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Die Polizei erhöht den Druck auf Dealer im Bahnhofsviertel. (Archivbild)
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Die Polizei erhöht den Druck auf Dealer im Bahnhofsviertel. (Archivbild)

Bahnhofsviertel Frankfurt

Drogendelikte massiv angestiegen

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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Dank der verstärkten Kontrollen im Bahnhofsviertel in Frankfurt ist die Zahl der Rauschgiftdelikte rapide angestiegen. Die Razzien sollen 2017 unvermindert fortgesetzt werden.

Es ist der Fluch der guten Tat: Je mehr in manchen Bereichen kontrolliert wird, desto mehr Kriminalität tritt zutage. Schwarzfahren ist eines dieser sogenannten Kontrolldelikte, Drogenhandel ein anderes. Die Zahl der Rauschgiftdelikte in Hessen ist im vergangenen Jahr stark gestiegen, und dafür gibt es nach Angaben von Sabine Thurau, der Chefin des Landeskriminalamts, einen guten Grund: das Frankfurter Bahnhofsviertel.

Denn im vergangenen Jahr wurden die Kontrollen dort stark ausgeweitet. Allein bis Ende November gab es 210 Großkontrollen und Razzien – mit zunächst mäßigem Erfolg. Denn viele Dealer handeln aus Sicherheitsgründen nur mit Kleinstmengen an Marihuana, seit sie erfahren haben, dass die Staatsanwaltschaft solche Delikte nicht weiter verfolgt. Sehr zum Ärger der Polizei, die den Dealern zuvor mit großem Personalaufwand auf die Schliche gekommen ist. Die Zustände verschlimmerten sich im Laufe des Jahres. Die Zahl der Crack-Händler in der besonders belasteten Taunusstraße verdoppelte sich nach Polizeiangaben auf etwa 80, hinzu kamen etwa 70 Menschen, die in und an der Düsseldorfer Straße Haschisch und Marihuana verkauften.

Seit Ende November hat die Polizei dem Drogenhandel im Bahnhofsviertel ganz offiziell den Kampf angesagt und für das Gebiet eine „Besondere Aufbauorganisation“ (BAO) ins Leben gerufen. Durch die personelle Umstrukturierung konnte der Kontrolldruck nochmal erhöht werden. „Täglich sind mindestens 100 Leute im Einsatz“, sagte ein Sprecher der Frankfurter Polizei am Donnerstag.

Mit den intensiveren Ermittlungen will die Polizei auch versuchen, an die Hintermänner der Straßendealer heranzukommen. Von der Staatsanwaltschaft erhofft sich die Polizei, dass sie Verfahren gegen Kleinstdealer nicht mehr einstellt. Ende Januar präsentierte die Polizei nach zwei Monaten BAO erste Ergebnisse und erstaunliche Zahlen: Kontrolliert wurden 12 275 Personen, 504 wurden festgenommen, 1244 Strafanzeigen gefertigt, davon 660 wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. 27 Menschen kamen in Untersuchungshaft, insgesamt knapp drei Kilo Rauschgift wurde beschlagnahmt. Die Polizei sprach auch 1057 Platzverweise und 29 Aufenthaltsverbote aus, auch wenn dies bedeutend könnte, dass sich der Schwerpunkt des Rauschgifthandels nur verlagert.

Ein Polizeisprecher betonte am Donnerstag, die Kontrollen würden in diesem Jahr mit hoher Intensität fortgesetzt. Die Zahl der Rauschgiftdelikte könnte also auch 2017 weiter ansteigen.

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