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Marbachbunker erhalten

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Von: Judith Dietermann

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Über die Zukunft des Bunkers am Marbachweg / Ecke Kaiser-Sigmund-Straße wsird viel diskutiert.
Über die Zukunft des Bunkers am Marbachweg / Ecke Kaiser-Sigmund-Straße wsird viel diskutiert. © Monika Müller

CDU, FDP und BFF im Ortsbeirat 9 lehnen den Rückbau des Marbachbunkers ab. Sie fordern, das Gebäude, in dem einst viele Musikerinnen und Musiker probten, für den Katastrophenschutz zu erhalten.

Seit Ende März ist es endgültig: Im Marbachbunker wird künftig keine Musik mehr gemacht. Bands, Musikschulen und Studios müssen definitiv ausziehen und kehren auch nicht mehr zurück. Die Zusage, den Spiel- und Probebetrieb im Musikbunker um drei Jahre zu verlängern, könne aufgrund des schlechten Zustandes des Gebäudes aus baurechtlichen Gründen nicht aufrechterhalten werden, hatte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) mitgeteilt. Das habe sich bei Begehungen im Dezember gezeigt. Die Probleme gingen über die ursprünglich bekannten Brandschutzmängel erheblich hinaus. So müsse die marode Elektroanlage ausgetauscht werden, zudem sei ein Komplettumbau der Gebäudelüftung nötig, so die Bima.

Während nun nach Ersatzräumen für die Musiker:innen gesucht wird – derzeit wird der Hochbunker in der Lassallestraße überprüft – beschäftigt den Ortsbeirat 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim) viel mehr die Zukunft des Bunkers im Marbachweg. So fordern CDU, FDP und BFF mit einem gemeinsamen Antrag, das Bauwerk – auch über einen Denkmalschutz – zu erhalten und wieder in seiner ursprünglichen Funktion zu ertüchtigen. Soll heißen: Der Marbachbunker soll in den Katastrophenschutz eingebunden werden.

Begründet wird dies auch mit dem Schritt des Bundesinnenministeriums, das den Abbau bestehender Schutzeinrichtungen beendet und weitere Haushaltsmittel für den Katastrophenschutz beantragt hat, so der Tenor des Antrags. Der Rückbau „eines der letzten Bunker in Frankfurt“ wird entschieden abgelehnt.

So soll nach Wunsch der drei Ortsbeiratsfraktionen auf dem Bunker wieder eine Sirene installiert werden. Im Bunker könnten Materialien für Katastrophenfälle gelagert sowie eine für den Ortsbezirk zuständige Anlaufstelle etabliert werden. Und: Das Dach des Bunkers soll begrünt werden. Als Beispiel nennen die Stadtteilpolitiker:innen einen Bunker in St. Pauli. Auf dem Bunker in der Hamburger Feldstraße soll gar ein Dachgarten entstehen, der über einen 300 Meter langen Pfad erreicht werden kann.

Und, heißt es in dem Antrag von CDU, FDP und BFF, der Bunker soll auch, soweit es der Platz zulasse und dies seiner Hauptaufgabe Katastrophenschutz nicht entgegenstehe, wieder als Medienbunker Musikerinnen und Musikern sowie Kulturschaffenden zur Verfügung gestellt werden.

Der Bunker an der Ecke Marbachweg/ Kaiser-Sigmund-Straße wurde nach den Plänen des Architekten Franz Hufnagel und des Statikers Sr. Ing. Fritz Maier erbaut. Mit einer Bausumme von rund 1,7 Millionen Reichsmark war er einer der teuersten Luftschutzanlagen. Die Erdarbeiten begannen am 27. August 1941. Auf vier Stockwerken verteilt befinden sich 1480 Schutzplätze, der Bunker ist 16 Meter breit und 51 Meter lang.

Der Ortsbeirat 9 tagt am Donnerstag, 5. Mai, um 19.30 Uhr im Saalbach Ronneburg, Gelnhäuser Straße 2.

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