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Hart umkämpfter Ball: Der Praga Rugby Club (gelbe Trikots) trat gegen den Berliner Rugby Club an.

Dornbusch

Jagd nach dem Ei beim Rugby-Jugendfestival

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25 Klubs beteiligen sich am Wochenende am Rugby-Jugendfestival - darunter auch Spieler aus Belgien, England und Polen.

Über das Spielfeld jagen, kämpfen, rangeln und das Ei über die Linie tragen. Bei der zehnten Ausgabe des „Rugby-Jugendfestivals“ auf dem Sportgelände des Sportclubs 1880 hinterm Hessischen Rundfunk wurde am Wochenende um jeden Zentimeter Rasen geackert.

Lautstark wurde auf den Klein- und Großfeldern um den ovalen Ball gekämpft. Schon die Kleinsten, im Alter von sieben bis acht Jahren, wurden von Eltern, Trainern, Mitspielern angefeuert, und das in mindestens sieben verschiedenen Sprachen. Denn die rund 1000 teilnehmenden Sportler waren, neben Vereinen aus der Region, aus sieben Ländern zum Sportgelände angereist. Insgesamt 25 Klubs stellten Teams, darunter aus Berlin, Heidelberg, London, Luxemburg, Mainz, Prag und Worms. In mehreren der von Jungen dominierten Teams spielten auch Mädchen mit.

Am Samstagabend, zum Ende des ersten Spieltages, trafen die U14-Teams vom Veranstalter sowie aus Boitsfort, einem Stadtteils Brüssels, aufeinander. Es war ein umkämpftes Spiel auf Kunstrasen und gehobenem Niveau. Honoriert wurde das durch jüngere Spieler beider Vereine, die am Spielfeldrand saßen und Sprechchöre anstimmten.

„Dass man sich schön prügeln, sich richtig austoben und tackeln kann“, also den Gegner umstoßen, das bereite Emma aus Obertshausen den größten Spaß an dem Sport, zu dem sie durch ihren großen Bruder gekommen sei, berichtete die Achtjährige. Mit ihrer Zwillingsschwester trug sie das blau-weiß gestreifte Trikot des Sportclubs (SC) Riedberg, der mit Obertshausen eine Spielgemeinschaft bildete. Emmas Schwester Judith reize das „Dreckig machen“ und gemeinsam mit anderen in einem Team zu spielen. Der zehnjährige Oskar findet dagegen „das Rennen mit dem Ball“ am besten, sagte der Spieler des SC Riedberg.

Lucas Franke-Wolff, Jugendtrainer beim SC, bei dem erst seit drei Jahren Rugby gespielt wird, sagte: „Es ist eine tolle Möglichkeit für die Kids andere Kulturen kennen zu lernen.“ Der 25-Jährige schaute sich gerade das Spiel von Prag gegen den Heidelberger Stadtteil Handschuhsheim an. Tschechien kenne man nicht als Rugby-Nation, sagte Franke-Wolff. Dabei gehöre die Mannschaft aus Prag zu einer der besten des Turniers. „Dobry“, also „gut“, rief dann auch mehrmals Prags Trainer, der mit dem Spiel seiner Truppe offenbar zufrieden war.

Beim Duell nebenan wehte die walisische Flagge. Naomi Hudson vom London Welsh Rugby Club stand mit anderen Mitgliedern ihres Vereins am Spielfeldrand und motivierte mit „Come on!“-Rufen. Sie sagte, das Turnier sei gleichzeitig „competitive and familial“, also wettbewerbsorientiert und familiär. Hudson lobte die Organisation des Turniers sowie die Schieds- und Linienrichter.

Für die meisten europäischen Teams markiert das Turnier in Frankfurt alljährlich den Saisonabschluss. Das Londoner Team ist seit Jahren jedes Mal mit dabei gewesen.

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