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Corona-Test am Hauptbahnhof in Köln. Marius Becker/dpa

Corona-Tests

Drei Tage bis zum Testergebnis

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Die Laborkapazitäten sind erschöpft. Und in welchem Umfang Kliniken Patient:innen und Besucher:innen testen, entscheiden sie selbst.

Der Helios-Konzern kooperiert mit TUI Cruises und Hapag-Lloyd. Wer eine Kreuzfahrt gebucht hat, kann sich kostenfrei in einer der bundesweit 86 Helios-Kliniken auf Corona testen lassen. Mit dabei sind die Horst-Schmidt-Kliniken in Wiesbaden, die auf ihrer Homepage damit werben. Für lau gibt es auch noch den Test für Reisende, die aus Risikogebieten zurückkehren. Vom 8. November an aber ist damit Schluss.

Gibt es für Tourist:innen genug Tests, nicht aber für die Kliniken? Diese Frage drängt sich auf, wenn man Berichte der Beschäftigten hört. Eine FR-Leserin machte bei einer Entbindung die Erfahrung, dass in der Frankfurter Klinik weder Personal getestet werde noch Gebärende oder deren Begleitung. Das könne doch nicht sein, moniert sie. Gebären sei bekanntlich eine anstrengende Sache: „Das geht nicht mit Maske.“

Für Krankenhäuser gebe es keine hessenweit gültigen Vorschriften, lautet die Auskunft aus dem hessischen Sozialministerium. „Kliniken bekommen die Möglichkeit, aufgrund der Testverordnungen Testkonzepte aufzustellen und zu testen.“ Beim Personal erlaube die Testverordnung eine Frequenz von einmal pro Woche. Auch über den Umfang der Testung von Patient:innen und Besucher:innen entscheiden diesen Angaben zufolge die Kliniken selbst. Sei ein schnelles Ergebnis vonnöten, stünden Antigentests zur Verfügung.

Personal wird nicht flächendeckend getestet

Die Frankfurter Uniklinik teilt auf Anfrage mit, das Personal solle sich bei Covid-19-typischen Symptomen testen lassen. „Zusätzlich werden für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Tests angeboten. Dabei handelt es sich um PCR-Tests.“

Verdi Hessen hat sich bei den Kollege:innen in den Krankenhäusern umgehört. Ergebnis: „Es gibt einige Kliniken, die Schnelltests anwenden“, berichtet Gewerkschaftssekretär Georg Schulze. Wie bei den als sicherer geltenden PCR-Tests gelte aber auch hier: Die Mengen sind endlich. Aus diesen Grund werde das Personal nicht flächendeckend, sondern lediglich punktuell getestet. In den Ambulanzen und Notaufnahmen könnten nicht alle Patient:innen getestet werden.

In den besonders schützenswerten „vulnerablen“ Bereichen werde regelmäßig getestet, sagt Steffen Gramminger, Geschäftsführer der Hessischen Krankenhausgesellschaft, Patient:innen bei unklarer Situation immer. Seinen Angaben zufolge bestehen bei den PCR-Tests in den Laboren bereits Engpässe, bei den POC-Antigentests gebe es momentan Lieferschwierigkeiten.

Bis das Testergebnis vorliegt, kann es durchaus drei Tage dauern – diese Erfahrung hat eine Frankfurterin gemacht. Ihre Corona-Warn-App meldete Alarmstufe Rot, daraufhin machte ihre Hausärztin einen Abstrich und schickte die Frau nach Hause in Quarantäne. Dort sitzt sie jetzt und wartet.

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