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Organisator Wilhelm Wegner (r.) trinkt für den guten Zweck.

Dornbusch

Dornbusch: Wein trinken für einen guten Zweck

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Familie Wegner sammelt bei einem Weinabend mit Nachbarn Spenden für ein Hilfsprojekt in Indien.

Im Wein soll bekanntlich die Wahrheit liegen. Zumindest, wenn man einem geläufigen Sprichwort aus dem Lateinischen glauben möchte. Dass Wein jedoch auch Wohltätigkeit zum Vorschein bringen kann, zeigt eine Nachbargemeinschaft am Dornbusch. Ein Mal im Jahr lädt Wilhelm Wegner gemeinsam mit seinen Brüdern zum Weinabend „In Vino Caritas“ ein. Trotz des schlechten Wetters am Sonntagabend, kamen auch dieses Mal zahlreiche Freunde und Nachbarn zusammen, um gemeinsam für den guten Zweck das Glas zu heben.

„Lustvoll und sinnvoll zugleich“ wolle man zusammen mit der Nachbarschaft Zeit verbringen, nennt Mitorganisator Ulrich Wegner als Ziel des Events. Direkt vor dessen Haustür, in der Straße Am Schwalbenschwanz, ist am frühen Sonntagabend das Buffet bereits aufgebaut. Zelte schützen die Biergarnituren vor dem sich anbahnenden Unwetter. Aufgetischt wird Wein aus Rheinhessen. Dazu gibt es selbstgemachte Schnittchen und Snacks, die einige Besucher mitgebracht haben. Der Eschersheimer Liedermacher Harald Lange musiziert unterm Regenschirm.

Geld für Landwirtschaft

Zahlen müssen die Gäste für den Umtrunk nichts. Stattdessen bittet die Familie Wegner um Spenden für ein Hilfsprojekt in Indien. Zum zwölften Mal schon veranstalten die Wegner-Brüder das Straßenfest, dessen Einnahmen stets an den Frankfurter Verein Deutsch-Indische Zusammenarbeit (DIZ) fließen. In Zusammenarbeit mit einer Partnerorganisation in Zentralindien wird jedes Jahr ein anderes Projekt gefördert. In der Vergangenheit habe man die Spenden etwa in Bildungsprojekte, die Frauenförderung oder die medizinische Versorgung investiert, erzählt Jona Dohrmann von der DIZ.

Ganz im Zeichen der Zeit soll mit den diesjährigen Spendengeldern die ökologische Landwirtschaft in der Region rund um die Stadt Nagpur gefördert werden. Die Organisation möchte auf einer Modellfarm eine Bewässerungsanlage installieren, mit der trockene Böden besonders nachhaltig bewässert werden können, sagt Dohrmanns Kollegin Sybille Franck. Bauern aus dem Umland könnten die Farm besuchen und sich mit der neuen Bewässerungstechnik, bei der Wasser tröpfchenweise an den Boden abgegeben wird, vertraut machen. So breite sich im Idealfall die neue Technologie überregional aus.

2500 Euro seien beim letztjährigen Wein- und Wohltätigkeitsabend zusammengekommen, sagt Wegner, der den deutsch-indischen Verein in den 1990er Jahren mit aufgebaut hat. Besonders dankbar sei Ulrich Wegner der befreundeten Winzer-Familie Wittmann, die er aus seiner Zeit als Pfarrer in Westhofen kennt. Immer wieder stiften die Weinbauern Flaschen aus eigener Herstellung für die Spendenaktion Am Schwalbenschwanz. Stolze eintausend Flaschen haben die Weingutbetreiber dieses Jahr zur Verfügung gestellt.

„Wir organisieren dieses Event sehr gerne“, sagt Wilhelm Wegner. Eine richtige Abgrenzung zwischen dem Privaten und dem Öffentlichen hätten die Brüder nie gekannt. Als Söhne eines Eschersheimer Pfarrers sei ihnen der Sinn für das Gemeinwohl mit in die Wiege gelegt worden, so Wegner. Und natürlich sei auch die nachbarschaftliche Gemeinschaft dabei wichtig. Es sei schön zu sehen, wie viele Nachbarn und Freunde bei der Organisation helfen, sagt der Frankfurter.

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