1. Startseite
  2. Frankfurt

Drittes Frankfurter Mobilitätsforum soll Prioritäten beim Masterplan festlegen

Erstellt:

Von: Steven Micksch

Kommentare

Die Bedingungen für den Radverkehr in der Stadt zu verbessern, ist ein großes Thema im Masterplan Mobilität.
Die Bedingungen für den Radverkehr in der Stadt zu verbessern, ist ein großes Thema im Masterplan Mobilität. © Renate Hoyer

Die Erstellung des Masterplans Mobilität geht in die nächste Phase. Im Haus am Dom können die Bürgerinnen und Bürger wieder Teil des Entscheidungsprozesses sein.

Am Samstag sollen die Frankfurterinnen und Frankfurter, aber auch Menschen aus der Region, wieder bei einem Mobilitätsforum über die Gestaltung des Masterplans Mobilität für die Stadt diskutieren. Nach zwei virtuellen Runden wird das Forum erstmals in Präsenz durchgeführt. Im Haus am Dom können Interessierte ohne Anmeldung von 11 bis etwa 18 Uhr Teil des Prozesses werden. Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) betont, dass die vielen Gespräche am Rande auch wichtig seien und die Menschen wieder Lust auf Begegnung und Austausch hätten.

Neben drei Podiumsdiskussionen soll es am Samstag auch zahlreiche Präsentationen geben. In mehreren Ausstellungen werden Ergebnisse und aktuelle Prozesse dargestellt. Vor Ort werden auch Beteiligungsmöglichkeiten angeboten, etwa dass man seinen ganz persönlichen Masterplan gestalten kann.

Beim zweiten Mobilitätsforum im April wurden zwei mögliche Szenarien für Frankfurt präsentiert: „Umstieg“ und „Effizienz“. Beide waren so konzipiert, dass die formalen Klimaschutzziele erreicht werden, aber auch die Barrierefreiheit und Verkehrssicherheit verbessert werden. Im Forum und beim anschließenden Stimmungsbild im Online-Dialog kam das Szenario „Umstieg“ deutlich besser weg.

Die Veranstaltung

Das dritte Mobilitätsforum findet am Samstag (9. Juli) im Haus am Dom, Domplatz 3, statt.

Beginn ist um 11 Uhr. Nach einer Präsentation folgt um 12.30 Uhr die erste Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft.

Weitere Diskussionen laufen rund um die Kinder- und Jugendbeteiligung (14.15 Uhr) und mit Verbänden und der Region (16 Uhr). Der Eintritt ist frei, es bedarf keiner Anmeldung. mic

Heiko Nickel von der strategischen Verkehrsplanung im Dezernat Mobilität und Gesundheit ergänzt: „Wir wollen aber das Szenario nicht eins-zu-eins umsetzen, sondern verknüpfen es mit den besten Ideen aus dem anderen Szenario.“ Neben dem Hauptfokus der Verlagerung vom Autoverkehr auf Fuß, Rad und ÖPNV soll auch an der Elektromobilität, an Ladezonen für den Wirtschaftsverkehr, autonomen Kleinbussen und Park and Ride festgehalten werden.

Aus dieser Kombination beider Ansätze ergebe sich ein neues Zielszenario, bei dem nun über Teilstrategien und Schlüsselmaßnahmen diskutiert werden soll. Auch die Priorisierung einzelner Maßnahmen muss festgelegt werden. Am Ende soll im Dezember dieses Jahres der Masterplan stehen.

Majer erklärt, dass die Stadt die Bedürfnisse der Wirtschaft stark im Blick habe. Ein separates Logistikkonzept sei ein Beispiel dafür. Auch dürfe man bei der Planung nicht an den Stadtgrenzen halt machen. Verschiedene Vertreter:innen aus der Region sind deshalb an Bord, weil beispielsweise Park-and-Ride-Angebote nicht (nur) an der Stadtgrenze, sondern auch in den umliegenden Kommunen geschaffen werden müssen.

Nickel zeigt auf, dass der Wirtschaftsverkehr samt Rettungsfahrzeugen nur 20 Prozent des Verkehrsaufkommens in Frankfurt ausmache. Der Rest seien private Autonutzer:innen – und genau diese 80 Prozent seien meist ineffizient, beispielsweise wenn sie alleine unterwegs seien. „Diese 80 Prozent müssen wir um etwa 20 Prozent verringern, damit der Verkehr fließt.“ Das sei die Diskrepanz zwischen Ferienverkehr und Hochzeit.

Besonders stolz ist Frankfurt auf die vielfältige Bürgerbeteiligung bei der Erstellung des Masterplans. Neben den Foren und dem Online-Dialog wurde etwa auch ein Fachbeirat ins Leben gerufen, in dem alle Interessen vertreten waren. Zudem gab es eine Losbürgergruppe, bei der 20 Personen ausgelost wurden, die einen riesigen Altersquerschnitt und verschiedene Wohnorttypen abdecken. Dazu kam noch eine Kinder- und Jugendbeteiligung von 1670 jungen Menschen.

Auch interessant

Kommentare