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Kistenweise kamen Spenden ins Vereinsheim auf der Sportanlage Rosegger.

Dornbusch

Spenden statt Kicken

  • vonSabine Schramek
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Fußballer des BSC Schwarz Weiß organisieren Sammelaktion für Bedürftige in der ganzen Stadt. Am Sonntag verteilten sie kistenweise warme Kleidung, Decken, Isomatten und Essens-Pakete.

Fußballtrainer können auch anderes als nur Fußball. Beim BSC Schwarz Weiß 1919, in dem Andy Möller seine Karriere begann, hat eine Spontanidee innerhalb einer Woche zu einer Großaktion für Bedürftige in der ganzen Stadt geführt. Dass sie dabei so viel Unterstützung erhielten, hat die Kicker selbst am meisten überrascht.

Es begann mit der coronabedingten Zwangspause, die ein Miteinander beim Kicken stoppte. Als Trainer Alessandro Cavalera durch die Innenstadt ging, und sah, wie viele Menschen auf der Straße sitzen oder liegen, wollte er nur eines: helfen. Denen, die auf viel mehr verzichten müssen, als auf Fußball. „Wir haben eine Liste gemacht, was Bedürftige brauchen“, erzählt Trainer Parwez Naziri. In einem kurzen Rundschreiben haben sie um gut erhaltene Klamotten, Schlafsäcke, haltbare Lebensmittel und Mützen und Schals gebeten. „Was dann kam, war einfach unglaublich“, sagen die beiden jungen Männer in ihrem Vereinsheim am Rosegger Sportplatz.

Der ganze Raum ist voller Kisten und Kästen, die mit Pullovern, Jacken, Wäsche, Socken, Shirts, Hosen, Schuhen und Spielzeug gefüllt sind. Viele packen mit an: Präsident Maximilian Büge, seine Frau Serena, Mannschaftskapitän Robin Krishnathas und 15 weitere Kicker. 50 Leute kommen über den Tag verteilt und bringen alles, was nützlich ist.

Awet Cahsai vom SV Eritrea hat extra 50 Isomatten und Taschen voller Hundefutter gekauft. „Das wird auf der Straße gebraucht.“ Die Kicker vom BSC Schwarz-Weiß können es kaum fassen. Ebenso wenig wie die Spende eines Kriminalpolizisten, der Tüten voller neuwertiger Jacken und Schlafsäcke bringt.

Einen Sprinter bekommen sie von einer Firma geliehen. Damit fahren die Trainer zur Metro, um Brötchen, Aufschnitt und Getränke zu besorgen. Zurück kommen sie mit noch viel mehr. Obst, Milch, Kakao, Müsliriegel und Nüsse. „Einen Teil wurde uns spontan gespendet“, sagen die Fußballer stolz.

Walther Reinmold, Schriftführer des Vereins, staunt: „Es ist toll, was die Trainer und die Seniorenspieler hier schaffen. Ich bin sehr stolz auf sie, dass sie Eigeninitiative ergreifen, um anderen zu helfen.“ Soziales Engagement ist ihnen wichtig. „Fußball verbindet“, ist Naziri überzeugt. „Nicht nur auf dem Rasen.“ Er sieht sich um und nickt. 20 Helfer sind da, alle haben beste Laune. „Ein kleiner Schritt kann zu etwas ganz Großem führen“, stellt er fest. Am Abend ist so viel abgegeben worden, dass sie drei Sprinter füllen könnten.

Am Sonntag früh backen sie Brötchen auf, garnieren sie mit Remoulade, Putenaufschnitt, Käse und Salat, und packen sie mit Getränken, Süßigkeiten und Nüssen in Papiertüten. Mit dem Sprinter und der U-Bahn fahren sie durch die Stadt, verteilen Essen. An der Zeil öffnen sie den Wagen. Nach zehn Minuten stehen Obdachlose und Bedürftige Schlange. Jeder bekommt, was er will. Für Kinder ein Kuscheltier, für Erwachsene dicke Jacken.

Manche haben Tränen in den Augen. „Macht weiter so“, sagt ein Mann. „Ihr werdet so dringend gebraucht.“ Auch die sonst so harten Kicker, sind tief berührt. Auch ihnen steht das Wasser in den Augen. „Wir machen weiter und kommen wieder“, versprechen sie.

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