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Leon (l.) und Leander zeigen die Solarmodule, die auf das verglaste Gebäudedach hinter ihnen kommen sollen.

Auszeichnung

Klimafreundliche Pyramide ausgezeichnet

  • Sabrina Butz
    vonSabrina Butz
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Das Land Hessen zeichnet ein Umwelt-Projekt der Wöhlerschule am Dornbusch aus. Die Glaspyramide auf dem Pausenhof soll energieautark werden.

Damit die Energiewende gelingen könne, müsse endlich mehr über die Speicherung erneuerbarer Energien gesprochen werden, findet Michael Weidenmüller. Der Physik- und Mathematiklehrer will Umweltbildung ganz praktisch lehren, so auch in der Umwelt-AG der Wöhlerschule am Dornbusch. Ihr neues Projekt wurde jetzt vom Land Hessen mit dem Nachwuchspreis des Hessischen Staatspreises Energie ausgezeichnet: Die Glaspyramide des Ökohauses der Schule auf dem Pausenhof soll energieautark werden.

Ursprünglich sollte das Glasgebäude aus dem Jahr 1998 dem Gymnasium als Gewächshaus dienen. Das habe aber nicht geklappt, sagt Weidenmüller. Jetzt werde es im Sommer in der Pyramide so heiß, dass man die Räume kaum nutzen könne. Zehn Solarmodule außen auf dem Glas befestigt sollen künftig Abhilfe schaffen.

So würden die Räume durch den Schatten der Module weniger aufgeheizt. Zusätzlich soll der solar erzeugte Strom zwischengespeichert werden, um die elektrischen Geräte im Ökohaus wie Kühlschränke und Licht energieneutral zu betreiben und den Raum zu akklimatisieren. „Durch dieses Projekt lernen die Schüler ganz praktisch, wie die große, positive Vision eines energieautarken Gebäudes umsetzbar wird“, sagt Weidenmüller.

Die zugehörigen Modelle wurden in einer Projektwoche mit einem 3-D-Drucker erstellt. Die Jugendlichen übernahmen die Vorarbeit wie Messen, Rechnen und Planen. Mit der Stadt ist Weidenmüller jetzt im Gespräch darüber, wie das Projekt finanziert werden könnte. Nach Berechnungen des früheren Physiklehrers des Gymnasiums, Reinhard Pietsch, wären etwa 30 000 Euro für das Projekt nötig – die Solarmodule stehen schon bereit, im Frühjahr 2021 soll es losgehen.

Ertrag kommt Förderverein zugute

Pietsch ist Weidenmüllers Vorgänger, der mit der damaligen Umwelt-AG das Ökohaus gebaut hat. Das sei „abenteuerlich“ gewesen, erinnert er sich. Auch ihm gehe es darum, „nicht nur über die Energiewende zu reden, sondern etwas zu tun“. So entstanden 2009 die Solaranlagen auf dem Dach der Schulmensa. Da der erzeugte Strom ins Netz eingespeist wird, konnten die zinsfreien Darlehen der Förderer schnell zurückgezahlt werden. Der Ertrag kommt heute dem Förderverein „Ökohaus“ und den Umweltprojekten der Wöhlerschule zugute.

Die Haupt-Akteure des Projekts „Energieautarke Pyramide“ sind die beiden Schüler Leander und Leon. Leon gehört seit eineinhalb Jahren der Umwelt-AG an. Er findet, dass die Auszeichnung und vor allem das Preisgeld von 2500 Euro, das in die Kasse des Fördervereins fließt, „schon etwas Gutes“ sind. „Wir machen dieses Projekt, um Energie zu produzieren und die Umwelt zu schützen – das macht mir Freude“, sagt der 14-Jährige. Besonders die vielen Experimente, das theoretische und praktische Ausprobieren, machten ihm Spaß. Sein Mitschüler Leander, 13 Jahre alt, sagt, er interessiere sich vor allem für „den technischen Aspekt, die Speichermethoden und die Solarenergie“.

Pietsch und Weidenmüller freuen sich, dass die Bewegung Fridays For Future auch vor der Wöhlerschule nicht Halt mache und dass es in der jungen Generation ein neues Bewusstsein für Umwelt und Soziales gebe.

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