mehrfach wurde der Bau wegen Lärms stillgelegt.

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