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Poller ersetzen in Frankfurt Drängelgitter.

Radfahren 

Drängelgitter kommen in Frankfurt weg

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Weil Lastenräder oder Räder mit Anhänger nicht durchpassen, baut die Stadt zahlreiche Schranken ab.

Sie stehen an etlichen Stellen in der Stadt: Umlaufsperren, durch die Fußgänger und Radfahrer nur im Zick-Zack-Kurs gelangen. Wenn es eng wird, müssen Radfahrer absteigen und schieben. Nun hilft selbst das Schieben nichts mehr, wenn das Rad für die Sperren zu lang oder zu breit ist – wie bei Lastenrädern, Liegerädern oder Rädern mit Anhänger für Kinder. Sie passen nicht durch. Wer mit einem solchen Rad unterwegs ist, muss sich einen anderen Weg suchen.

Wie das städtische Radfahrbüro im Straßenverkehrsamt mitteilte, entfernt das Straßenbauamt nach und nach Umlaufsperren im Stadtgebiet. Sie werden durch Gitter und Poller mit einem Abstand von etwa 1,50 Meter ersetzt. „Das ist breit genug für Trikes, Fahrradanhänger und Lastenräder, aber immer noch zu eng für die schmalsten Pkw“, teilte Jan Annendijck vom Radfahrbüro mit.

Zuletzt habe sich das Durchkommen im Sophie-von-La-Roche-Weg in Ginnheim verbessert. Auf dem Weg standen vorher zwei Metallbügel, damit Radfahrer und Fußgänger sich auf dem Weg und der anschließenden Raimundstraße nicht in die Quere kamen.

Auf Initiative des Radfahrbüros habe das Straßenbauamt die beiden Sperren entfernt und durch einen Poller und ein Gitter ersetzt. Der Bügel stehe nun am Wegesrand, damit Radfahrer die Kurve nicht schneiden können. Auch farblich hat sich etwas geändert. Die früheren Sperren waren grau, die neuen sind rot-weiß.

ADFC in Frankfurt begrüßt Abbau der Umlaufsperren

„Die Stadt sollte die Umlaufsperren auf das Allernötigste reduzieren“, sagte Bertram Giebeler, der verkehrspolitische Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Frankfurt. Er begrüßte die Initiative des Radfahrbüros. Umlaufsperren seien nur auf abschüssigen Strecken oder an unübersichtlichen Stellen sinnvoll.

Die vorhandenen Umlaufsperren würden teilweise Eltern behindern, die ihren Nachwuchs umweltfreundlich im Fahrradanhänger beförderten, oder Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen auf ein Spezialrad angewiesen seien, sagte Jan Annendijck vom Radfahrbüro, der den Umbau vorantreibt.

Schon November 2017 wurden demnach Leitplanken auf dem Verbindungsweg von Zeuläckerstraße und Enkheimer Straße, zwischen Bornheim und Seckbach, entfernt. Die Leitplanken standen mitten im Weg. Diese Stelle war für Autos, aber auch für breite Räder unpassierbar. Nun sorgen drei Poller dafür, dass breite Räder vorbeikommen, schmale Autos nicht.

Auch in Schwanheim, auf der Straße An der Tillylinde, wurden im Oktober 2018 die Leitplanken durch Poller ersetzt. Insgesamt hat das Straßenbauamt den Angaben zufolge in den vergangenen Jahren „mehrere Dutzend“ Umlaufsperren entfernt. Aber selbst Jan Annendijck vom Radfahrbüro weiß: „Es ist noch einiges zu tun, bis es überall in Frankfurt möglich ist, barrierefrei Rad zu fahren.“

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