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Abriss in Spenerstraße genehmigt: Nachbarschaft will Beschwerde einlegen

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Das Verwaltungsgericht hat den Weg zum sofortigen Abriss der Gebäude Mechthild-/Spenerstraße stattgegeben. Der Bauzaun steht bereits.
Das Verwaltungsgericht hat den Weg zum sofortigen Abriss der Gebäude Mechthild-/Spenerstraße stattgegeben. Der Bauzaun steht bereits. © hamerski

Monatelang haben Ortsbeirat und die Nachbarschaft in der Spenerstraße gegen den Abriss eines Gebäudeensembles protestiert. Nun ist der Abbruch genehmigt.

Frankfurt – Der Bauzaun an der Ecke Spener-/Mechtildstraße in Frankfurt steht bereits, die Strom- und Wasserversorgung des Doppelhauses ist abgeklemmt. Fehlen nur noch die Baufahrzeuge, die mit dem Abbruch des Ende der 1920er-Jahre errichteten Gebäudes mit seinem seltenen Tonnenwalmdach beginnen. Denn sie dürften nun tatsächlich anrücken – zum Entsetzen der Nachbarschaft, die seit Monaten versucht, dies zu verhindern und Widerspruch gegen die von der Stadt erteilte Abbruchgenehmigung eingelegt hat.

Ihr Ziel ist es, nicht nur das Gebäude, sondern das gesamte nach den Plänen des Architekten Christoph Bernoully erbaute Ensemble östlich der Eschersheimer Landstraße unter Denkmalschutz stellen zu lassen oder zumindest zu erwirken, dass die Stadt Frankfurt eine Erhaltungssatzung erlässt. Beides ist bisher nicht passiert.

Der Widerspruch der Nachbarschaft hatte zwar die gewünschte aufschiebende Wirkung, da der Grundstückseigentümer so lange nicht mit dem Abriss beginnen darf, bis abschließend vor Gericht über diesen entschieden ist. Der Eigentümer hatte daher beim Verwaltungsgericht Frankfurt ein Eilverfahren angestrengt und jetzt Recht bekommen. Das Gericht entschied, dass der Abriss sofort erfolgen darf, unabhängig von der Entscheidung über den Widerspruch der Nachbarschaft, teilte das Verwaltungsgericht jetzt mit.

Gericht genehmigt Abriss in der Spenerstraße in Frankfurt: Nachbarschaft reicht Klage ein

Die Nachbarschaft kann nun innerhalb der kommenden zwei Wochen Beschwerde beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel einlegen. Was sie wohl tun wird, wie Rainer Krug, direkter Nachbar des betroffenen Eckhauses, sagt. Wohlwissend, dass dies die letzte bestehende Möglichkeit ist, den Abriss zu verhindern. „Es ist nicht selten der Fall, dass beim Verwaltungsgerichtshof in Denkmalfragen anders entschieden wird, als beim Verwaltungsgericht“, sagt er.

Friedrich Hesse, CDU-Ortsvorsteher des Ortsbeirates 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim), der sich auch dafür eingesetzt hatte, das Ensemble unter Denkmalschutz zu stellen oder zumindest eine Erhaltungssatzung zu erlassen, klingt weniger optimistisch. „Uns als Ortsbeirat sind da leider die Hände gebunden. Ich denke, das war es“, sagt er. Wohl wissend, dass auch eine Erhaltungssatzung den Abriss nicht verhindern könnte. Sie ist vielmehr ein Instrument, das Ortsbild und die städtebauliche Struktur zu bewahren. Sprich: Ein Neubau muss sich in das vorhandene Ensemble einpassen.

Abriss von Gebäude in der Spenerstraße in Frankfurt: Neubau fügt sich nicht in das vorhandene Ensemble ein

Eben das täten die Planungen für den Neubau auf dem Eckgrundstück aber nicht, kritisieren Nachbarschaft und Ortsbeirat. Geplant ist ein Mehrfamilienhaus mit sieben Wohneinheiten samt Tiefgarage.

Das Landesdenkmalamt in Wiesbaden hatte im Sommer 2019 mitgeteilt, dass die Voraussetzungen für eine Beurteilung der Gebäude als Kulturdenkmal nicht gegeben seien. Begründet wurde dies mit starken baulichen Veränderungen an Gebäuden. Auch die von der Nachbarschaft vorgelegten privatgutachterlichen Stellungnahmen überzeugten nicht.

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