Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Amina El-Mousaid (17), geht in die 12. Klasse der Wöhlerschule im Dornbusch. Foto: Stiftung Polytechnische Gesellschaft/
+
Amina El-Mousaid (17), geht in die 12. Klasse der Wöhlerschule im Dornbusch.

Dornbusch

Stadtteil-Botschafterin in Frankfurt: „Wir sind alle gleich“

  • Judith Gratza
    VonJudith Gratza
    schließen

Stadtteil-Botschafterin Amina El-Mousaid will sehende und sehbehinderte Kinder zusammenbringen. Im Interview erklärt sie, warum das gerade mit Karate funktionieren soll.

Frau El-Mousaid, Sie wollen Kinder mit und ohne Sehbeeinträchtigung mittels Karate zusammenbringen. Warum?

Ich hatte die Idee, mit Menschen etwas zu machen, die nicht so integriert sind. Als Schülerin der Wöhlerschule ist mir aufgefallen, dass es in der Nähe meiner Schule ganz viele unterschiedliche Schulformen gibt. Die Wöhlerschule, die Hermann-Herzog-Schule für sehbehinderte Kinder (die jetzt ins Gutleutviertel gezogen ist), die Viktor-Frankl-Schule für körperbehinderte Kinder und die Anne-Frank-Schule. Und ich habe festgestellt, dass es keinen Kontakt untereinander gibt. Das wollte ich ändern.

Warum ausgerechnet durch Karate?

Mit Karate kann man super viel erreichen. Karate ist für mich nicht direkt eine Sportart, in der man kämpft. Sondern man fokussiert sich einerseits auf sich selbst und macht andererseits etwas miteinander. Zugleich hilft Karate, selbstbewusster zu sein, sich auf das Jetzt zu konzentrieren und Ruhe zu finden.

Hört sich an, als würden Sie schon sehr lange Karate machen?

Ich bin seit sechs Jahren im Karate-Verein am Dornbusch und seit eineinhalb Jahren gebe ich dort auch zwei Mal die Woche ein Training für Kinder.

Wie bringen Sie nun Kinder mit und ohne Sehbehinderung als Stadtteil-Botschafterin zusammen?

Ich habe jetzt eine Website: https://sport-vereint.org/ Dort können sehende Kinder zwischen 11 und 13 Jahren ab September online Karate lernen. Es gibt acht Videos, die ich selbst mit dem iPad aufgenommen habe und in denen ich entsprechende Übungen zeige. Ende Oktober sollen diese Kinder dann den sehbehinderten Kindern in der Hermann-Herzog-Schule Karate beibringen. Dort habe ich bereits im März und Juli alle Jahrgangsstufen im normalen Sportunterricht in Karate unterrichtet, um die Schülerinnen und Schüler kennen zu lernen.

Das Stipendium

Seit 2007 unterstützt die Stiftung Polytechnische Gesellschaft mit einem Stipendienprogramm junge Leute, ihre Ideen in Frankfurt umzusetzen. Bisher haben 165 Stadtteil-Botschafter:innen in 130 Projekten den Zusammenhalt in der Frankfurter Stadtteilen gestärkt.

Ende Oktober startet die Bewerbungsphase für das neue Stadtteil-Botschafter-Stipendium 2022/2023 . Anmeldeschluss ist der 15. Januar. Das Stipendienjahr beginnt Ende April 2022. Nähere Informationen unter www.stadtteil-botschafter.de.

Die FR stellt in einer losen Interviewserie die aktuelle Stadtteil-Botschafter-Generation vor. 15 junge Leute im Alter zwischen 14 und 27 Jahren nehmen am Jahrgang 2020/21 teil. dit

Wie war die Resonanz?

Nach dem Training kamen die Schülerinnen und Schüler gleich zu mir und fragten mich, ob ich das langfristig weitermache und wann das Training wieder stattfindet. Das hat mich sehr gefreut. Überhaupt kommt die Idee sehr gut an. Das merke ich, wenn ich etwa bei Kinderfesten der Sportjugend Frankfurt gezielt Eltern anspreche und für mein Projekt werbe. Die Sportjugend ist mein Kooperationspartner. Da bin ich jetzt Jugendsprecherin im Vorstand. Auf der Homepage ist auch mein Aufruf zu lesen. Darauf haben sich bisher einige Kinder für meinen Online-Kurs angemeldet.

Geht das Projekt dann nach dem Stipendium weiter?

Auf jeden Fall. Mir ist die Nachhaltigkeit des Projekts wichtig. Daher habe ich mit der Hermann-Herzog-Schule vereinbart, dass ich das Karatetraining als AG einmal die Woche weiter anbieten werde.

Sie machen in zwei Jahren Abitur und geben ja bereits in Ihrem Karateverein Kinderkurse. Wird das dann nicht zu viel?

Ich denke nicht. Das muss ich dann halt gut managen. Klar, die Schule steht an erster Stelle. Aber ich habe die Hermann-Herzog-Schule mit meiner Idee angesprochen und etwas erreicht. Und ich habe dort beim Training gemerkt: Es gibt keinen Unterschied zwischen sehenden und sehbehinderten Kindern. Und das ist mein Kernziel: die Menschen dafür zu sensibilisieren, dass man keine Riesenunterschiede zu machen braucht. Wir sind alle gleich, ob sehend oder sehbehindert.

Interview: Judith Gratza

Mehr Informationen zum Karate-Projekt gibt es im Internet unter https://sport-vereint.org Wer bei dem Online-Trainingskurs mitmachen möchte, sehend und zwischen 11 und 13 Jahre alt ist, kann sich bei Amina El-Mousaid unter anmeldung@sport-vereint.org melden. Aktuelle Termine für den Kurs sind auf der Website zu finden. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare