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Nein zum Kunstrasen

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Von: Katja Sturm

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Die Mitglieder des Vereins Naturnahe Bertramswiese.
Die Mitglieder des Vereins Naturnahe Bertramswiese. © Rainer Rüffer

Bürgerinitiative lehnt Pläne der Stadtverordneten für die Bertramswiese ab.

Früher kickte Dirk Söhngen selbst mit seinen drei Söhnen auf der „Berti“. Gegen Sport auf der Grünfläche im Frankfurter Stadtteil Dornbusch haben der Vorsitzende der Bürgervereinigung Natürliche Bertramswiese und deren andere 17 Mitglieder gar nichts einzuwenden. Doch dass die Stadtverordnetenversammlung beschlossen hat, die Fußballfelder auf der Anlage in Kunstrasenplätze umzuwandeln, missfällt der engagierten Nachbarschaft. Am Samstag hat die Bürgerinitiative sich mehrere Stunden lang mit einem Stand vor Ort präsentiert und Unterschriften gegen den Umbau gesammelt.

So haben sie an den Kastanien, die am Rande des Geländes eine schöne Allee bilden, mittlerweile 60 Meisenkästen aufgehängt, die sie einmal im Jahr sorgfältig reinigen. Die Nistgelegenheiten sollen die Vögel anlocken, damit diese die Larven der Miniermotten fressen. Die Insekten haben den alten Bäumen in den vergangenen Jahren stark zugesetzt. Seitdem sich die Bürger darum kümmern, durften sie feststellen, dass sich die Riesen wieder erholen.

Auch auf Fledermäuse warten seit diesem Jahr ein paar Häuschen in der Höhe. Zudem sammeln die Mitglieder zusammen mit anderen Freiwilligen regelmäßig Müll ein. Der Fokus des Vereins liegt jedoch auf dem Erhalt des natürlichen Grüns und dem Versuch, sich bei der angedachten Neugestaltung der Bertramswiese mit einzubringen. Das sei damals auch der Grund für die Gründung der Initiative gewesen, heißt es. Als das Vorhaben erstmals aufploppte, fanden sich die ersten Anwohnenden zusammen und sammelten bereits damals 2700 Unterschriften, die sie bei der Stadt einreichten. „Aber wir haben gemerkt, dass wir als Einzelne nicht viel erreichen können“, erklärt Gundula Fehns-Böer. Deshalb gründeten sie einen Verein.

Der Kunstrasenplan versickerte erst einmal, ist in den vergangenen Monaten aber wieder aktuell geworden. Dass es in der Stadtpolitik so schnell eine Entscheidung dazu geben würde, hat die engagierten Bürger überrascht. „Die genauen Pläne für die Umgestaltung liegen noch nicht vor“, sagt Söhngen. Mit den Kunstrasenplätzen seien jedoch auf jeden Fall Zäune und eine Lichtanlage verbunden. Das eine verhindert, dass dieser Teil des Areals weiter jedem zur Verfügung steht, obwohl die Familie Rothschild der Stadt die Bertramswiesen einst als Platz für Erholung und Sport für alle übergeben habe. Die abendliche Beleuchtung, fügt Fehns-Böer hinzu, irritiere derweil die Lebewesen und sorge für zusätzliche Lichtverschmutzung.

Nach dem Beschluss der Stadtverordneten prüft der Verein nun rechtliche Schritte. Nach Meinung der Mitglieder ist eine Umwidmung der Fläche notwendig, um das Vorhaben durchzuziehen. Die Stadt habe das zurückgewiesen, aber damit wollen sich die Bürger:innen nicht zufrieden geben. Auf der Website bertramswiese.org erläutern sie ihren Standpunkt. Alles in der Hoffnung, noch viele Mitstreiter mehr und einen Kompromiss mit der Stadt zu finden.

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