Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Der Kinderzirkus Zarakali erweitert seine Wirkungsstätte an der Platenstraße.
+
Der Kinderzirkus Zarakali erweitert seine Wirkungsstätte an der Platenstraße.

Dornbusch

Dornbusch: Kinderzirkus Zarakali erweitert seine Stätte

Der Kinder- und Jugendzirkus Zarakali braucht mehr Platz. Derzeit baut das Team mehr Zelte an der Platenstraße auf. Parallel bietet es Onlinetrainings für seine Mitglieder an.

Seit Anfang Februar wird auf dem Gelände des Zirkus Zarakali in Frankfurt geschleppt und umgebaut: Der Kinder- und Jugendzirkus in der Platenstraße stellt ein neues Zelt auf. „Wir brauchen schon lange mehr Platz zum Trainieren“, sagt Nadja Menke und läuft über die Baustelle. Die Theaterpädagogin zeigt auf das große Hauptzelt, das bisher allein auf dem Platz stand: „Unser Herz des Platzes kriegt ein neues Kleid“, gemeint ist eine neue Plane, die schon bereitliegt.

Aber damit ist die Arbeit nicht getan. Alle Böden müssen begradigt werden. Am Rande des Geländes hat das Zirkusteam ein drittes Zelt aufgebaut. Es dient während der Bauarbeiten als Zwischenlager für Technik, Seile und alles andere, was nicht feucht werden darf. So entstehe eine ganze „Zirkusstadt“ im bekannten blauen Design, sagt Menke.

Die Zirkusleute sparten schon lange für die Renovierungen, wegen Corona verzögerte sich der Baubeginn. Während jetzt auf dem Gelände Zelte ab- und aufgebaut werden, findet das Zirkustraining online statt. Schon seit dem vergangenen Jahr gibt es dauerhaft abrufbare Training-Videos für zu Hause. Seit zwei Wochen trainieren die festen Gruppen auch live in Videokonferenzen. Das werde „überwältigend gut angenommen“, sagt Menke.

Alles, was sie zum Training zu Hause brauchen, können sich die Kinder und Jugendlichen beim Zirkus ausleihen. Und dann regelmäßig in ihren Zimmern Einrad fahren, jonglieren oder Handstände auf Yoga-Matten üben – verbunden über eine Videokonferenz. „Vieles fällt natürlich weg, aber wir wollten die Möglichkeit schaffen, wieder an das Training anzuknüpfen“, erläutert Menke.

Kinderzirkus Zarakali

Der Kinder- und Jugendzirkus in der Platenstraße 79z trainiert zurzeit online, aber nur in festen Gruppen. Interessenten erhalten auf Anfrage einen Link zu Trainingsvideos und Filmen. Auskunft gibt es beim Zirkusteam unter der Telefonnummer 56 80 79 11 und im Internet unter www.zarakali.de.

Ein Tag der offenen Tür ist für den 8. Mai vorgesehen - soweit dies unter Pandemiebedingungen möglich ist. Angedacht sind zudem offene Zirkusworkshops im Sommer. saha

Das Training wird von Detlef Wörner am Computer im Zirkuswaggon gesteuert. Der Bildschirm des Trainers zeigt die Gesichter der beiden Trainerinnen Liudmila Valdivia Diaz und Tuya Erdenetogtoh Meixner sowie der zehn online anwesenden Artistinnen des Jugendensembles, die sich real jeder für sich zu Hause auf einer Matte befinden. Gemeinsam machen sie Pantomime-Spiele und werfen sich fiktive Gegenstände durch die Kameras zu. Gemeinsam machen sie Krafttraining, Stretching und Jonglage-Übungen. Es macht allen sichtlich viel Spaß. „Wir versuchen, das Beste aus der Situation zu machen“, sagt Wörner. Überdies sei es für die Eltern gut, die Kinder während der Trainingszeit beschäftigt und in Bewegung zu wissen.

Wie im realen Training könne sich auch online „eine tolle Dynamik entwickeln“, findet der Trainer. Leider falle alles, was sonst nebenbei laufe und wichtig sei, weg. Zum Beispiel der Austausch untereinander oder ein Gefühl für den Raum zu bekommen.

Plötzlich taucht eine Mutter am Bildschirm auf. Sie kündigt an, ihre Tochter könne die Sprungübungen nicht mehr mitmachen. Das sei zu laut, die Nachbarin habe sich beschwert. „Man muss eben improvisieren“, sagt Wörner. Bisher habe noch keine ihr Zimmer demoliert.

In einem Zarakali-Jahresplan ohne Pandemie würden die Jugendlichen jetzt eine große Aufführung vorbereiten. „Wir wollen sobald wie möglich wieder ins Präsenz-Training zurückkehren“, sagt Wörner. Er hofft auf den Sommer, um, wie im vergangenen Jahr, unter einer geöffneten Zeltplane zu trainieren – dann sogar mit mehr Zelten und Platz. Schon 2020 musste der Zirkus wegen der Pandemie kurzfristig umplanen: Anstelle von Aufführungen vor Publikum wurden Filme gedreht und ins Netz gestellt, die Jugendshow im Oktober fand als Parade im Grünen statt.

Wie es nach dem Umbau langfristig weitergeht, ist noch unklar: Die erweiterte Zirkusstadt ist vorerst für fünf Jahre genehmigt, sagt Menke. Um die Zirkusstätte herum sind viele Bauvorhaben im Gange: Die Platensiedlung wird nachverdichtet, die Wegeverbindung des Grünen Ypsilons hergestellt und der U4-Lückenschluss vorangetrieben. Menke ist jedoch optimistisch, dass die Frist verlängert wird.

Kinder packen bei den Umbauarbeiten mit an.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare