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Erst Schlaglöcher, dann Knöllchen

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Von: Sonja Thelen

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Auf einem Teilstück des Marbachwegs kann jetzt ordentlich geradelt werden, dafür fehlen zum Ärger der Anwohnenden Parkplätze.
Auf einem Teilstück des Marbachwegs kann jetzt ordentlich geradelt werden, dafür fehlen zum Ärger der Anwohnenden Parkplätze. © Renate Hoyer

Die Stadt hat ein Teilstück des Radwegs am Marbachweg saniert, wodurch Parkplätze wegfallen sind. Anwohnende und der Ortsbeirat kritisieren das Vorgehen der Kommune.

Noch vor kurzem mussten Radfahrende auf dem Radweg im Marbachweg zwischen Eschersheimer Landstraße und Bertramstraße Slalom fahren, um Schlaglöchern auszuweichen. Ende 2021 rückten Bautrupps an und erneuerten die Asphaltdecke zwischen den Hausnummern 345-331. Doch die Arbeiten bescherten den Autofahrern und –fahrerinnen, die ihre Fahrzeuge auf dem bis dahin markierten Streifen abstellten, ein böses Erwachen. In den vergangenen Wochen steckten hinter ihren Scheibenwischern Strafzettel.

55 Euro sollen sie für das auf einmal unerlaubte Parken auf Geh- und Radweg zahlen. Im Zuge der Arbeiten wurde nicht nur der Belag erneuert. Es verschwanden auch die weißen, Pflastersteine, die den Parkstreifen bislang optisch vom Radweg trennten. Stattdessen wurde der Radweg verbreitert.

Zirka 20 Parkplätze seien dadurch weggefallen. Ohne vorherige Information, ärgert sich Anwohner Günter Wagner: „Ich verstehe das überhaupt nicht. Der Platz ist für alle Verkehrsbeteiligten völlig ausreichend. Ich wohne hier seit 1984. Es ist nie etwas passiert.“ Der Wegfall der Parkplätze in dem sowieso angespannten Gebiet ist für Wagner „nicht bürgerfreundlich“. Den Belag zu erneuern, sei indes überfällig gewesen, „ich fahre ja selbst Rad. Der Weg war wirklich in einem katastrophalen Zustand“.

Aus Gründen der Verkehrssicherheit konnte die bisherige Situation nicht beibehalten werden, sagt Stefan Lüdecke, vom Mobilitäts-Dezernat: „Ein legales und regelkonformes Längsparken neben dem Rad- und Fußweg lässt sich nach den aktuell gültigen Regelmaßen nicht mehr darstellen und verantworten. Nach aktuellem Stadtverordnetenbeschluss sollen Radwege künftig eine lichte Breite von 2,3 Meter, mindestens aber zwei Meter aufweisen.“ Radfahrende müssten sonst auf den Gehweg ausweichen, „um nicht in der gefährlichen Dooring-Zone zu fahren“.

Mit ihrer Entscheidung zieht die Stadt den Unmut des für den Dornbusch zuständigen Ortsbeirats 9 auf sich. „Ich erhalte massenhaft Beschwerden von Anwohnern. Es ist nicht sehr rücksichtsvoll von der Stadt, Parkplätze zu entfernen, ohne vorher zu informieren, auch nicht den Ortsbeirat“, sagt Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU). Er hat Zweifel, ob der Schritt „rechtlich zulässig ist. Es handelt sich um keinen Neubau, sondern um eine Ausbesserung im Bestand“. Um den Vorgang zu klären, haben CDU und FDP für die nächste Sitzung eine Anfrage eingebracht.

Laut Lüdecke sei das Parken in dem Abschnitt auch vor der Sanierung nicht erlaubt gewesen. „Die dortige Situation wurde aber nicht beanstandet und kontrolliert.. Allerdings war der Parkstreifen bislang optisch vom Rad- und Fußweg getrennt. „Dieser besteht schon seit 1950“, berichtet Anwohner Manfred Schmidt, der schon als Kind oft dort mit dem Rad fuhr.

Anwohner Wagner weist noch auf einen anderen Aspekt hin: „Jetzt gibt es auf einem Teilstück einen extrem breiten Radweg, aber schon nach wenigen Metern an der Kreuzung mit der Bertramstraße verengt er sich wie ein Flaschenhals.“ Dort sind laut Lüdecke „Änderungen derzeit nicht geplant“. Jedoch werden im unteren Teilstück noch Fahrradabstellbürgel montiert und ein Behindertenparkplatz eingerichtet. Wann das sein wird, sei witterungsabhängig. Er hoffe auf Februar oder spätestens März.

Die Sitzung des Ortsbeirats 9 am Donnerstag, 17. Februar, beginnt um 19.30 Uhr im Saalbau Ronneburg (Gelnhäuser Straße 2).

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